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Martin Buchwieser am Boden.

DEL knallhart

Monster-Sperre für Buchwieser

München - Nationalspieler Martin Buchwieser vom EHC München ist vom Disziplinarausschuss der Deutschen Eishockey Liga (DEL) für acht Spiele gesperrt worden.

Am Mittwoch blickte der EHC RB München gespannt nach Köln, denn dort sitzt die DEL, die über Martin Buchwieser verhandelte. Der Stürmer war am Sonntag mit einer Matchstrafe vom Eis geflogen. Er hatte einen Linienrichter angerempelt, weil der ihn von einer Schlägerei abhalten wollte. Buchwieser muss jetzt acht Spiele zusehen, er kommt mit einem blauen Auge davon. Der Strafrahmen wäre bis zu sagenhaften 32 Spielen hoch gegangen! Der Disziplinarausschuss legt seit kurzem seine Urteilsbegründungen offen. Man sei damit „dem Wunsche der Fans und Clubs nach mehr Transparenz nachgekommen“, sagt Spielbetriebsleiter Jörg von Ameln auf Anfrage. Und es ist interessant zu erfahren, wie der Ausschuss Buchwiesers Acht-Spiele-Sperre begründet. In der Mitteilung heißt es, man sei „der Ansicht, dass der Tatbestand der IIHF Regel 550 (f) hier voll erfüllt ist“. Sprich: Absichtlicher Angriff auf einen Unparteiischen.

Zusätzlich muss Buchwieser 2400 Euro berappen. Für den EHC ist es die erste längere Sperre in seinen drei Jahren DEL. Christian Winkler fand, das getroffene Urteil „war zu erwarten“. Trotzdem hatte der EHC-Manager insgeheim auf ein geringeres Strafmaß gehofft, denn der EHC befindet sich im Saisonendspurt und liegt knapp hinter den Playoffplätzen. Vollgas ist jetzt Pflicht! Und Buchwieser ist nicht nur Kapitän, er ist auch Topschütze und -scorer des EHC – kurz, der beste Münchner Angreifer. Die Gegner fürchten seinen Schuss und seine immense Energie – die er nun falsch nutzte.

Winkler: „Die Sperre unseres Kapitäns trifft uns gerade in der jetzigen Phase brutal“. Erst am drittletzten Spieltag darf er wieder ran. Einem Zeitungsbericht zufolge soll der 23-Jährige sein Kapitänsamt verlieren – doch an diesem Gerücht ist nichts dran. Winkler zur tz: „Wir werden sicher nicht den Stab über ihm brechen. Martin ist jung und wird aus dieser Sache sicherlich die richtigen Schlüsse ziehen.“ Winkler hält seinen Werdenfelser Landsmann für einen „guten Kerl“.

Übrigens: EHC-Coach Pat Cortina vermeldete am Mittwoch in seiner Zweitfunktion als deutscher Bundestrainer den Kader für die Olympiaqualifikation in Bietigheim (7. bis 10. Februar). Buchwieser und der eben erst genesene Jochen Reimer sind nicht beziehungsweise auf Abruf nominiert. Als einziger EHCler steht damit Verteidiger Felix Petermann im Kader.

Martin Wimösterer

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