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SC Riessersee: Der sportliche Kehraus

Der sportliche Kehraus

Garmisch-Partenkirchen - Der SC Riessersee hat beim 0:2 im Kellerduell gegen die Dresdner Eislöwen eine indiskutable Leistung gezeigt - damit sind die Playoffs dahin.

© Sehr

Einziger im Normalform: SCR-Torwart Harti Wild kann trotz mehrerer Glanztaten die Niederlage gegen Dresden nicht verhindern.

Das war’s mit den Playoffs – endgültig. Der SC Riessersee spielt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Abstiegsrunde. Und das geht nach der gestrigen 0:2-Niederlage gegen die Dresdner Eislöwen völlig in Ordnung. In dieser Verfassung, in der sich die Mannschaft präsentierte, hat sie auch im Konzert der besten acht Mannschaften der 2. Eishockey-Bundesliga nichts zu suchen.

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Das Spiel erfüllte alle Erwartungen, die man an eine Begegnung des Tabellenvorletzten gegen das Schlusslicht der 2. Eishockey-Bundesliga stellt. Der SC Riessersee gegen die Dresdner Eislöwen – das war Elend gegen Not, Kampf und Krampf. Dass beide Mannschaften zu Recht so tief im Keller stehen, machte diese Begegnung deutlich. Kein Tempo, eine Orgie an Fehlpässen und spielerischen Unzulänglichkeiten vergällten den 1122 Zuschauern, die sich am Faschingsdienstag Spaß und gute Laune erwartet hatten, die Freude. Es war eben der sportliche Kehraus. Dabei hatten Riessersees Manager Ralph Bader und SCR-Trainer Zdenek Travnicek versucht, jeden Druck von der Mannschaft zu nehmen und das Erreichen der Playoffs als Ziel abgeschrieben. Man wolle den Druck von der Mannschaft lautete der Tenor. Und was gegen Hannover und Kaufbeuren geklappt hatte, sollte sich fortsetzen. Doch auch ohne Druck sind die SCR-Profis nicht in der Lage, konstante Leistungen zu bringen. 40 Minuten boten sie durch die Bank – einzige Ausnahme Torwart Harti Wild – eine indiskutable Vorstellung. Ganz besonders deutlich war die schlechte körperliche und spielerische Verfassung am Beispiel Lubor Dibelka. Dem Topscorer der 2. Liga gelang nichts, aber auch schon rein gar nichts. Dabei hätte der Außenstürmer, der auf der Wunschliste mehrerer Erstligaclubs stehen soll, dem Spiel eine andere Richtung geben können, wenn er in der 14. Minute einen Alleingang erfolgreich abgeschlossen hätte.

Riessersee hatte nach einem grausigen ersten Drittel im zweiten Abschnitt zwar durch Justin Zilla, Tim Richter und David Appel ein Übergwicht an Chancen, die Tore gelangen aber den Dresdnern, die seit zehn Tagen kein Spiel mehr bestritten hatten. Als sich der SCR in Überzahl befand, leistete sich Florian Vollmer einen kapitalen Fehlpass, den Dresdens Patrick Jarrett per Break zum 1:0 nützte (38.). Und dem Schlechten nicht genug: Sieben Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels besorgte Dominik Hammer, ebenfalls nach einer schönen Einzelleistung, das 2:0 für die Gäste.

Die Riesserseer kamen etwas entschlossener aus der Kabine, doch das Bemühen allein reichte nicht, die Dresdner Eislöwen in echte Bedrängnis zu. Und auch dieses Drittel machte deutlich, dass beim SC Riessersee zu viele Spieler limitiert in ihren Möglichkeiten sind, die in dieser Phase der Saison mit Kampfgeist und Einsatzwillen nicht mehr zu kompensieren sind, weil der hohe Aufwand im bisherigen Saisonverlauf zu viel Kraft gekostet hat.

Das Treiben seiner Angestellten dürfte Manager Bader ganz und gar nicht gefallen haben. Hatte er sich doch einen Sieg erhofft und damit Werbung in eigener Sache für das Oberbayern-Derby am Freitag gegen die Starbulls Rosenheim. Die ist gründlich misslungen.

Peter Reinbold

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