Miesbach - Für den TEV Miesbach war es das wichtigste Spiel der bisherigen Saison: das Gastspiel bei den Bayreuth Tigers. Die Gäste brauchten dringend einen Punkt, um weiterhin alle Chancen auf den Einzug in die Zwischenrunde zu haben. Mit dabei: ein Bus voller Eishockey-Fans, um das Team zu unterstützen. Die Mannschaft beteiligte sich sogar an den Kosten für die Fahrt. Ein Stimmungsbericht:
15 Uhr: 37 TEV-Fans haben sich für die Busfahrt angemeldet. Am Miesbacher Eisstadion werden noch Trommel, Fahnen und Trikots eingeladen, dann beginnt die Fahrt in die Wagnerstadt. Die Spieler sind bereits 30 Minuten früher in einem separaten Bus aufgebrochen. 18 Uhr: 70 Kilometer sind es noch nach Bayreuth, letzte Raucherpause. Die Stimmung ist gut, im Bus werden erste Fangesänge angestimmt. 18.45 Uhr: Nach einigen Irrwegen durch Bayreuth kommt der Tross am Stadion an. Die Fahnen werden gehisst, die Trommel befestigt, nach einer letzten Stärkung am Verpflegungsstand kann es losgehen. 19.30 Uhr: Bereits beim Warmmachen werden im eiskalten Tigerkäfig die Gesänge angestimmt. Die TEV-Anhänger sind optimistisch, schließlich geht es für die Bayreuther um nichts mehr. 20 Uhr: Das Spiel beginnt, die Unterstützung von den Rängen ist da, allerdings brauchen die Miesbacher ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden. Es ist eine umkämpfte Begegnung mit Chancen auf beiden Seiten. Die besseren Möglichkeiten gibt es für die Bayreuther, der Führungstreffer in der achten Minute ist verdient. Doch noch überwiegt der Optimismus in den Reihen der Miesbacher. Schließlich steht es bei den direkten Konkurrenten aus Lindau und Höchstadt nach dem ersten Drittel Unentschieden. Und die Bayreuther machen den TEV-Fans in der Pause Hoffnungen. „Im zweiten Drittel haben wir noch nie gut ausgesehen“, heißt es da. Tatsächlich gewinnen die Miesbacher die Oberhand. Riesig ist der Jubel, als Mario Jann in der 26. Minute der Ausgleich gelingt. Doch dann bringen die Gäste gleich drei Mal den Puck nicht aus der Gefahrenzone, und die Tigers führen erneut. Danach verlieren die Schiedsrichter den Überblick. Es gibt Strafe um Strafe, ein klares Tor für die Gäste wird wegen hohem Stock nicht anerkannt. Doch dann trifft Sebastian Deml, und die Stimmung kocht. In der zweiten Pause sind die Miesbacher guter Dinge. „Das packen wir“, heißt es. Doch das sollte ein Trugschluss sein. Die Hausherren ziehen das Tempo noch einmal an, und spätestens beim Stand von 6:2 ist auch dem letzten TEV-Optimisten klar, dass es das war. Mario Jann stellt noch den 6:3-Endstand her.
Heimfahrt: Die Stimmung ist im Keller. Die Fans holen den Rechenschieber heraus, doch schnell stellt sich Ernüchterung ein: Der TEV ist auf Schützenhilfe aus Dorfen angewiesen, sonst endet die Saison in der sportlich belanglosen Abstiegsrunde. thomas spiesl












