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EHC München: Interview mit Oliver Wenner

"Da geht die Identifikation flöten"

München - Beim EHC München ist vor dem Start in die DEL-Saison fast alles eitel Sonnenschein. Aber nur fast. Das tz-Interview mit Oliver Wenner, Vorstand des Fanklubs "Der siebte Mann".

Oliver Wenner.

Es läuft und läuft und läuft. Der EHC München hat im Trainingslager in Ungarn beide Spiele gegen Szekesfehervar gewonnen. Passt ins Bild – unsere Eishackler waren ja auch schon vorher bei den Tests gegen Augsburg, Hannover und Straubing bärenstark. Schön zu sehen für die Fans, die die Mission Oberhaus begleiten.

Wobei: Nicht alles ist eitel Sonnenschein. Das tz-Interview mit Oliver Wenner, Vorstand des Fanklubs "Der siebte Mann":

Wie ist Ihr Eindruck von der Mannschaft nach den Testspielen?

Wenner: Für den derzeitigen Standpunkt war das sehr akzeptabel. Es ist kein schlechtes Eishockey. Natürlich darf man nicht vergessen, dass unser Team mit 15 Akteuren aus der vergangenen Saison natürlich wesentlich eingespielter war als die ersten drei Gegner.

Auf alle Fälle herrscht im Bezug auf die Mannschaft ein positiver Grundtenor…

Wenner: Natürlich – und da spreche ich wirklich nicht für mich, sondern für den ganzen Fanklub. Wichtig ist nur, dass keiner aufgrund der Testspielergebnisse zu Fantasieren anfangen darf. Diese Gefahr besteht im Umfeld des EHC immer. Die Mannschaft wird in der Liga untendrin hängen.

Lassen Sie uns über Fan-Aktionen sprechen: Die Nordkurve ist berühmt für die Choreografien vor den Spielen…

Wenner: …und das wird sicherlich auch so bleiben.

Wie sieht es mit einer Aktion „Volle Hütte“ aus, die von Ihnen in der vergangenen Saison fast im Alleingang geplant und durchgezogen wurde und die dem Verein ein zusätzliches Plus in die Kasse gespült und Werbung gebracht hat?

Wenner: Das kommt für mich nicht mehr infrage. Dafür sind zu viele Dinge vorgefallen.

Es ist auffällig, dass die Farbe des Trikots schon in den Playoffs nicht mehr das berühmte Münchner Weiß-Blau war. Auch die Trikots in der aktuellen Pre-Season lassen das vermissen. Wird bei den Fans darüber diskutiert?

Wenner: Ja, natürlich. Da geht doch die ganze Identifikation mit dem Verein flöten. Und am Logo wird auch noch rumgebastelt. Das hat doch irgendwann nichts mehr mit dem EHC zu tun. Seit der Bayernliga stehen die Farben Weiß-Blau in München fürs Eishockey.

Das scheint eine Sache von Marketing und Merchandising zu sein…

Wenner: Richtig. Und dieses Problem kommt auf, wenn ich jedes Jahr jemand anderen diese Position übernehmen lasse. Denn der will immer seine eigene Duftmarke setzen. Vorschläge der Fans werden immer belächelt – obwohl die doch die Leute sind, die die Merchandising-Produkte kaufen.

mw

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