Vor 3.451 Zuschauern im Kathrein-Stadion setzten sich die Rosenheimer Eishockeyspieler letztlich mit 3:1 (2:0, 0:1, 1:0) gegen ihren Erzrivalen aus Landshut durch und feierten damit den zweiten Sieg in der Best of Seven-Serie. Es war ein „typisches“ Play Off-Spiel mit jeder Menge Spannung, phasenweise viel Hektik und einer Gäste-Truppe, die bis zum Schluss anrannte, ehe das Empty Net Goal von Matt Caruana die Starbulls erlöste. Starbulls-Coach Franz Steer fand hinterher (fast) nur lobende Worte für seine Mannschaft: „Pasi Häkkinen hat hervorragend gehalten und meine Mannschaft hat überragend gekämpft!“
Starker SBR-Endspurt im ersten Drittel
Das taten die Grün-Weißen bereits im Auftaktdrittel, wo sich gleich ein intensives Spiel mit Chancen auf beiden Seiten entwickelte. Im „Schlussspurt“ hatten aber die Hausherren die Nase vorn: Nach einem Schuss im Powerplay musste EVL-Goalie Timo Pielmeier eingreifen. Von seinem Schoner prallte der Puck zu Andrej Strahkov, der aus halblinker Position sofort abzog und die Scheibe zum 1:0 in die Maschen donnerte (20.). Und zwei Sekunden vor der ersten Sirene sollte es noch besser kommen, als Norman Hauner nach Vorarbeit von Michi Baindl und Ryan del Monte den zweiten Starbulls-Treffer nachlegte.
Auch im letzten Drittel gaben sich die Gäste noch nicht geschlagen. Sie drückten mit Vehemenz, doch die Starbulls arbeiteten in der Defensive nun wieder sehr konsequent und ließen kaum noch richtig gute Landshuter Möglichkeiten zu. Genau aus diesem Grund verdienten sie sich diesen zweiten Erfolg auch, den Matt Caruana in der Schlussminute mit einem Schuss ins inzwischen verwaiste Gästegehäuse sicherstellte.
Ehrenberger greift Schiri und del Monte an
Der richtige Eklat folgte aber erst hinterher bei der Pressekonferenz. Nachdem Gästecoach Jiri Ehrenberger zunächst kurz das Spiel analysiert hatte („Die zwei Tore kurz vor der ersten Pause haben weh getan. Sonst hat meine Mannschaft gut gespielt. Ab dem zweiten Drittel war dann viel Hektik im Spiel!“), lederte er gegen Schiedsrichter Carsten Lenhart: „Er hat vieles nicht gesehen und oft beide Augen zugedrückt!“ Dann nahm sich der Tscheche Ryan del Monte vor: „Da erwarte ich mir eine dicke Sperre, so etwas macht das Eishockey kaputt!“ Weil es bei Ehrenbergers Ausführungen – unabhängig von dessen „Hintergedanken“ – immer wieder Zwischenrufe gab – auch von der Rosenheimer Vorstandschaft – verließ schließlich die komplette Landshuter Delegation den VIP-Raum. Da war die Pressekonferenz längst noch nicht beendet.
Deswegen musste Steer anschließend sein Statement zur del Monte-Aktion ohne Landshuter Zuhörer abgeben: „Es war ein Foul, keine Frage. Aber das ist Play Off-Eishockey, da passieren auch mal härtere Fouls. Ich will das jetzt allerdings nicht schön reden und werde deswegen auch mit dem Spieler sprechen“, so Steer, der sich mit seiner Truppe am Sonntag am Gutenbergweg nicht nur wegen dieses Fouls auf einen heißen Tanz einstellen muss. Ab 18 Uhr werden die Cannibals verbissen kämpfen, um nicht auch das dritte Spiel der Serie zu verlieren. Außerdem wird sich zeigen, in wie weit sich die Referees von den Aussagen von Landshuter Seite beeinflussen lassen. Fest steht jedenfalls, dass seit gestern abend in der Serie so richtig Pfeffer drin ist!
Video: Die Pressekonferenz nach Spiel 2
Das Spiel in der Statistik:
Starbulls Rosenheim - Landshut Cannibals 3:1 (2:0, 0:1, 1:0)
Tore: 1:0 (20.) Andrej Strahkov (Stephan Gottwald, Bryan Schmidt – Überzahl-Tor), 2:0 (20.) Norman Hauner (Michael Baindl, Ryan del Monte), 2:1 (26.) Jaroslav Kracik (Marco Schütz – Überzahl-Tor), 3:1 (60.) Matthew Caruana (Gregory Squires, Michael Fröhlich – ENG).
Schiedsrichter: Carsten Lenhart (Kassel).
Strafen: Rosenheim 19 plus Spieldauerstrafe für Ryan del Monte – Landshut 8.
Zuschauer: 3.451.
redro24/mw








