Eishockey Tölzer Löwen: 2. Liga droht zu explodieren

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    • 27.06.12
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2. Liga droht zu explodieren

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Bad Tölz - Einem Pulverfass gleicht derzeit die 2. Eishockey-Bundesliga. Die zweithöchste deutsche Profiklasse droht in die Luft zu fliegen. Franz Fritzmeier, sportlicher Berater der Tölzer Löwen, sagt: „Da rappelt es gewaltig."

Franz Fritzmeier, sportlicher Berater der Tölzer Löwen.

"Wir verfolgen das mit Bauchschmerzen, aber wir können wenig Einfluss nehmen.“

Einer hält das brennende Feuerzeug in der Hand und will es offenbar auch benutzen. Derjenige scheint Reiner Beck zu sein, Boss der Landshut Cannibals. In einem Interview mit dem Fachblatt „Eishockey News“ spricht Beck, der mit Immobilien reich geworden sein soll, von einer Annäherung an die Deutsche Eishockey-Liga (DEL). Die 2. Bundesliga soll nach seinem Wunsch in Zukunft als DEL II spielen. Um dies zu erreichen, soll sich der Deutsche Eishockey Bunds (DEB) aus der ESBG zurückziehen, in der alle Zweitligisten zusammengeschlossen sind. „Wir haben bereits Einstimmigkeit hergestellt“, wird Beck zitiert.

Entschiedener Gegner der Förderlizenzen: Ralph Bader, Geschäftsführer des SC Riessersee.

Dem widerspricht Ralph Bader, Geschäftsführer der SC Riessersee Eishockey Vermarktungs GmbH, energisch. „Mit mir hat Beck nicht gesprochen. Ich bin auch gegen seine Pläne.“ In einer geharnischten E-Mail an alle anderen Zweitliga-Manager und führenden Köpfen des DEB fordert er Beck auf, es in Zukunft zu unterlassen, von „den Zweitligisten“ zu reden, wenn er „seine Meinung abgibt“. Bader scheint Unterstützer zu haben. „Inzwischen haben mich fünf Gesellschafter kontaktiert und vom Sinn her die gleiche Meinung vertreten“, sagt er. Den Widerstand hat Bader organisiert, weil er lieber zurück in den DEB will, als ein Anhängsel der DEL zu sein.

In seinen Rundumschlag bezieht Bader auch die Tölzer Löwen ein, die fordern, dass die Förderlizenzregelung mit der Deutschen Eishockey-Liga wieder in Kraft zu setzen. Nur dann sei es ihnen möglich, das Abenteuer 2. Liga finanziell zu schultern (siehe auch Kasten). „Ein solches Verhalten geht gar nicht“, macht Bader deutlich.

Die Löwen stehen allerdings nicht alleine mit ihrem Wunsch. Noch viel deutlicher wird Andreas Settele, Zweiter Vorsitzender des ESV Kaufbeuren. Er lobt den DEB und attackiert die ESBG. Die Ablehnung des Kooperationsvertrages mit der DEL sei ein „kolossaler Fehler“ gewesen, wird er zitiert. Der ESVK, fühle sich nicht verpflichtet, sich an jede unsinnige Vereinbarung zu halten. Zu den nicht tragbaren Beschlüssen zählt er das Verbot von Vorbereitungsspielen mit DEL-Vereinen ebenso wie den Verzicht auf die Vergabe von Förderlizenzen. „Wir werden heuer Förderlizenzen vergeben“, kündigt Settele an und sagt damit der ESBG den Kampf an. Pressesprecher Christian Demel geht in den „Eishockey News“ noch weiter: „Wir schauen, ob sie uns rausschmeißen, wenn wir Förderlizenzen vergeben.“

Unterstützung kommt aus Schwenningen. Andreas Renz, Kapitän der Wild Wings, spricht sich im „Südkurier“ ebenfalls energisch dafür aus. Er wird mit den Worten zitiert: „Es kann doch nicht sein, dass unsere Talente in die nordamerikanischen Juniorenligen abwandern, die schlechter sind als unsere zweite Bundesliga. Ideale Nachwuchsarbeit ist doch, dass ein Talent bei einem Topklub trainieren kann, aber auch die Möglichkeit hat, in der zweiten Bundesliga Spielpraxis zu sammeln.“

Franz Fritzmeier kommentiert all dies lakonisch: „13 Clubs, 26 Meinungen - mindestens.“ Die Löwen seien bei diesem Sommertheater nur Zaungast: „Wir sind weder ESBG-Mitglied noch stimmberechtigt. Wir würden einfach nur gerne mitspielen, weil wir es uns mit bescheidenden Mitteln sportlich verdient haben.“

Durch diese kontroverse Diskussion fühlt sich der sportliche Berater bestärkt: „Uns wurde vorgeworfen, dass wir die Zweitligisten erpressen wollen. Aber jetzt sieht man, dass die Interessen breit gefächert sind und dass es nicht nur um uns geht.“ Sein Eindruck: „Die 2. Bundesliga hat viel größere Probleme als uns und die Förderlizenzen.“

Was bedeutet der "Umlaufbeschluss"?

Der Begriff „Umlaufbeschluss“ dürfte bislang wenigen Eishockeyfans ein Begriff gewesen sein. Er wird jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach darüber entscheiden, ob die Tölzer Löwen aufsteigen oder nicht. Mit einem „Umlaufbeschluss“ soll nämlich geklärt werden, ob die Förderlizenzen noch vor der kommenden Saison eingeführt werden. Die Förderlizenzen ermöglichen es jungen Spielern, dass sie zugleich in der DEL und 2. Bundesliga spielen. Darauf pochen die Tölzer Löwen.

Ein erklärter Gegner dieser Regelung ist Ralph Bader, Manager des SC Riessersee. Er glaubt nicht, dass der von den Tölzern angedachte „Umlaufbeschluss“ Erfolg haben wird: „Dafür bräuchte man eine Dreiviertel-Mehrheit. Aber es gibt einige Gegner.“ Eines stellt Bader klar: Mit ihm gebe es keinen Umlaufbeschluss. Franz Fritzmeier, sportlicher Berater der Tölzer Löwen, geht unterdessen davon aus, dass eine einfache Mehrheit reicht. Dies habe ihm ESBG-Geschäftsführer Alexander Jäger mitgeteilt: „Ich gehe davon aus, dass der Geschäftsführer sich mit den Regularien auskennt.“ Seiner Einschätzung nach werden Förderlizenzen auf alle Fälle eingeführt, problematisch für die Löwen sei nur der Zeitdruck.

pr

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Kommentare

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Mast9228.06.2012, 13:40Antwort
(4)(0)

Warum überall?? Er äußert seine Meinung über die Zukunft einer Liga, deren Teil sein Verein ist.

Nicht28.06.2012, 13:10
(2)(0)

immer des gleiche... Bayernliga ist daher die beste alternative...
wobei auch ein Bader sich die Chancen auf eine Volle Hütte dadurch kaputt macht. Das de Garmischer überall mitreden müssen??? Die sollen doch FROH sein einen Gegner wie Bad Tölz zu bekommen...

politiker28.06.2012, 08:05Antwort
(1)(0)

Wir sparen, koste es, was es wolle !

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