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Eishockey: SC Riessersee unterliegt Schwenningen nach Penaltyschießen

Stolz auch auf einen Punkt

Garmisch-Partenkirchen - SC Riessersee beendet großartiges Jahr 2011 mit knapper Niederlage, die gegen Schwenningen kein Beinbruch ist

Kämpfen bis zum Umfallen: Maxi Kastner bot eine bärenstarke Vorstellung, auch gegen zwei Schwenninger. foto: Sehr

Kämpfen bis zum Umfallen: Maxi Kastner bot eine bärenstarke Vorstellung, auch gegen zwei Schwenninger. foto: Sehr

Es war das perfekte Finale für ein grandioses Eishockeyspiel: Penaltyschießen, und das vor der Rekordkulisse von 3048 Zuschauer. Was will man mehr. Dass am Ende nur der Schwenninger Brock Hooton traf und den Gästen den Zusatzpunkt zum 4:3 sicherte, musste die Riesserseer nicht groß ärgern: Sie konnten stolz sein auf das Geleistete, dem großen Topfavoriten Schwenningen, der nun auf der Überholspur durch die 2. Bundesliga spurtet, einen Punkt abgeknöpft zu haben. Klar wäre auch ein Sieg drin gewesen bei einer besseren Chancenverwertung, doch die Begegnung machte Appetit auf mehr im neuen Jahr 2012.

Die Riesserseer waren heiß auf Schwenningen, auf eine Revanche für die bittere 3:9-Klatsche. Doch bevor die Mission begann, gab es zunächst neue Hiobsbotschaften: Neben Martin Pfohmann und Michael Rimbeck meldeten sich auch Tim Richter, Florian Vollmer und Marcus Weber ab. Ein kompletter Block weniger. Doch der weiß-blaue Rest kämpfte aufopferungsvoll. Verteidiger Tim Katzer bot Trainer Zdenek Travnicek im dritten Sturm neben Benjamin Barz und Maxi Kastner auf, Tobias Biersack übernahm die Position als Mittelstürmer zwischen Tim Regan und Justin Zilla. Und das funktionierte wunderbar.

Riessersee rackerte unermüdlich, die Spieler liefen sich die Seele aus dem Leib. Der Gegner wirkte erst etwas schwerfällig. Die Klasse blitzte aber schon auch auf. Sonst hätten die Hausherren wohl nicht so viele Strafzeiten ziehen müssen. Doch das Powerplay offenbarte sich als größte Schwäche der Gäste.

Durch die Überzahlspiele gehörte den Schwenningern die Anfangsphase. Doch als der SCR nach gut sechs Minuten endlich komplett agieren konnte, ging es sofort in die andere Richtung: Lubor Dibelka und David Appel prüften Goalie Sinisa Martinovic, der nicht den sichersten Eindruck hinterließ. Auch nicht beim 1:0 der Gastgeber. Maxi Kastner, der ein großes Spiel lieferte, erkannte blitzschnell, dass ihm der Verteidiger zu viel Raum ließ, zog vors Tor und schoss, Barz verwertete den Abstauber eiskalt.

Nun drückten auch die Schwenninger ein wenig aufs Gaspedal und erarbeiteten sich Möglichkeiten. Doch auf Torhüter Hardi Wild war wie immer Verlass. Beim 1:1 war er machtlos: Philipp Schlager traf verdeckt. Dass jeder Schuss gefährlich ist, bewies Oldie Regan. Der startete einen Konter, schloss gleich selbst ab und überraschte Martinovic mit dem 2:1.

Im zweiten Drittel gab dann zunächst der SCR das Tempo vor. Kastner zog aus zentraler Position ab, Regan, tauchte gefährlich vor dem Tor auf. Sogar die neuerlichen Unterzahlspiele überstand der SCR bravourös. Und dann zog Appel einfach aus spitzem Winkel ab, Martinovic war noch im anderen Eck, so schlug die Scheibe ein. 3:1 - das sah gut aus und war auch verdient, weil die Riesserseer bissiger waren, mehr Kampfgeist zeigten. Dass die Schwenninger noch einmal ins Spiel kamen, lag an einem Glücksschuss von Radek Krestan. Der feuerte in Überzahl von der Bande, traf den linken Innenpfosten und verkürzte auf 2:3.

Der Schlussabschnitt war am Dramatik nicht zu überbieten. Zunächst gleich die große Chance für den SCR: Zwei Mann mehr auf dem Eis für 75 Sekunden - doch die Scheibe wollte nicht ins Tor. Dann lief Appel allein auf das Gehäuse - wieder nichts. Nun wurde die Partie ein offener Schlagabtausch. Auch Schwenningen wollte nicht mit leeren Händen heimfahren. Es war eine packende Begegnung. Nach 54 Minuten waren die Gäste dann etwas abgebrühter als der SCR: Marc Wittfoth nutzte eine Lücke und hämmerte die Scheibe zum Ausgleich ins Netz.

Schwenningen erhöhte noch einmal das Tempo. Glück dann für den SCR, dass Peter Boon eine Scheibe 30 Sekunden vor Schluss nur ans Lattenkreuz abfälschte. Ein Remis, auf das beide Mannschaften stolz sein konnten. Einen Sieger hätte dieses Zweitliga-Topspiel eigentlich nicht gebraucht. (cf)

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