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Defensive überfordert

Mit vereinten Kräften versuchen (v. l.) Tim Katzer, Daniel Huber und Matthias Mayr die Niederlage abzuwenden. foto: Or

eishockey: 2. bundesliga

Defensive überfordert

SC Riessersee geht mit 2:8 bei den Bietigheimer Steelers unter – Ausfälle können nicht kompensiert werden

von oliver rabuser

Bietigheim – Am dritten Wochenende der noch jungen Saison hat es den SC Riessersee erwischt. Die Werdenfelser schlossen ohne einen einzigen Punkt ab. Der 1:6-Heimniederlage vom Freitag gegen Dresden folgte für die Mannschaft von Trainer Zdenek Travnicek gestern eine deutliche 2:8-Abfuhr bei den Bietigheim Steelers. Damit fingen sich die Riesserseer an zwei Spieltagen satte 14 Gegentore ein.

Gleich im ersten Drittel bewahrheitete sich das, was aufgrund der personellen Schwächung zu befürchten war. Die Defensive war ohne ihre Stützen Josef Staltmayr und Tyson Marsh den Anforderungen nicht gewachsen. Brent Walton hatte schon nach 25 Sekunden die Führung für die Schwaben auf der Kelle, verzog nur knapp. Dann ging es Schlag auf Schlag. Zur ersten Pause beklagten die Riesserseer schon einen schier uneinholbaren 0:4-Rückstand. Ty Morris eröffnete den Torreigen, überlistete Goalie Daniel Huber just, als Greg Collins von der Strafbank zurückkam. Die große Chance zum Ausgleich bot sich Tobias Bierssack, doch er verfehlte das Tor aus spitzem Winkel um Zentimeter. Beim 2:0 der Steelers reklamierte Huber Torraumabseits von P.J. Fenton, der an seinem goldenen Helm als punktbester Bietigheimer zweifelsfrei auszumachen war. Schiedsrichter Werner Haas sah dies anders und gab den Treffer von Mike Schreiber. Und ein weiterer Moment des Pechs verhinderte den Anschluss: Collins war in Unterzahl allen Schwaben enteilt, nur an Martin Morczinietz brachte der US-Boy die Scheibe nicht vorbei.

Die Gastgeber hatten indes weniger Mühe mit der Effizienz. Allerdings war die SCR-Defensive beileibe nicht immer im Bilde. Tor Nummer drei war eine Doublette des ersten Treffers. Brock Sheahan kehrte von der Strafbank zurück, da legte Chris St. Jaques Huber das nächste Ei ins Nest. Da war Schluss für den aus Passau gekommenen Goalie. Für Hardi Wild hätte der Einstand nicht unglücklicher laufen können. Gerade mal 24 Sekunden stand die etatmäßige Nummer eins auf dem Eis, da jubelten die Steelers schon wieder – René Schoofs ließ sich feiern.

Was ging noch bei den Werdenfelsern? Erst einmal jede Menge. Lubor Dibelka schaffte bei doppelter Überzahl den ersten Treffer. Ein Bietigheimer durfte folglich zurück, aber der SCR blieb am Drücker. Dibelka legte Feuerecker perfekt auf, doch weil der Verteidiger den Puck nicht im Tor unterbrachte, machte es der Tscheche eben selbst – 2:4. Der 27-Jährige trägt den goldfarbenen Helm zu Recht, er war auffälligster und bester Gäste-Akteur. Wiederum Dibelka wie auch Justin Zilla kamen dem Anschlusstreffer nahe, polierten die zuvor magere Schuss-Statistik der Oberbayern kräftig auf. Der SC Riessersee war jetzt auch in der Begegnung angekommen. Wild hielt das Ergebnis gegen Doug Andress, Arturs Kruminsch und Mark Heatley mit starken Paraden. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.

Dann aber endete das Zwischenhoch der Blauen. Ein Abpraller landete genau vor der Kelle von St. Jaques am Torraum – 5:2. Das war auch der Pausenstand. Einem weiteren möglichen Aufbäumen der Travnicek-Truppe erteilten die Schwaben frühzeitig eine Absage. Abermals St.Jaques und wenig später Fenton machten kurzen Prozess. Kurz vor dem Ende legte Barry Noe im Powerplay nach. Verdient war der Bietigheimer Erfolg allemal, besonders bei einem Schussverhältnis von 50:22.

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