Claus Gröbner
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Claus Gröbner muss gehen

Offizieller Einstieg am Mittwoch

Red Bull kommt, Gröbner muss gehen

München - Ab Mittwoch zählt der EHC RB München offiziell zum Red-Bull-Imperium. Der Großteil der bestehenden Verträge läuft weiter, doch für Wirtschaftsboss Claus Gröbner ist Schluss.

Für die Fans wird der Feiertag am Mittwoch ein Feier-Tag: Denn dann gehört der EHC München auch offiziell zum Imperium des Red-Bull-Konzerns. Das verheißt eine erfolgreiche Zukunft. Am Erfolgsteam wird derzeit heftig gebastelt, Stars wie Alex Barta werden für München aufs Eis gehen. Den Kader stellt weiter Christian Winkler zusammen: Er bleibt in der Geschäftsführung und „wird weiterhin die Verhandlungen mit Spielern führen“, heißt es.

Ob aber Pierre Page im Hintergrund die Fäden zieht? Wie die weitere Besetzung der Schlüsselpositionen aussieht und wer Trainer wird, dazu sagt Red Bull noch nichts. Bekannt ist derzeit nur: Nicht jeder der Mitarbeiter wird unter dem neuen Eigentümer auch weiterarbeiten. Auf Anfrage schreibt der EHC Red Bull, „der Großteil der laufenden Verträge“ habe „weiterhin Bestand“, wie etwa der von Stadion­sprecher Stefan Schneider.

Doch bitter trifft es Claus Gröbner: Der Wirtschaftsboss muss zum Monatsende gehen. Der Allgäuer hat sich wenig vorzuwerfen, führte die Geschäftsstelle mit strenger Hand. Trotz massiver Sparmaßnahmen nach der Quasi-Insolvenz vor einem Jahr verzeichnete sein Team abseits des Eises Achtungserfolge. Der Klub war wieder ehrlicher zu sich und seinen Fans. Und weil die Cracks auf dem Eis auch immer alles gaben, belohnten das die Fans mit unerwartet gutem Stadionbesuch.

Weitere Infos: Das Sommertraining werde in München und Salzburg „in Kombination mit Heimtrainings“ stattfinden. Zu Terminen wie Trainingsstart, Turnieren und Testspielen gab es keine Angaben. Mit wem der EHC kooperieren wird, stehe noch nicht fest. „Für den EHC Red Bull München ist eine nachhaltige Nachwuchsarbeit sehr wichtig. Es werden derzeit mehrere Optionen geprüft.“

Auch rund um die Hallensituation äußerte sich der EHC Red Bull ausweichend, es seien „punktuelle Veränderungen in der Eishalle“ geplant, zum Beispiel der extra VIP-Raum. Gespräche mit bestehenden und möglichen neuen Sponsoren „über die zukünftigen Möglichkeiten einer Zusammenarbeit“ laufen, teilt der EHC RB auf Anfrage mit. Am Standort Salzburg ist alles stark auf den Eigentümer zugeschnitten. Wer ko, der ko.

Die Red Bull GmbH hat ihren Umsatz von 4,9 Milliarden Euro in den letzten zehn Jahren vervierfacht. Im Schnitt erwirtschaftet jeder der 9000 Mitarbeiter eine halbe Million Euro! Da ist der Etat eines DEL-Klubs (ein- bis niedrige zweistellige Millionenbeträge) ein kleiner Bilanzposten. Das Kerngeschäft des Konzerns liegt im Getränke- und Medienbereich. Red Bull gibt sich gerne jung und schön, sponsert entsprechend moderne, hippe oder abenteuerlustige Sport- und Kulturschaffende. Auch ein Formel-1-Team beitreiben die Salzburger. Nun gehört auch der EHC München zu diesem Imperium.

wim

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