+
Das weite Rund der Allianz Arena, die zur Eröffnung Platz für 66.000 Zuschauer bot. Passen demnächst sogar 75.000 Zuschauer hinein?

"Es sieht danach aus"

FC Bayern will Allianz Arena erweitern

München – Der FC Bayern plant eine weitere Aufstockung der heimischen Allianz Arena. "Wir werden tun, was menschenmöglich ist", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Fragen, die Journalisten stellen, können Karl-Heinz Rummenigge selten überraschen. Als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern ist er in der Regel bestens informiert über die Themenlage und eventuelle Reizpunkte. Auf Fragen aber, die Fans an den Boss des Triple-Siegers herantragen, kann er sich schlecht vorbereiten. Haben Anhänger mal die Möglichkeit, ihre Anliegen an höchster Stelle vorzutragen, fragen sie, was sie beschäftigt. Rummenigge muss dann schnell entscheiden, wie viele Informationen er preisgeben kann.

merkur-online.de als App:

Zur iPhone-App

Zur Android-App

Zur Windows-App

Bei einem Fanclub-Besuch bei Traunstein entschied sich der 58-Jährige nun kurzerhand, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Auf eine Fan-Nachfrage nach Heimspiel-Tickets entgegnete er: „Wir werden tun, was menschenmöglich ist, um die Kapazität der Arena zu erhöhen. Es sieht danach aus, als hätten wir bald 75.000 Plätze.“ Dass das eigentlich noch ein Geheimnis war und der Verein bis nach der Kommunalwahl Mitte März warten wollte, diese Information zu streuen, ließ Rummenigge außer Acht.

Wie unsere Zeitung erfuhr, tüftelt der FC Bayern akribisch an der dritten Kapazitätserweiterung seit der Eröffnung der Allianz Arena vor knapp neun Jahren. Es ist gut möglich, dass schon ab der kommenden Saison bei Bundesliga-Heimspielen rund 4000 Zuschauer mehr ins Stadion passen als bisher (71.137). Derzeit wird an einem Gutachten gearbeitet, das bis Mitte März bei den verantwortlichen Behörden der Stadt vorgelegt werden soll. „In erster Linie“, sagte Rummenigge, handle es sich „um das KVR und die Feuerwehr. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis und schauen, Wünsche zu erfüllen, wenn sie erfüllt werden können.“

Angeblich ist das kein Problem. Die Genehmigung, bei internationalen Spielen 70.000 statt bisher 68.000 Zuschauer ins Stadion zu lassen, ist schon seit Sommer durch.

Einblicke: Das ist die neue Bayern-Erlebniswelt

Einblicke: Das ist die neue Bayern-Erlebniswelt

Damals musste es schnell gehen, weil München den Konkurrenten Berlin als deutschen Standort für Spiele der interkontinentalen EM 2020 ausstechen wollte. „Glücklicherweise haben wir den Zuschlag für die EM erhalten, das beschleunigt die Dinge“, erklärte Rummenigge. Auch für die Halbfinals und das Finale wolle man sich („Stand heute“) noch bewerben. Die Frist läuft bis 25. April. Hier ist ein Fassungsvermögen von 70.000 Zuschauern nötig.

Über dieses verfügt die Arena nun. Die Stadt erteilte die Erlaubnis zwar zunächst ausschließlich für die EM-Spiele 2020. Dass dem Wunsch des FC Bayern, die letzten freien Stufen im Oberrang mit Sitzen zu befüllen, nun aber auch dauerhaft nachgekommen wird, ist sehr wahrscheinlich. Intern geht man von einer Zustimmung aus.

Das zweite Erweiterungs-Projekt betrifft die Stehplätze in den beiden Kurven – und damit nur Bundesliga-Spiele. „Etwas Gutes tun“, wolle der Klub den Fans, betonte Rummenigge. Im Fanlager wird schon lange dafür gekämpft, die Stehplatzbereiche auszuweiten. Die Planungen dafür laufen nun. Rund 2000 Zuschauer mehr sollen stehend in die Kurven passen, wenn man die Auslastung optimiert. Geplant ist unter anderem, neben den reinen Stehplatzblöcken 112 und 113 die Stehplätze abzubauen. Die Grenze, die sich Verein und Behörden stecken: Sicherheit muss gewährleistet sein. Das Gutachten wird daher noch abgewartet. Aber auch hier die Tendenz: Es sieht gut aus.

Sicherlich sind die Bemühungen ein guter Anfang, „um das vertrauensvolle Verhältnis mit den Fans auch im Jahr 2014 weiterführen“. Das ist Rummenigge nach den jüngsten Differenzen ein Anliegen. Die zweite gute Nachricht: Sollten beide Projekte für den regelmäßigen Betrieb genehmigt werden, würde die Allianz Arena das Berliner Olympiastadion als zweitgrößtes deutsches Stadion (hinter dem Signal Iduna Park in Dortmund) ablösen.

Hanna Schmalenbach

Quelle: Merkur.de

  • 0
  • 0
    schließen

Kommentare