Peter Kathan ist voll des Lobes. Über seine Spielerinnen, das auch - doch zuallererst muss er in seinem Fazit mal die Organisation loben: „Weiden in der Oberpfalz, vom Umfeld her war das ganz toll. Die Mädels sind so prima aufgenommen worden, dass sie sich wie daheim gefühlt haben.“ Und auch aufgrund dieser Atmosphäre der Heimeligkeit haben sie bei ihrem Olympia-Qualifikationsturnier alle drei Spiele gewonnen, gegen China, gegen Tschechien – mit diesen beiden Erfolgen war das Ziel schon erreicht – und als Zugabe noch gegen Kasachstan, der Kontrahent. vor dem Peter Kathan, der Bundestrainer der Frauen,am ehesten Bammel gehabt hatte: „Aber wenn dann alles passt. . .“
Die Frauen-Nationalmannschaft fährt – anders als die Männer - zu den Olympischen Spielen nach Sotschi. Das wird ein Erlebnis, das ist klar. Und vor allem: „Wir haben die Förderung für unsere Sportart ein bisschen gerettet“, sagt Kathan stolz. Mit dem Deutschen Olympischen Sport-Bund (DOSB) zofft er sich häufig, was die Zielvereinbarungan angeht. Man hat ihm nach dem geglückten Turnier von Weiden auch schon mitgeteilt, dass die Frauen bei Olympia im nächsten Jahr Platz sechs zu erreichen hätten. „Gut, ein Ziel muss man haben“, sagt Kathan. Geärgert hat er sich, dass der DOSB neulich noch urteilte, er sehe bei den Eishockey-Frauen „keine Annäherung an die Weltspitze“, das habe ein „externer Fachmann“ analysiert. Kathan dazu: „Wer sich auskennt, weiß doch, dass man an USA und Kanada nicht rankommen kann.“ Das ist eine andere Welt.
"Unsere Ergebnisse gegen die Großen werden immer knapper“
Jedenfalls: Welche Mannschaften aus Deutschland sind zuletzt bei Olympia vertreten gewesen? Fußball – weder Männer noch Frauen. Handball – weder noch. Basketball – weder noch. Volleyball – nur die Männer. Und nun Eishockey – die Frauen!
Kathan will erreichen, „dass wir ab Mai unsere Nationalmannschaft wenigstens vier, fünf Tage pro Monat zusammenziehen können. Und dass wir ein paar Förderstellen bei der Bundeswehr kriegen.“ Damit man weiter voranschreitet: „Im athletischen Bereich haben wir gute Werte, und dank unserer starken Torfrauen werden die Ergebnisse gegen die Großen immer knapper.“
Günter Klein






