Bad Tölz - Verlängerung der besonderen Tölzer Trainer-Konstellation: Funk junior ist der Chef, der prominente Senior ordnet sich als Assistent unter.

© P. Staar
Teamarbeit: Florian und Lorenz Funk, Randy Neal (v.l.)
Der Sohn ist der Chef. Der Vater der Assistent. Und das, obwohl die Ruhmesliste von Lenz Funk sen. schier endlos ist. Filius Florian Funk dagegen betreut zum ersten Mal eine Eishockey-Mannschaft im Erwachsenen-Bereich. Gerade haben die beiden ihre Verträge mit dem Oberligisten Tölzer Löwen um zwei weitere Saisons verlängert. Es sind die Jahre drei und vier. Randy Neal ergänzt das Duo als Verteidiger-Trainer.
Lenz Funk ist nicht irgendwer im Eishockey. Der 64-Jährige ist Mitglied der Hall of Fame, Träger des Bundesverdienstkreuzes, dreifacher Deutscher Meister, er bestritt 687 Spiele in der Bundesliga, 225 für die Nationalmannschaft, mit der er 1976 Olympia-Bronze holte. Doch jetzt hört er auf seinen Sohn. „Flocko ist der Chef.“
Streit habe es bisher nicht gegeben. „Meinungsverschiedenheiten– ja“, sagt Florian Funk. Doch das gehöre dazu, sobald es drei Meinungen gibt. Debatten werden im Trainer-Kabuff geführt. „Ich bin aufnahmefähig“, stellt der Chef-Coach klar. „Wenn mir eine andere Ansicht plausibler erscheint, bin ich nicht so stur, dass ich sage: ,Wir machen’s so, wie ich will.‘“
Ist es nicht schwierig für den erfahrenen Fuchs, sich nach der Pfeife des 42-jährigen Trainer-Neulings zu richten? „Ich bin lange genug im Geschäft“, sagt Lenz Funk, „um niemanden etwas beweisen zu müssen.“ Hauptsache, die Diskussionen sind vor den Spielen abgeschlossen. „Es macht keinen Sinn, wenn wir in der Drittelpause noch debattieren“, sagt Funk sen.
Nach dem Ende seiner aktiven Karriere 1986 – für ein kurzes Intermezzo 1988/89 ging er nochmals mit seinen Söhnen Flocko und Lenz jun. für den ECT aufs Eis – verlegte er sich aufs Traineramt. Erst führte er Preussen Berlin in die Bundesliga, 1988 trainierte er Tölz und 1990 Bayreuth. Jetzt ist Lenz Funk zurück beim ECT – in der Oberliga. Trotzdem: Überqualifiziert sei er nicht, meint er. „Jeder bringt seine Erfahrungen mit ein“, sagt der 64-Jährige.
Eines hat Sohn Florian ihm sogar voraus: Er führte die Tölzer Schülermannschaft 2005 zur Meisterschaft, nachdem er den Titel 1986 auch schon als Spieler geholt hatte. Der Titelgewinn in der Oberliga Süd ist ihm noch nicht gelungen. Doch dafür hat er ja noch mindestens zwei Jahre Zeit. Es wäre der erste Titel, den Vater und Sohn gemeinsam einholen.
Von Nick Scheder



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