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EHC München: Das Problem mit der Torquote

Das Problem mit der Torquote

München - 98 statt 132 Treffer: Wir erklären, was sich beim EHC München gegenüber der Vorsaison geändert hat. Am Freitag geht es gegen Augsburg.

Ob das vergangene Wochenende der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ein Erfolg für den EHC München war oder nicht, wird man erst heute Abend beurteilen können. Nach zwei Punkten aus den Spielen gegen Ingolstadt (3:2 n.P.) und in Wolfsburg (1:2) steht das Team von Trainer Pat Cortina weiter auf einem Pre-Playoff-Rang, der Vorsprung auf den Elften Augsburg beträgt vier Punkte. Doch die Augsburger sind eines von vier Teams, die erst heute ihre Partie des 41. Spieltags bestreiten. Während Cortina fordert, sein Team dürfe nicht zu sehr darauf schauen, was in anderen Stadien passiert, stört sich Toptorjäger Eric Schneider daran, dass die Mannschaft überhaupt von den Ergebnissen der Konkurrenz abhängig ist.

Alle schienen glücklich beim EHC nach dem Erfolg über Ingolstadt am Freitag, Schneider aber wollte kein Lächeln über die Lippen kommen: „Wenn wir als Team wachsen wollen, müssen wir einen Weg finden, mehr wichtige Tore zu machen und in solchen Spielen drei Punkte zu holen.“ Schneider war unzufrieden. Er selbst hatte zwar beide Münchner Treffer erzielt, zweimal aber war Ingolstadt zurückgekommen, weil Schneiders Kollegen wie so oft hochkarätige Möglichkeiten liegen ließen – so auch bei der Niederlage in Wolfsburg, als der EHC gerade im zweiten Drittel deutlich überlegen war.

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„Ich finde die Kritik von Eric positiv. Er ist immer einer der Ersten, der sich an die eigene Nase fasst. Das brauchen wir von unseren Leadern“, sagte Manager Christian Winkler, der zugab, dass es der Mannschaft an Kaltschnäuzigkeit fehle: „Wir müssen uns jedes Tor hart erarbeiten.“ Nur zwei Teams in der DEL haben seltener als München getroffen: Hannover und Nürnberg, die beiden Klubs, die das Tabellenende zieren. Ein Grund für die rückläufige Torquote ist sicherlich die Abkehr vom Hurra-Stil aus der Vorsaison. Nach 41 Spielen hatte der EHC damals ein Torverhältnis von 132:131, heuer lautet es 98:100.

In beiden Spielen des Wochenendes investierte Cortinas Team viel Energie. „Wir sind sehr viel gelaufen, aber das müssen wir in jedem Spiel, wenn wir eine Chance haben wollen“, sagte der Trainer. Auch Eric Schneider läuft deutlich mehr und spielt körperbetonter, seit er in einer Angriffsreihe mit Martin Buchwieser und Christian Wichert steht. Die erst kürzlich von Cortina vorgenommenen Änderungen seien ein weiterer Grund dafür, dass sich das Team mit dem Toreschießen schwer tue, meint Schneider. „Wir müssen die Chemie in den Reihen verbessern, müssen uns blind verstehen. Aber dieser Prozess dauert mehrere Monate. Wir arbeiten noch daran.“

Während heute Abend auch der Blick in andere Stadien erlaubt ist, wo die EHC-Verfolger Augsburg (bei Schlusslicht Hannover) und Iserlohn (in Krefeld) spielen, müssen Schneider und Kollegen bis zum kommenden Wochenende Fortschritte machen, dann könnten sie einen großen Schritt Richtung Pre-Playoffs machen. Denn am Freitag kommt Augsburg ins Olympia-Eisstadion. Am Sonntag steht das Auswärtsspiel in Krefeld an, dann ist bis 14. Februar Pause wegen der Länderspiele in Weißrussland.

Jan Lüdeke

Rubriklistenbild: © sampics

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