In allen Lagen gekämpft: Der TEV Miesbach (am Boden Andreas Baumer) stemmte sind mit aller Macht gegen die Niederlage in Sonthofen. Genug Chancen zur Überraschung waren vorhanden, wurden aber nicht genutzt. Foto: christoph Specht

Die Chancen waren da

Miesbach - Beim 3:6 in Sonthofen bringt der TEV Miesbach den Spitzenreiter in Bedrängnis, schafft aber keine Überraschung.

„Eigentlich wäre Sonthofen diesmal reif gewesen“, findet Markus Wieland. Auch einen Tag nach dem 3:6 seines TEV Miesbach beim unangefochtenen Tabellenführer der Zwischenrundengruppe A der Eishockey-Bayernliga hat der Trainer die Niederlage noch nicht verarbeitet. Denn es wäre weitaus mehr möglich gewesen.

Nicht einen einzigen Gegentreffer hatten die Bulls bis zu dieser Partie vor den heimischen Fans kassiert. Entsprechend waren die Miesbacher als krasser Außenseiter angetreten, zumal auch noch Tobias Sterba, Markus Busch und Stefan Rohm verletzungsbedingt fehlten. Doch sie kämpften verbissen um die Überraschung, nachdem am Freitag das wichtige Heimspiel gegen Pfaffenhofen mit 1:3 verloren gegangen war. „Es ist wirklich schade, denn es wäre etwas drin gewesen“, sagt Wieland. „Die Chancen waren da, auch wenn man in Sonthofen durchaus verlieren kann.“

Vor dem Spiel hatte er seinen Schützlingen noch eingetrichtert, unbedingt Strafen zu vermeiden, weil Sonthofen über ein sehr effektives Powerplay verfügt. Dann allerdings kassierten die Gäste alleine im ersten Drittel sechs Strafzeiten, am Ende waren es neun. Die ersten beiden Unterzahlspiele überstand der TEV noch unbeschadet. Dann fiel das 1:0 für die Allgäuer, doch Sebastian Deml glich postwendend aus. Auch im Anschluss riss die Strafzeitenflut nicht ab. Als dann Andreas Veicht und Max Schlosser zeitgleich draußen saßen schlugen die Hausherren in doppelter Überzahl erneut zu und legten beim nächsten Powerplay gleich noch das 3:1 nach. „Da wir so oft mit einem Mann weniger auf dem Eis standen, habe ich eigentlich schon gedacht, dass wir mit einem blauen Auge in die Kabine kommen“, sagt Wieland. Da hatte er sich aber getäuscht: Zwei Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts fing sich sein Team ein weiteres unglückliches Gegentor zum 1:4.

Doch statt sich ihrem Schicksal zu ergeben, rappelten sich die Kreisstädter in der Pause noch einmal auf. Alan Reader in Überzahl und Dennis Martindale brachten die Gäste auf 3:4 heran und sorgten noch einmal für Spannung. „Dann haben wir aber beim nächsten Wechsel gleich das 5:3 kassiert, obwohl es keine zwei Minuten mehr bis zur Pause gewesen wären“, ärgert sich Wieland. So also musste der TEV im letzten Drittel einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Wieland stellte um, beorderte die Stürmer Alan Reader und Florian Zeller in die Abwehr und agierte nur noch mit zwei Angriffsreihen, um mehr Druck zu erzeugen. Doch daraus wurde nichts mehr. Obwohl die Chancen durchaus vorhanden waren, fielen keine weiteren Tore für den TEV. Sonthofen machten hingegen mit dem 6:3 den Sack endgültig zu.

„Wir waren wieder einmal nicht clever genug. Schlecht gespielt haben wir nicht, aber wir haben leider keinen einzigen Knipser in der Mannschaft“, resümiert der TEV-Coach. Obwohl die Miesbacher nach der dritten Niederlage in Folge mit nur drei Zählern bereits sechs Punkte hinter dem Tabellenzweiten aus Pfaffenhofen liegen, will Wieland den Halbfinaleinzug noch nicht abschreiben. „Am letzten Spieltag der Vorrunde hat auch keiner mehr damit gerechnet, dass wir noch in die Zwischenrunde gekommen“, betont er. „Noch ist alles möglich. Pfaffenhofen hat noch schwere Spiele, und wir können dort auch noch auswärts gewinnen.“ Dafür muss der Puck aber ins Tor. (ts)

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