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Niederlage gegen Augsburg

EHC: Die Playoffs vor den Playoffs

Augsburg/München - Der EHC München verliert ein intensives Eishockey-Derby in Augsburg im Penaltyschießen – und Manager Winkler ist froh über den „positiven Druck“.

Mehr Spannung geht nicht beim Eishockey: Entscheidung auf den letzten Drücker, im Penaltyschießen. So war es am Sonntag im großen Nachbarschaftsderby – und die abschließende Triumphgeste zelebrierte Augsburgs Tormann Patrick Ehelechner. Sein Team besiegte nach Zusatzschicht den EHC München 3:2 (0:0, 0:1, 2:1, 0:0).

Zehn von 14 Klubs kommen in die (Pre-)Playoffs, die Regelung der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist großzügig. Dennoch herrscht gegen Ende der Vorrunde traditionell großes Gedränge, man hat mit nur noch ein paar Spieltagen vor sich keine Klarheit, wer wirklich dabei sein wird, wenn es ernst wird. Deshalb haben die hoffenden und bangenden Vereine wie der EHC München eine Sprachregelung gefunden, wie sie Manager Christian Winkler wiedergibt: „Das sind jetzt alles Playoff-Spiele – ohne dass schon Playoffs wären.“

Die Münchner hatten sich mit zuletzt sieben Punkten aus einer Serie von drei Heimpartien wieder aussichtsreich positioniert. Nach dem 2:1-Erfolg am Freitagabend gegen den ERC Ingolstadt hatte Winkler gesagt: „Das haben uns nicht viele zugetraut, dass wir so lange im Playoff-Rennen bleiben.“ Für ihn der Beweis, dass die Mannschaft, „die sicherlich limitiert ist, zusammengerückt ist“. Der Druck, den man nun spüre bis zum letzten Vorrunden-Spieltag am 10. März, der sei ihm ganz recht: „Es ist ein positiver Druck.“

Ein Druck jedenfalls, der die Spieler zu höchster Aufmerksamkeit zwingt. Das Augsburger Curt-Frenzel-Stadion flirrte vor beidseitig spürbarer Konzentration. Bloß keine Strafzeiten riskieren, das war ein Gebot. Es dauerte bis zur 29. Minute, ehe erstmals ein Augsburger für zwei Minuten hinausgestellt wurde, und bis zur 36. Minute, in der es mit Verteidiger Ejdepalm einen Münchner traf. Und noch länger als die Strafzeiten-Null stand die Tore-Null.

Der EHC hatte entschlossen losgelegt, die ersten zehn Minuten gehörten eindeutig der Truppe von Trainer Pat Cortina. Dann wurden die Panther stärker – und Münchens Torhüter Jochen Reimer hatte Vollbeschäftigung. Seine glanzvollsten Momente lieferte er nach einem Scheibenverlust von Förderlizenzspieler Marcus Weber ab und im ersten Augsburger Powerplay im zweiten Drittel. Schuss, Nachschuss, Nachnachschuss – Reimer hatte alles. Während sein Gegenüber Patrick Ehelechner sich in der 35. Minute überwinden lassen mussten – durch Lubor Dibelka zum 0:1.

„Die Münchner sind spieltaktisch sehr diszipliniert, aber es gibt keinen Grund, warum sie uns schlagen sollten, denn wir sind die bessere Mannschaft“, sagte Augsburgs Ersatztormann Leo Conti, der via Stadion-TV vor dem Schlussdrittel stets eine Analyse abgibt. Mit Urgewalt kamen die Panther über den EHC, gingen 2:1 in Führung, doch inmitten des Drucks glückte München durch Sören Sturm 39 Sekunden nach dem Rückstand der Ausgleich (50.). Der Nachmittag konnte noch ein wenig länger dauern.

Günter Klein

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