620.01.09|FC Bayern|FC Bayern|
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München – Podolski darf im Sommer nach Hause – nun soll er sich noch einmal reinhängen

© dpa
Einmal München und zurück: Lukas Podolski hat sich mit seinem Heimatklub 1. FC Köln auf einen Vertrag bis 2013 geeinigt.
Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma ist gestern der Erste gewesen, der seine Meinung zur Rückkehr des verlorenen Sohnes landesweit über die Agentur-Ticker verbreiten ließ. Als Politiker schmückt man sich gern mit populären Themen, und Schramma vergaß auch nicht, in seiner Presseerklärung darauf hinzuweisen, dass er als Verwaltungsratsmitglied des 1. FC einen Teil beigetragen habe. Die Mitteilung schloss mit dem Satz, der ebenso wenig fehlen durfte: „Poldi gehört zum FC wie der Dom zu Köln.“ Den hat man in den letzten zweieinhalb Jahren ja schon ein paar Mal gehört.
Während sie beim 1. FC Köln „ein tolles Bekenntnis zur Heimat“ (NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers) feiern, erwartet man auf Seiten des FC Bayern nun, dass sich der Nationalstürmer anständig verabschiedet. Bis er im Sommer wieder zurück in die Heimat verschwindet, wo er bis 2013 unterschrieben hat, soll er sich für die Münchner reinhängen. „Ich halte Lukas charakterlich für einen einwandfreien Spieler“, sagte Uli Hoeneß, „deswegen glaube ich, dass er dem FC Bayern gegenüber Dankbarkeit zeigen wird, dass wir das für ihn gelöst haben.“ Er erwarte, so der Manager, „dass er bis zum Schluss alles gibt und sich wunderbar verabschiedet“.
Ob Lukas Podolski das gelingt, ist allerdings fraglich. Seitdem er sich 2006 dem FC Bayern angeschlossen hat, ist er nie so zur Entfaltung gekommen, wie man es sich von ihm erhofft hatte. Verletzungen spielen da eine gewisse Rolle, sein Mangel an Durchsetzungsvermögen wog aber deutlich schwerer. Die Konkurrenz war gerade zuletzt in Luca Toni und Miroslav Klose namhaft, doch Schwächephasen des Duos wusste der 23-Jährige nie zu nutzen.
Unter drei Trainern (Magath, Hitzfeld, Klinsmann) hat es Podolski nie über den Status Ergänzung geschafft, sein Stil passte nicht zu den Anforderungen. Da konnte nicht einmal mehr Klinsmann etwas ändern, der den Kölner einst in der Nationalelf förderte und sich im Sommer vorgenommen hatte, Podolski aus seiner Stagnation zu befreien. Inzwischen hat der Coach mit dem Stürmer abgeschlossen, und das ist wohl die heftigste Note, die dieses Scheitern begleitet. „Hier bei Bayern muss man sich zeigen, jeden Tag“, sagte Klinsmann, „doch diese Chance hat Lukas nicht genutzt. Er war nicht robust genug.“
Ob Podolski noch einmal auflaufen wird, „liegt an Lukas“, so der Coach, „aber es wird schwer für ihn“. Hinter Toni, Klose und Neuzugang Landon Donovan ist der 23-Jährige auf den Stürmerplatz 4 abgerutscht. Die Aussichten auf eine Verbesserung der Situation? Mehr als mau.
Die Bayern kassieren zehn Millionen Euro, exakt jene Summe, die sie einst für Podolski gezahlt haben. Formal sind so alle Parteien glücklich, auch wenn man 2006 eine andere Entwicklung erhofft hatte. „Ich bin froh, dass die Entscheidung über meine Zukunft gefallen ist und die Spekulationen um meine Zukunft ein Ende haben“, ließ Podolski wissen. Sein Management hatte eine sechszeilige Presseerklärung verschickt – weit weniger wortreich als die von Oberbürgermeister Schramma.
von Andreas Werner
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