Superbanner

Alles gegeben, nichts bekommen

Garmisch-Partenkirchen - SC Riessersees kämpferischer Kraftakt bleibt unbelohnt - Verteidiger Völk ins Krankenhaus

Abtransport: SCR-Kapitän Tim Regan und Mannschaftsarzt Dr. Wolfgang Schmidt bringen Christian Völk vom Eis. foto: bse

Abtransport: SCR-Kapitän Tim Regan und Mannschaftsarzt Dr. Wolfgang Schmidt bringen Christian Völk vom Eis. foto: bse

von Peter Reinbold

Es war Wut, Zorn und eine riesige Menge Verzweiflung. 19 Sekunden vor dem Ende fuhr Hardi Wild auf die Bank, knallte seinen Schläger auf den Boden, schüttelte den Kopf, um dann seinem Frust freien Lauf zu lassen. In einem Schrei entlud sich alles. 19 Sekunden vor dem Ende hatte der Torhüter der SC Riessereee, wieder einmal bester Spieler seiner Mannschaft, das entscheidende Tor kassiert. Zweimal hatte Wild überragend pariert, doch den finalen Schuss von Elia Ostwald konnte er nicht mehr abwehren. Riessersees Trainer Zdenek Travnicek holte Wild vom Eis, um mit einem sechsten Feldspieler zu retten, was nicht mehr zu retten war. Das 2:3 gegen die Landshut Cannibals bedeutete die zweite Heimpleite für den SCR.

Die Niederlage, sie hätte nicht sein müssen, weil Riessersee zwar eine spielerisch dürftige Vorstellung gab, kämpferisch und läuferisch allerdings über jeden Zweifel erhaben war. Zudem hatte der Aufsteiger durch Tore von Lubor Dibelka (23.) und Brock Sheahan (31.) mit 2:0 in Front gelegen. Mit einem Drei-Punkte-Sieg hatte Cannibals-Trainer Jiri Ehrenberger gar nicht mehr gerechnet. „Ich wäre auch mit weniger zufrieden gewesen.“ Zurück ins Spiel brachte die Landshuter ein kapitaler Fehler von Marcus Weber, der auf eine Berufung für die U20-Weltmeisterschaft im Dezember hofft. Er leistete sich acht Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels einen Fehlpass, der zum 2:2 führte. Den Schuss von Markus Welz konnte Wild noch bravourös abwehren, doch als Kevin Kapstad uneigennützig zu Bill Trew passte, war Wild chancenlos. „Der Ausgleich hat uns zurück ins Spiel gebracht“, meinte Ehrenberger.

Riessersees Trainer Travnicek wollte mit Weber nicht zu hart ins Gericht gehen. „Viele meiner Spieler sind einfach noch zu unerfahren.“ Schützend seine Hand über den Noch-18-Jährigen hielt SCR-Legende Sepp Lehner, wie häufig interessierter Zuschauer im Stadion. „Seine Mitspieler haben ihn in dieser Szene im Stich gelassen“, sagte Lehner, in der vergangenen Oberliga-Saison noch Webers Abwehrpartner.

Zu diesem Zeitpunkt agierte Riessersee nur noch mit vier Verteidigern. Routinier Christian Völk war nach einem brutalen Foul von Jaroslav Kracik, das Schiedsrichter Ulrich Hatz mit einer Spieldauer ahndete, nicht mehr einsatzfähig. „Er musste ins Krankenhaus gebracht werden“, sagte SCR-Geschäftsführer Ralph Bader. „Ich tippe auf eine schwere Gehirnerschütterung.“ Und dem Unparteiischen, der erst nach Beratung mit seinen Linienrichtern auf Ausschluss entschied, schrieb er ein ungenügend ins Zeugnis. „Er war der schlechteste Mann auf dem Eis.“ Landshuts Trainer nannte den Ellenbogen-Check gegen Völks Kopf in Verkennung der Dinge gar eine „faire Attacke“. Eine Meinung, die Ehrenberger Unmutsäußerungen der Gäste im VIP-Raum und einen tadelnden Blick von Bader und Travnicek eintrug.

Der SCR-Trainer blieb ob der Niederlage, seines Temperament und seiner Ansprüche überraschend gelassen. Trotz des Null-Punkte-Wochenendes sieht er seine Mannschaft auf dem richtigen Weg. „Wir sind weder heute, noch am Freitag in Rosenheim für unsere harte Arbeit belohnt worden.“ Und dann konnte er seine Enttäuschung über den negativen Spielverlauf doch nicht mehr ganz verbergen. Sein Team sei noch nicht in der Lage, ein Spiel zu kontrollieren und kühlen Kopf in brenzligen Situation zu bewahren. „Wir wollen zu viel und kriegen gar nichts.“

Zur Frustbewältigung knallte er - anders als Wild - keinen Schläger auf den Boden, sondern nahm seine kleine Tochter und seine Frau bei der Hand und verließ die Stätte der Niederlage.

zurück zur Übersicht: SC Riessersee

Kommentare

Aktuelle Fotostrecken

"Miss EM Wahl 2012": Diese sexy Damen kämpften um den Titel

weitere Fotostrecken:
Schon am 12. Mai versuchte eine Blondine, bei einer öffentlichen Präsentation, die EM-Trophäe zu Boden zu werfen.
Ohlstadt II steigt auf
Sudoku online spielen

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper