Nach erstem DEL-Tor

EHC-Youngster Pauli in Geberlaune

München - Im Eishockey ist es Tradition, den Puck vom ersten Erstliga-Tor mit vom Eis zu nehmen und aufzuheben. Der EHC-Youngster Andreas Pauli macht es nach seinem Debüt anders.

Gut, nicht immer bekommt das Sammlerstück eine so große Wertschätzung wie zum Beispiel einen Platz in einer Vitrine zugewiesen. Bei Klaus ­Kathan, der mittlerweile 221 DEL-Treffer markierte, liegt die Scheibe beispielsweise „irgendwo im Keller“. Aber aufheben – das ist für die meisten Spieler natürlich Pflicht. Andreas Pauli vom EHC RB München aber verschenkt die Scheibe.

Der 19-jährige Tölzer hat am vorigen Wochenende erstmals in der DEL getroffen. Noch liege der entsprechende Puck bei ihm zu Hause, erzählt er. Aber bald kriegt ihn Lenz Funk Senior. Der Mann hinter der Tölzer Ausbildungsschmiede „hat mir letztes Jahr viel geholfen und mit mir trainiert“, sagt Pauli. Also ist der Puck ein Geschenk aus Dank.

Auch der Reha-Abteilung ist er dankbar. Denn der Stürmer war vor gut zwei Wochen angeschlagen von der erfahrungsreichen U20-Weltmeisterschaft (die deutsche Mannschaft schaffte durch den Sieg beim Turnier der Division IA den direkten Wiederaufstieg in die Top-Division) zurückgekommen und rechnete eigentlich schon mit einer zweiwöchigen Pause. Doch die Reha schlug an und „ein Tölzer kennt keinen Schmerz“, sagt Pauli grinsend. So klappte es, an der Seite von Toni Ritter und Christian Wichert, doch mit dem ersten Treffer.

Pauli hofft, dass „der Knoten jetzt geplatzt ist“ und er öfter jubeln kann. „Eine brutale Erleichterung“ sei das Tor gewesen, sagt Pauli. „Ich habe mir davor viel Druck gemacht.“ Jetzt ist er locker. Über die anstehenden DEL-Spiele gegen Hannover (19.30 Uhr, Eishalle) und am Sonntag in Düsseldorf sagt er: „Ich freue mich drauf. Ich glaube, dass wir die zweimal weghauen.“

Der EHC liegt als Zwölfter hinter den Playoffrängen, Hannover als Achter ist nur vier Punkte voran. Manager Christian Winkler betont: „Es ist wichtig, dass wir an die Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen und uns diesmal belohnen.“ Statistisch gesehen bringen dem EHC drei eigene Tore den Sieg. Die Münchner verloren mit dieser Marke nur ein Spiel, gewannen aber auch nur einmal mit weniger Treffern.

Red Bull vermeldet den Einstieg beim EHC weiterhin noch nicht als perfekt. Vertreter der Stadt München besuchten laut Salzburger Nachrichten bereits die geplante Fußball- und Eishockey-Akademie in Liefering. Eine Gegeneinladung an Konzernvertreter soll erfolgt sein. Offenbar pokert RB mit der Trumpfkarte EHC und dem Drohszenario „Umzug nach Leipzig“ bei Verhandlungen zum geplanten Hallenneubau im Olympiapark, zu dem der Stadtrat erst noch zustimmen muss.

Martin Wimösterer

Rubriklistenbild: © sampics

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