München - Beim EHC München hat der Kampf um die Pre-Playoffs begonnen: München hat Augsburg im Nacken, das plötzlich auch auswärts gewinnt.
Die Tonlage: spaßig, frotzelig. Es war am 30. Dezember, vor dem großen Eishockeyspiel zwischen München und Augsburg in der Olympiahalle, vor dem Eingang zum VIP-Raum.
Christian Winkler, Manager des EHC München, schnappte draußen noch etwas Luft, bevor es losging, er traf vor der Tür Augsburgs Hauptgesellschafter Lothar Sigl, der in Friedberg bei Augsburg einen gastronomischen Betrieb leitet. Gerade hatte es Verhaftungen im Augsburger Polizistenmord gegeben, in Friedberg war im Zuge der Ermittlungen ein Waffenlager ausgehoben worden. „Gleich neben dem Landhaus Sigl“, spöttelte Winkler. Sigls Konter: Die große Kulisse beim anstehenden Eishockeyspiel – 11 000 Zuschauer – würde der EHC noch bedauern: „Denn die erleben ein Schlachtfest.“
Fehlprognose: 5:0 gewann der EHC am Silvester-Vorabend das Derby, beseelt und mit acht Punkten Vorsprung auf Augsburg glitt er hinüber ins neue Jahr. Diesen Freitag (19.30 Uhr, aber diesmal in normaler Umgebung, der kleinen Olympia-Eishalle) gibt es das DEL-Spiel München – Augsburg noch einmal. Und siehe da: Nach einem ertragreichen Januar sind die Panther bis auf einen Punkt (58) an den EHC (59) herangepirscht. Elf Spieltage vor Vorrunden-Schluss steht eine wegweisende Partie an – um einen der Pre-Playoff-Plätze sieben bis zehn.
2:0 und 7:3 haben die Panther ihre Heimspiele gegen den EHC gewonnen, das 0:5 in München stand für das Auswärtsgesicht. Es war damals die 14. Auswärtsniederlage in Folge, noch zwei weitere kamen nach. Was tun? Panther-Trainer Larry Mitchell stellte um: Neuerdings bestreitet Jordan Parise, der dritte Torwart, eigentlich nur als Verletzungsvertretung von Stammkraft Tyler Weiman im Kader, die Partien auf fremdem Eis. Resultat: Augsburg gewann in Hamburg (3:1) und Hannover (3:2). Parise ist nun das Maskottchen – und laut Statistik ein Monster: 94,4 Prozent Fangquote, nur 1,51 Gegentore pro 60 Minuten – Nummer eins in beiden Kategorien. Er wird wohl auch heute im Tor stehen.
Am 30. Dezember endete die Partie München – Augsburg in handfesten Auseinandersetzungen auf dem Eis. So etwas kann sich jederzeit wiederholen. Es ist Derby-Folklore, mit der auch die Trainer leben können, wie Pat Cortina (EHC) vor gut einem Monat erklärte: „Wenn keiner verletzt oder gesperrt ist. . .“
Günter Klein
Rubriklistenbild: © sampics


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