FC Bayern München: Robben: Matthias Sammer steht nicht auf dem Platz

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    • 16.07.12
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Superstar sieht Team in der Pflicht

Robben: "Herr Sammer steht nicht auf dem Platz"

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Arco - Nach einer Spielzeit mit jeder Menge Enttäuschungen hat sich Arjen Robben bei seiner Rückkehr zum FC Bayern München angriffslustig präsentiert. Auch zu Matthias Sammer hat der Holländer eine Meinung.

Robben im Video:

Arjen Robben ist guter Dinge. Vergessen sind die herben Enttäuschungen der vergangenen Saison, der riesige Frust der EM und vor allem die schmerzhaften Pfiffe der eigenen Fans. „Ich will nicht mehr zurückschauen, ich will nach vorne schauen. Was passiert ist, ist passiert, das ist abgehakt. Ich bin frisch und habe Lust auf die neue Saison“, sagte der entspannt wirkende 28 Jahre alte Niederländer am Montag im Trainingslager von Bayern München am Gardasee - und lachte endlich einmal wieder.

Nach knapp vier Wochen Urlaub präsentierte sich Robben gut erholt und voller Tatendrang. „Ich war weg von allen Dingen. Ich hatte ein schöne Zeit mit der Familie, vor allem die Kinder lenken einen ab“, sagte er. Die vergangene Saison könne man ohnehin nicht mehr ändern, „ich bin froh, dass wir wieder von null beginnen. Die Motivation wird noch höher sein“, versprach der sensible, oftmals eigensinnige Superstar des Rekordmeisters und verlor kein Wort über einen vorzeitigen Abgang aus München, über den in den vergangenen Wochen hin und wieder spekuliert worden war.

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Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge war ohnehin fest davon ausgegangen, dass Robben seinen erst im Frühjahr bis 2015 verlängerten Vertrag erfüllen wird: „Ich bin ziemlich optimistisch, dass Arjen eine erfolgreiche Saison spielt. Er wird super motiviert sein.“ Dies erwartet der Bayern-Boss aber auch vom Rest seiner Belegschaft und erläuterte in Bild: „Wenn einem viermal die Wurst vor der Nase weggezogen wurde, dann will man sie irgendwann auch schnappen und zubeißen.“

Das will auch Robben. Angesprochen auf die Ziele nach zuletzt drei Vize-Titeln redete er erst gar nicht um den heißen Brei herum: „Wenn du in drei Wettbewerben dabei bist, dann spielst du auch mit, um alle zu gewinnen.“

Dass der neue Sport-Vorstand Matthias Sammer immer wieder als neuer Pluspunkt der Bayern im Kampf um diese drei Titel genannt wird, hört sich für Robben allerdings „etwas komisch“ an. Natürlich seien alle im Verein für den Erfolg verantwortlich, aber letztendlich „müssen wir das auf dem Platz machen“.

Auch Sammer machte schon einmal klar, dass die Saison nicht durch ihn, „sondern durch unsere Spieler geprägt wird. Ich kann keine Tore schießen oder verhindern.“ Im letzten Jahr hätten zwei, drei Prozent gefehlt. „Die suche ich mit. Und wenn wir die finden, werden wir ein super Jahr haben“, sagte er. Robben ist bereits jetzt überzeugt, „dass wir eine sehr, sehr gute Truppe haben. Es kann nur besser werden“.

Für ihn wurde es bei seinem Einstieg in die neue Saison schon einmal deutlich besser. Hatte es im Mai bei seinem Wiedergutmachungsspiel in München noch Anfeindungen durch die eigenen Fans gegeben, so wurde Robben bei der Präsentation der Mannschaft am Sonntagabend auf dem historischen Marktplatz in Riva del Garda von rund 2000 Anhängern mit herzlichem Beifall empfangen - sehr zu seiner Freude: „Das fängt ja gut an.“

Dass er am Montagvormittag bei der Einheit in Arco nicht mit der Mannschaft trainierte, hatte ebenso keine Bedeutung. Dem Niederländer wird nach seinem EM-Urlaub „zum Aufbau“, wie er selbst betonte, ein langsamer Einstieg gegönnt. Robben absolvierte auf dem Nebenplatz ebenso wie Claudio Pizarro, der noch an den Folgen eines Muskelfaserrisses leidet, Koordinations- und Kraftübungen. Er wolle so fit wie möglich anfangen.

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Auch unter dem neuen Sportvorstand Matthias Sammer kommt es nach Ansicht von Robben natürlich vor allem auf die Spieler an. „Herr Sammer steht nicht auf dem Platz. Das müssen wir Spieler machen. Wir müssen unsere Verantwortlichkeit nehmen“, sagte der 28-Jährige.

dpa/sid

Arjen Robbens Äußerungen im Wortlaut

Herr Robben, am Sonntag haben Sie erstmals im Trentino trainiert, tags darauf nur Stabilisationsübungen gemacht. Müssen wir uns sorgen?

Robben (lacht): Nein. Aber ich verstehe Ihre Frage, bei mir ist das vielleicht normal. Nein, das war heute nur ein Spezialtraining zum Aufbau.

Wie steht es um Ihre Fitness?

Robben: Gut! Ich habe einen guten Urlaub gehabt, fast vier Wochen lang. Ich bin jetzt frisch, habe Lust auf die neue Saison.

Die letzte war ja zum Vergessen, dazu die EM-Enttäuschung. Wie haben Sie das verarbeitet?

Robben: Ich war schön weit weg von allem, habe mit der Familie eine richtig schöne Zeit verbracht und die Kinder haben mich abgelenkt. Es ist abgehakt! Man kann nichts mehr ändern. Jetzt bin ich froh, dass wir wieder von null beginnen.

Reicht ein Urlaub, um diese Serie von Enttäuschungen aus dem Gedächtnis zu löschen?

Robben: Nein, aber das ist Fußball. Es bleibt für immer, es bleibt eine ganze Karriere. Es sind eben Höhepunkte und auch Tiefpunkte. Wenn man ganz oben auf Top-Niveau arbeitet, kann das passieren. Klar, das letzte Jahr war richtig enttäuschend, aber ich glaube, dass es ganz wichtig ist, das abzuhaken und jetzt wieder neu anzufangen. Die Motivation wird bei uns noch höher sein.

Auch Sie wurden im letzten Jahr heftig kritisiert. Wie sind Sie damit umgegangen?

Robben: Ich habe mich einfach auf den Fußball konzentriert, das war für mich das Wichtigste und wird es auch bleiben. Ich will auch nicht mehr so viel zurückblicken, ich will nach vorne schauen.

Könnte die Verpflichtung des neuen Sportvorstands Matthias Sammer den entscheidenden Impuls geben, der in der vergangenen Saison gefehlt hat?

Robben: Das weiß ich nicht, aber für mich hört sich das schon ein bisschen komisch an. Herr Sammer steht nicht auf dem Platz, das müssen schon wir Spieler machen. Wir müssen da die Verantwortung übernehmen. Natürlich, wir machen das alle zusammen, und da gehören die Spieler, der Trainerstab und alle, die hier mithelfen, dazu. Am meisten, glaube ich, kommt es aber auf uns Spieler an. Wir haben einfach eine sehr, sehr gute Truppe, es sind wieder neue, frische Spieler dazugekommen, und ich glaube, dass es nächste Saison nur besser werden kann.

Das Ziel lautet also auch diesmal: Angriff auf das Triple?

Robben: Ja, ich persönlich war schon immer der Meinung: Wenn man in drei Wettbewerben dabei ist, dann spielt man alle, um zu gewinnen. Das muss die Einstellung sein. Vor allem hier beim FC Bayern spielt man, um zu gewinnen.

Ein anderes Thema: Louis van Gaal, ihr Ex-Trainer bei Bayern, übernimmt dasholländische Nationalteam…

Robben (lacht): Das ist ja wieder ein ganz anderes Thema. Ich bin ganz froh, dass er zurück ist und bei der Nationalmannschaft unser neuer Trainer wird. Ich glaube, er ist gut für uns. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Auf der anderen Seite ist es auch enttäuschend für mich, weil ich der Meinung bin, dass Herr van Marwijk einen super Job gemacht hat. Da muss man immer die zwei Seiten sehen, aber dennoch bin ganz froh über den neuen Trainer.

Aufgezeichnet: lop

Rubriklistenbild: © Sampics

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