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Destruktiv zum Erfolg

Erding - Oberliga-Schlusslicht Erding Gladiators hat mit einem Sechs-Punkte-Wochenende für Furore gesorgt.

Duell auf Augenhöhe: Die beiden kleinsten, aber auch besten Spieler ihres Teams, der Erdinger Ales Jirik (l.) und der Deggendorfer Andrew Schembri, beim intensiven Meinungsaustausch, den Linesman Werner Haas unterbindet. foto: herkner

Duell auf Augenhöhe: Die beiden kleinsten, aber auch besten Spieler ihres Teams, der Erdinger Ales Jirik (l.) und der Deggendorfer Andrew Schembri, beim intensiven Meinungsaustausch, den Linesman Werner Haas unterbindet. foto: herkner

„Die Mannschaft wird sich nicht aufgeben und bis zum Schluss ihr Bestes geben“, hatte Trainer Markus Knallinger versprochen - und das Team hat Wort gehalten. Am 6. November 2011 hatten die Gladiators den letzten Auswärts-Dreier gefeiert, beim 8:2 in Passau. Drei Monate später hat es beim 4:3 in Passau wieder geklappt. „Wir haben die Taktik umgestellt, etwas destruktiver gespielt, um es dem Gegner möglichst schwer zu machen, kontrolliert in unser Drittel zu kommen, und das hat ganz gut hingehauen“, analysierte Erdings Bandenchef.

Die Passauer hatten mit Dave Rich für den entlassenen Jukka Ollila einen neuen Trainer präsentiert, dessen Einstand danebenging. „Es läuft im Moment nicht“, meinte er. „Wir haben die Scheiße am Schläger.“ Auf die Aussage von Knallinger, dass beide Teams „Geschenke verteilt“ hätten, meinte Rich: „Wer weniger verteilt, gewinnt im Eishockey.“ So habe zum Beispiel sein Torwart Martin Cinibulk das 1:2 auf seine Kappe genommen. Bedankt dafür hat sich Torschütze Florian Engel, profitiert hat die ganze Erdinger Mannschaft. Es war nämlich der 100. Saisontreffer, und nun muss Engel ein Kabinenfest ausrichten.

Für Gelächter sorgte Knallinger auf die Frage des Passauer Presseprechers, wie er es denn schaffe, seine Truppe noch zu motivieren, wo sie doch quasi sicherer Letzter sei. „Ob wir wirklich Neunter werden, weiß ich nicht“, meinte Erdings Trainer augenzwinkernd. „Denn wenn ihr so weiterspielt, überholen wir euch noch.“ Er wisse natürlich, dass es unrealistisch sei, vom letzten Platz wegzukommen, aber „wir sind es unseren Fans schuldig, dass wir bis zum Schluss alles geben“.

Prompt folgte am Sonntag ein 4:2-Erfolg gegen favorisierte Deggendorfer. Insgesamt sei er zufrieden gewesen, sagte der Gladiators-Trainer. Auf die Powerplay-Schwäche angesprochen, meinte er: „Wir haben zuletzt viel an der Überzahl gearbeitet, jetzt wäre es halt noch schön, wenn wir auch mal ins leere Tor treffen würden.“ Sein Gegenüber Kim Collins bemängelte die fehlende Leidenschaft seiner Truppe in der ersten Hälfte der Partie und lobte die Gladiators. „Erding hat taktisch clever gespielt und verdient gewonnen.“

Über diese ehrlichen Worte freute sich Knallinger. „Ich bedanke mich dafür, dass ein gegnerischer Trainer auch mal unsere Leistung anerkennt“, sagte er. „Sonst haben unsere Gegner bei Niederlagen gegen uns immer ihre schlechteste Saisonleistung abgeliefert oder Bayernliga-Niveau gezeigt.“ wk

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