Garmisch-Partenkirchen - SC Riessersee verliert in Hannover mit 3:5 - Spieldauer von Christian Völk ebnet Indians den Weg zum Dreier

Drin ist das Ding: Fünfmal musste Hardi Wild in Hannover hinter sich greifen. Auch Christian Völk, der wenig später frühzeitig zum Duschen musste, kann nur zuschauen. Foto: rabuser
Immer wenn der SC Riessersee per Sonderzug auf Reisen geht, kehrt er mit einer Niederlage im Gepäck zurück. So war’s einst in Kassel, vor zwei Jahren in Dresden und so geschah es auch gestern Abend am Pferdeturm in Hannover. Die Werdenfelser unterlagen den Hannover Indians mit 3:5 und kassierten damit ihre neunte Auswärtsniederlage dieser Spielzeit.
Im prall gefüllten Gästeblock herrschte bereits lange vor dem ersten Bully prächtige Stimmung. Es wurde gesungen, angefeuert und gejubelt. Da passte der frühe Dämpfer so gar nicht dazu. Keine zwei Minuten waren gespielt, da schossen die Indianer ihren ersten Giftpfeil in Richtung Hardi Wild. Torschütze war Aris Brimanis, die jüngste Verpflichtung der Niedersachsen. Zweimal trainierte der 39-jährige Lette mit der Mannschaft und zum Einstand traf er gleich zur Führung. Der Puck wurde abgefälscht und trudelte gemächlich am verdutzen Wild links unten über die Linie.
Lange währte der Jubel aber nicht. Sekunden nach dem Anspiel landete der Schläger von Christian Völk im Gesicht von DJ Jelitto. Die Blutspuren lieferten den Beweis und für den routinierten Verteidiger hieß es Abmarsch in die Kabine. Doppelt dumm für die Werdenfelser: Mit Matthias Mayr saß noch ein zweiter Akteur der Werdenfelser auf der Strafbank. Hannover nutzte den Platz und Michael Fröhlich traf zum 2:1. Die Proteste von Sepp Staltmayr, Regan und später Trainer Travnicek prallten am Unparteiischen ab. Das Garmisch-Partenkirchner Trio wähnte den finalen Pfiff des Schiris vor dem Einschlag.
Die Drittelpause beruhigte die Gemüter, verzögerte aber das Unvermeidliche nur. Die große Strafe für Völk war ein herber Tiefschlag und kostete den Riesserseern das Spiel. Dylan Gyori traf früh nach Wiederbeginn zum 3:1 und nur sieben Sekunden später legte Jan Hemmes von der Blauen zum 4:1 nach. Jetzt drehte die Indians-Kurve total am Rad, die Sonderzug-Besatzung aus Oberbayern baute indes merklich Dezibel ab. Die Indians spielten phasenweise richtiggehend euphorisiert. Dadurch war der Weg zurück in die Partie noch ein Stück schwerer für die Gäste. Travnicek stellte Regan an die Seite von Dibelka und David Appel. Aber die Wiederbelebungsversuche wollten nicht so recht greifen.
Emotionale Scharmützel beim Gang in die Kabine bescherten dem SCR unverhofft zwei Vorteilssituationen, Die erste nutzte Alexander Deilert mit einem Schuss ins kurze Eck. Doch Hannover schlug zurück, machte den Dreier perfekt und zog in der Tabelle an den Riesserseern vorbei. Der Schlusspunkt durch Tim Richter war nur schmuckloses Beiwerk.



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