Bad Tölz - Erst lustlos, dann in Torlaune: Die Tölzer Löwen schlagen den EV Füssen 8:2. Nach einem so klaren Sieg sah es zunächst nicht aus. Außerdem: Verletzungen trüben die Freude.

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Einer von acht Torschützen: Hannes Sedlmayr (re.) erzielt den ersten Tölzer Treffer. Auch Leo Pföderl (li.) und Christoph Fischhaber (hinten) tragen sich später beim 8:2-Sieg gegen den EV Füssen in die Liste ein.
Toreschießen wirkt Wunder: Schienen die Löwen zu Beginn der Partie gestern Abend noch etwas lustlos, hielt mit jedem Treffer beim 8:2-Sieg über den EV Füssen ein Stück mehr Spielfreude Einzug. Nach Rückstand im ersten Drittel drehte Tölz das Spiel im zweiten Abschnitt, den sie mit 4:0 für sich entschieden. „Diese 20 Minuten waren entscheidend“, sagt Löwen-Trainer Florian Funk. „Wir haben nicht gut gespielt, aber plötzlich vier Tore geschossen.“ Füssen, vielleicht auch ein wenig geschockt unter dem Eindruck des Herzinfarkts, den EVF-Geschäftsführer Jürg Tiedke am Wochenende erlitt, hatte dem wachsenden Tölzer Sturmdrang am Ende fast gar nichts mehr entgegenzusetzen. Den 14 Spielern ging irgendwann die Luft aus. „Unser Kader ist zu klein für die Oberliga“, sagt EVF-Trainer Georg Holzmann.
Das sah anfangs noch ganz anders aus. Die Löwen wirkten so, als hätten sie die Niederlage in Peiting nicht verwunden und Platz eins zum Ende der Vorrunde endgültig abgehakt. Es schien, als wären sie nicht auf dem Eis, sondern warteten nur noch auf den Start der Play-offs. Zudem fehlten ihnen Topscorer Yanick Dubè (Infekt), Florian Strobl (dritter Zehner), Yasin Ehliz (leichte Gehirnerschütterung), Martin Leismüller und Verteidiger Pascal Sternkopf.
Dann kam es zur Entdeckung der Spielfreude: Ein schöner Pass von Sedlmayr auf Lindlbauer, der vollstreckte, die Löwen gingen erstmals in Führung. Spaß war auch Markus Ritschel anzusehen, nachdem er bei einem Alleingang zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Penalty zimmerte er humorlos unter die Latte. Mit dem schnörkellosen Abschluss hatte EVF-Keeper André Irrgang überhaupt nicht gerechnet. Ritschel war’s egal, 4:2. Leo Pföderl erhöhte noch vor der Pause, das Spiel war entschieden.
Weniger erfreulich für die Tölzer: Es gab weitere personelle Ausfälle: Marco Pfleger und Dennis Neal krachten zusammen. Erste Diagnose: leichte Gehirnerschütterung, beide nahmen auf der Tribüne neben Strobl und Sternkopf Platz. Dazu gesellte sich Andreas Pfaff, der in die Bande gekracht war. Andreas Pauli bekam einen Schuss auf den Oberschenkel ab, konnte aber im Schlussdrittel weiterspielen.
Jetzt waren es die Allgäuer, denen die Unlust anzusehen war. Die Gäste stellten jeglichen Widerstand ein, zum Teil waren sie mit den Kräften am Ende. Die Löwen trafen fast nach Belieben. Thomas Merl, Michael Fischer erhöhten, sogar Verteidiger Andreas Andrä brachte die Scheibe unter: Zum ersten Mal seit 2009 wieder. Bester Beweis für die Tölzer Torlaune.
(Nick Scheder)



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