Jeder muss sein Ego zurückstellen

Miesbach - Vor dem Auswärtsspiel bei Spitzenreiter Sonthofen mahnt Miesbachs Trainer Wieland sein Team zu Geschlossenheit.

- Betrachtet man die nackten Zahlen, so erwartet den TEV Miesbach am heutigen Freitag ein aussichtsloses Unterfangen. Die Mannschaft ist beim ERC Sonthofen zu Gast. Die Allgäuer sind das unangefochtene Top-Team der Bayernliga. Vor heimischer Kulisse holten die Bulls bisher 31 von 33 möglichen Punkten, alles andere als eine klare Niederlage wäre eine faustdicke Überraschung. „Nach sechs Spielen als Favorit sind wir jetzt endlich einmal in der Außenseiterrolle und haben nichts zu verlieren“, sagt TEV-Trainer Markus Wieland. „Der Kader ist wieder einmal klein, aber wir können befreit aufspielen.“

Es gehört wohl einfach zu seinen Aufgaben als Verantwortlicher, positiv zu denken und auf einen Punktgewinn zu hoffen. Diesen hätte der TEV freilich bitter nötig. Denn bei vier Punkten Vorsprung auf Platz elf und noch drei ausstehenden Spielen wackelt der Einzug in die Zwischenrunde bedrohlich. Für Wieland ist die Aufgabe seines Teams in Sonthofen alles andere als aussichtslos. Dass die Miesbacher auch gegen die stärksten Mannschaften der Liga mithalten können, bewiesen sie beispielsweise bei der 3:4-Penaltyniederlage gegen Bayreuth. Doch dazu müsste schon jeder Einzelne zu Bestform auflaufen, und das gelang in letzter Zeit nur selten. „Alle wissen, um was es geht und was verlangt wird“, betont der Coach. „Jeder Spieler muss sein Ego zurückstellen. Wir müssen als Team auftreten.“

Da kommt es Wieland vielleicht gar nicht so ungelegen, dass er wieder einmal improvisieren muss. „Das sind wir ja schon gewohnt.“ Neben den Abgängen von Marinus Kritzenberger und Robin Marek (siehe Kasten) wird auch Stefan Rohm fehlen, der sich einen Nerv eingeklemmt hat. Selbiges Problem hat Keeper Florian Lachauer auskuriert, dafür zwingt ihn ein grippaler Infekt ins Bett. Auch Adrian Albanese (Leistenprobleme) kann noch nicht spielen. „Dafür werde ich einige Junioren einbauen. Wen ich aber genau mitnehme, entscheide ich erst nach dem Abschlusstraining.“

Nach einem Spiel Pause wird zudem Florian Zeller wieder mit von der Partie sein. Nach seinem unnötigen Foul gegen Dorfen, das unter anderem die Niederlage einleitete, wurde der Stürmer diese Woche zum Rapport bestellt. Der Sportliche Leiter Stefan Moser und Wieland bläuten dem Angreifer ein, was sie von ihm erwarten. „Er muss mit gutem Beispiel vorangehen, bei seinem Talent ist viel mehr möglich“, sagt Wieland.

Taktisch sind die Möglichkeiten gegen Sonthofen ohnehin begrenzt. Die Defensive hat gegen die mit 152 Toren stärkste Offensive der Liga - im Schnitt sieben pro Spiel - erste Priorität. „Wir wollen trotzdem bestehen“, betont Wieland. „Deshalb müssen wir unsere Chancen konsequent nutzen.“ (ts)

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