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EHC München startet in die DEL-Vorbereitung  

EHC startet in DEL: Mit Kämpferherz auf Neuland

München – Christian Winkler macht eine bedeutungsschwere Pause. Schon eine Weile hat der Manager des EHC München geredet, während sich hinter ihm der Kader dem obligatorischen Laktattest unterzog. Doch was er jetzt sagt, soll auf jeden Fall ankommen: „Wichtig ist, dass alle immer realistisch bleiben.“

© sampics

Ist ganz Ohr: Neuzugang Ryan Ready beim Laktattest.

Es wird der Leitsatz sein, unter dem die Münchner das Projekt DEL angehen. Gestern hat es mit dem Trainingsauftakt offiziell begonnen.

Wenn in gut fünf Wochen die Saison in Deutschlands höchster Eishockey-Spielklasse startet, dann „betreten wir absolutes Neuland“, betont Winkler. Bei Trainer Pat Cortina ist die Freude darüber groß. „Es ist noch nicht lange her, da wusste ich nicht, ob ich heute hier sein werde“, sagt der Italo-Kanadier in Anspielung auf das lange schwebende Lizenzverfahren. Die endgültige Starterlaubnis gab es erst vor vier Wochen.

Laktattest beim EHC München

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Entsprechend groß war dann der Zeitdruck bei der Zusammenstellung des Kaders. 15 Akteure aus der Aufstiegsmannschaft wurden gehalten – und verstärkt mit acht Neuzugängen. „Wir haben uns Leute gesucht, die über ihren inneren Schweinehund gehen und das Kämpferherz am rechten Fleck haben“, beschreibt Winkler das Beuteschema. Gleichzeitig galt es, das entstandene Vakuum an Führungsspielern zu schließen.

Vor allem durch die Verpflichtungen von Stürmer Ryan Ready und Verteidiger Stéphane Julien glaubt Pat Cortina, das getan zu haben; die beiden Kanadier bringen eine große Portion DEL-Erfahrung mit und sollen das Zepter in die Hand nehmen. „Vorher aber“, weiß der Coach, „müssen sie sich in der Kabine durchsetzen.“ Damit steht der EHC vor einer doppelten Gewöhnungsphase: Die Spieler aus dem Aufstiegsteam müssen sich in der neuen Liga zurechtfinden – und die DEL-Erfahrenen im neuen Umfeld.

Vor allem im mentalen Bereich sieht Pat Cortina sein Team gefordert. Für DEL-tauglich hält er es durchaus, die Frage ist aber: „Können wir das täglich abrufen?“ Ferner will er Qualitätsdefizite durch intensivere Vorbereitung in Training und Scouting wettmachen. „Vom Talent her sind wir bestenfalls durchschnittlich“, sagt er und wagt eine Parallele: „Wenn dir für ein neues Haus das Geld fehlt, musst Du eben versuchen, das alte in Schuss zu halten.“ Helfen soll ihm dabei mit Maurizio Mansi ein zweiter Co-Trainer.

Am kommenden Montag wird die Mannschaft erstmals das Eis betreten. Ab dem 6. August finden im Zwei-Tages-Rhythmus drei Vorbereitungsspiele statt: Erst kommen die Augsburger Panther, dann die Hannover Scorpions und schließlich die Straubing Tigers (Tickets über die kostenpflichtige Hotline 0180/ 54 81 81 7).

Der Dauerkartenverkauf, der ab sofort in die heiße Phase geht, gibt laut Winkler Grund zur Hoffnung, dass München sich als Eishockey-Standort etabliert. Mangelnder Zuschauerzuspruch war 2002 einer der Hauptgründe für den Umzug der Munich Baros nach Hamburg. Bewusst kalkuliert Winkler konservativ mit einem Schnitt von 2 400 Zuschauern – und gelobt „ehrliche Mannschaftsleitungen“. Ob die für den Klassenerhalt reichen? „Das kann ich keinem versprechen.“ Man macht sich nichts vor beim EHC.

Christoph Fuchs

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