Garmisch-Partenkirchen - SC Riessersee fertigt Kaufbeuren mit 6:3 ab - David Appel an allen sechs Toren beteiligt

Kaufbeuren im Sack hatten die Riesserseer gestern Abend: Greg Collins lässt dem Kaufbeurer Mark Soares in dieser Szene kaum Luft zum Atmen. foto: Sehr
Da waren die Fans gespannt: Was hatten Lubor Dibelka und David Appel wohl vor? Sie knieten sich aufs Eis, zogen ihren Schlittschuhe aus, steckten sie auf ihre Schläger und marschierten wie zwei der sieben Zwerge winkend vom Eis. Ein netter Gag, den sich die beiden Tschechen da hatten einfallen lassen. Sie waren mal wieder - gemeinsam mit Torhüter Hardi Wild - die zentralen Figuren in einem packenden bayerischen Duell gestern Abend im Olympia-Eissportzentrum gewesen: Der SC Riessersee entzauberte den Tabellenfünften der 2. Eishockey-Bundesliga, den ESV Kaufbeuren, und feierte einen triumphalen 6:3-Erfolg.
Es waren die so genannten Special Teams, die Über- und Unterzahlformationen der beiden Teams, die diese Begegnung entschieden: So sah es auch SCR-Trainer Zdenek Travnicek: „Beides hat bei uns sehr gut funktioniert.“ Darin erkannte er auch den Unterschied zur Partie in Hannover zwei Tage zuvor. „Da waren wir zu passiv in Unterzahl und haben dadurch verloren.“ Gestern zeigte der SCR, warum er statistisch das beste Team der Liga ist, wenn er mit weniger Spielern als der Kontrahent auf dem Eis steht. In den wichtigen Phasen des Spiels ließen sich die Gastgeber nicht überwinden. Wild als überragender Rückhalt im Tor, davor eine Mannschaft, die um jeden Zentimeter Eis kämpfte. „Riessersee hat auch nicht mehr zugelassen“, lobte selbst Kaufbeuren Coach Ken Latta die Gastgeber.
Die hatten im ersten Abschnitt allerdings auch ein wenig das Glück auf ihrer Seite. Kaufbeuren besaß die besseren Chancen, doch an Wild gab es kein Vorbeikommen. Und die erste Unachtsamkeit der Gäste nutzten die Riesserseer dann gleich eiskalt: Appel mit der Rückhand auf Dibelka, der netzte ein.
Die Null hinten hätte Travnicek gerne gehalten. „Das wären wir auch Hardi Wild mal schuldig.“ Doch ein bisschen schlich sich der Schlendrian ein mit dem großen Vorsprung im Nacken. Wer will’s dem SCR verübeln. Auf 3:6 verkürzten die Kaufbeurer noch, doch gefährlich wurde es nicht mehr. Greg Collins hatte nach erneut traumhaften Zuspiel von Dibelka noch den sechsten Treffer für den SCR erzielt.
Die Arbeit war getan, und so konnten auch die beiden tschechischen Topscorer vergnügt vom Eis marschieren. (cf)



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