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Tölzer Löwen: Selbst neun Ausfälle sind kein Problem

Tölzer Löwen: Selbst neun Ausfälle sind kein Problem

Bad Tölz - Hätte es nach dem 8:2-Sieg über den EV Füssen einen Wettbewerb im Um-die-Wette-Grinsen gegeben. Jakob Goll, Markus Ritschel und Florian Funk wären ganz vorne gelandet.

Zusammenprall mit Folgen: Die Kollision zwischen Marco Pfleger (li.) und Dennis Neal sah harmlos aus, doch die beiden Stürmer zogen sich beim Aufprall Gehirnerschütterungen zu. Die Ausfälle acht und neun für die Löwen. foto: uva-press

Zusammenprall mit Folgen: Die Kollision zwischen Marco Pfleger (li.) und Dennis Neal sah harmlos aus, doch die beiden Stürmer zogen sich beim Aufprall Gehirnerschütterungen zu. Die Ausfälle acht und neun für die Löwen. foto: uva-press

Goll strahlte von einem bis zum anderen Ohr, weil er zum ersten Mal ein komplettes Heimspiel für die Löwen bestreiten durfte. Ritschel freute sich diebisch über seinen eiskalt verwandelten Penalty (siehe Interview unten). Und Funk blickte zufrieden drein, weil sein Team die Vorgaben erfüllt hatte: „Jetzt können wir aus eigener Kraft Erster nach der Vorrunde werden.“

Dass es an der Tabellenspitze der Oberliga Süd noch mal so spannend werden könnte, hat vor einem Monat wohl kaum jemand geahnt. Die Isarwinkler standen damals mit 13 Punkten Rückstand auf den EC Peiting auf dem vierten Tabellenplatz. Doch dann drehten sie auf. Inzwischen trennen die beiden Teams nur noch sechs Punkte. Das Überholmanöver könnte tatsächlich noch glücken, da wichtige Daten für die Löwen sprechen: Sie haben ein Spiel weniger absolviert als Peiting und den besseren direkten Vergleich. Zusätzlich brisant: Am Freitag treffen die beiden Top-Teams in der Hacker-Pschorr-Arena aufeinander.

Das Auf und Ab seiner Mannschaft konnte Schlussmann Jakob Goll meist nur als Trainings- und Zaungast verfolgen. „Die Saison ist bislang ganz blöd für mich gelaufen“, gibt er zu. Dabei hatte die Spielzeit so vielversprechend für ihn begonnen. Aufgrund der starken Leistungen in der Tölzer DNL-Mannschaft wurde der EHC München auf ihn aufmerksam und stattete ihn mit einem DEL-Vertrag und einer Förderlizenz aus. Bei den Löwen hoffte er, Spielpraxis sammeln zu können. Doch daraus wurde nichts. Andreas Jenike etablierte sich weiter als stärkster Torhüter der Oberliga. Auch an Stellvertreter Florian Riesch gab es zunächst kaum ein Vorbeikommen. So brachte es Goll bis Sonntag auf magere 123 Einsatzminuten bei den Löwen und keine einzige Punktspiel-Einsatzsekunde für den EHC. Goll fragte vor zwei Wochen bei Löwen-Trainer Florian Funk an, wann er mal wieder fangen dürfte. Der bot ihm die Partie gegen Füssen an. „Ich war sehr nervös, weil ich so lange nicht mehr gefangen habe“, gibt 19-Jährige zu. Im ersten Drittel sei er „sehr unsicher“ gewesen, „aber dann habe ich immer besser ins Spiel reingefunden.“ Was auch Funk bestätigte: „Der Jake hat sehr gut gehalten.“ Goll freute sich überschwänglich über den Sieg, lief eine Solo-Ehrenrunde, tanzte auf dem Eis und machte einen Hechtsprung Richtung Fankurve. Dass er extra Tanzstunden genommen habe, verneint Goll lachend: „Ich hab den Tanz schon mal in einem Freundschaftsspiel für München ausprobiert und finde, dass er gut ausschaut.“

Dass Funk die Nummer drei bedenkenlos einsetzen kann, spricht für die Tiefe im Kader der Löwen. Genau die ist der Unterschied zwischen dem EV Füssen und den Löwen. Bei den Löwen fehlten am Ende neun Spieler, trotzdem lief es immer runder, je länger das Spiel dauerte. Die Allgäuer stellten vier Spieler an die DNL-Mannschaft ab, die sich im Abstiegskampf befindet. Ohne ihr Nachwuchs-Quartett waren die Allgäuer nur bedingt konkurrenzfähig: „Wir haben einfach nicht genügend Spieler, um die DNL- und die Oberliga-Mannschaft zu bestücken“, gibt Gäste-Trainer Georg Holzmann zu. „Ich habe drei, vier Spieler, die nicht in die Oberliga gehören.“ Der Coach schickte gleich eine Kampfansage hinterher: „Wenn wir am Sonntag wieder gegen Tölz spielen, sieht unser Kader anders aus.“

Die Hoffnung auf die nähere Zukunft verbindet ihn mit Jakob Goll. Der EHC München habe Interesse an einer Vertragsverlängerung signalisiert, sagt der Torhüter: „Wahrscheinlich läuft es darauf raus, dass ich wieder eine Förderlizenz für Tölz bekomme.“ Insgeheim hofft er, in der Tölzer Torhüter-Hierarchie aufzurücken, wenn sich Andreas Jenike endgültig in die DEL verabschiedet.

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