Ein Start nach Maß für die Eishockey-Cracks des TSV Schliersee am Freitag gegen den Tabellenführer der Bezirksliga Süd. Und das ist kein Geringerer als die Zweitvertretung des großen SC Riessersee. Doch dieses Spitzenspiel nahm fortan einen ähnlichen Verlauf wie die bisherige Saison des TSV: Zu Beginn sehr stark, gar auf Kurs auf Platz eins. Doch je näher es dem Saisonende zugeht, desto mehr scheint es, als würde dem TSV zunehmend die Luft ausgehen. Am Ende musste sich der TSV den Gästen aus Garmisch-Partenkirchen gar mit 2:6 geschlagen geben.
„Platz eins und der Aufstieg war in jedem Fall unser Ziel“, gibt Schliersees Coach Marcus Polivka unumwunden zu. Das war zumindest der Plan. „Das größte Problem ist sicherlich, dass wir einen recht dünnen Kader haben.“ In dieser Liga sei es nun mal so, dass die große Mehrheit der Spieler einem Beruf nachgeht. „Was uns sicherlich gut tun würde, wären noch zwei bis drei Spieler mehr“, glaubt Polivka.
Die hätten den Schlierseern zweifelsohne auch in der Partie gegen Riessersee weitergeholfen. „Das Spiel war schlecht, weil wir uns durch unsere Strafzeiten das Leben selbst schwer gemacht haben“, stellt der Coach fest. Allerdings sei es auch in dieser Liga ein Problem, dass „die Schiedsrichter durch die Bank nicht das Händchen für das Spiel haben“. So gab es im zweiten Abschnitt eine Flut an Strafen - mehrheitlich für Schliersee. Es verging kaum eine Minute, in der die Gastgeber nicht in Unterzahl agieren mussten. Teils berechtigt, teils aber auch vollkommen überzogen und ungerechtfertigt, gepaart mit krassen Fehlentscheidungen der beiden Unparteiischen. „Sie sollen ein Spiel führen und nicht kaputt machen“, schimpft Polivka.
Fakt ist: Schliersee verlor die Partie gegen die Gäste aus dem Werdenfelser Land im Mitteldrittel. Aus dem 1:1 zur ersten Pause wurde ein 1:5 nach 40 Minuten. „Aber auf dem will ich es jetzt nicht abwälzen“, stellt Polivka klar. „Bisher bin ich mit der Saison ganz zufrieden. Für den dezimierten Kader, den wir derzeit haben, schlagen wir uns ganz gut.“
Das Saisonziel - Platz eins - werden die Schlierseer bei vier ausstehenden Spielen jedoch nicht mehr erreichen. Und dennoch: Enttäuscht ist Polivka nicht. „Das ist meine erste Saison als Trainer. Vielleicht war ich auch ein wenig grün hinter den Ohren“, gibt er zu. Er habe zwar 20 Jahre lang selbst Eishockey gespielt, „aber eine Mannschaft zu führen und zu motivieren“ sei dann doch etwas anderes. „Jeder tut, was er kann, und ich bin auf jeden Einzelnen stolz“, betont Polivka.
Für die kommende Saison haben sich die Schlierseer einiges vorgenommen. „Wir werden in erster Linie versuchen, den Kader zu verstärken“, sagt Polivka. „Das Ziel muss wieder heißen, Erster zu werden. Daran führt kein Weg vorbei.“









