Hamburg - Thorsten Fink trägt seit seiner Bayern-Zeit das Sieger-Gen in sich. Im Nord-Süd-Gipfel will er mit dem HSV den Tabellenführer stürzen. Die Münchner wollen sich weder von Kälte noch Abwehrsorgen stoppen lassen.

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Ex-Bayern-Spieler Thorsten Fink empfängt am Samstag als HSV-Trainer seinen früheren Verein.
Die Vorgabe ist happig. Vor zwei Wochen schoss Bayern Münchens Titelrivale Borussia Dortmund den Hamburger SV mit 5:1 ab - jetzt muss der Spitzenreiter an selber Stelle nachlegen. Doch Jupp Heynckes, der die BVB-Gala zum Rückrundenstart live im Fernsehen verfolgt hatte, wiegelt vor dem Nord-Süd-Klassiker an diesem Samstagabend (18.30 Uhr) ab: “Das ist kein Maßstab für das Spiel. Wenn die Gegner gegen den FC Bayern spielen, spielen sie viel engagierter, viel konzentrierter und manchmal auch defensiver“, erklärte der 66 Jahre alte Fußballlehrer am Freitag.
Einig sind sich Heynckes und Fink beim Umgang mit den frostigen Temperaturen. “Laufen, Gas geben“, empfahl Fink den Spielern. “Das Beste ist Bewegung“, meinte auch Heynckes, der sich mehr um die Zuschauer sorgt und sich selbst mit beheizbaren Schuhsohlen wappnen will. “Augen zu und durch“, fordert Heynckes: “Wir sind ja Männer.“
Nachdem Franck Ribéry wegen der personellen Engpässe die fehlende Qualität auf der Bank beklagt hatte, verteidigte Heynckes, dass der Rekordmeister im Winter nicht auf dem Transfermarkt tätig geworden war. “Transfers muss man von langer Hand vorbereiten. Ich halte nichts von Schnellschüssen.“ Das sei “Aktionismus“.
In Hamburg könnte helfen, dass die Hamburger den Bayern extra einen neuen Rasen ausgelegt haben. Denn die “angreifende Mannschaft“ habe es auf einem schlechten Platz “schwerer“, betonte Heynckes, der zudem feststellte: “Wir haben noch riesiges Steigerungspotenzial.“
Für die Bayern beginnen in Hamburg wegweisende Wochen. “Der Februar ist sehr wichtig für uns“, sagte Ribéry mit Blick auf die weiteren Liga-Partien gegen Kaiserslautern, Freiburg und Schalke sowie das DFB-Pokal-Viertelfinale in Stuttgart und das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale beim FC Basel. Zum Auftakt sei in Hamburg “nicht großer Zauberfußball“ nötig, betonte Bastian Schweinsteiger. Man müsse “einfach nur die drei Punkte holen“.
Gegen die fünf besten Teams der Liga hat der HSV in dieser Saison noch keinen Punkt geholt - auch gegen die Bayern ging man im Hinspiel mit 0:5 unter. Fink geht es nach der 1:5-Abfuhr gegen den BVB nicht mehr darum, mutig mitzuspielen, sondern diszipliniert auf eine Chance zu warten wie zuletzt beim Sieg in Berlin: “Defensiv gut stehen ist wichtig. Wenn die Bayern ins Rollen kommen, wird es schwer.“
Der HSV muss den Ausfall von Innenverteidiger Jeffrey Bruma (Kniereizung) verkraften, nach mehr als drei Monaten Pause soll der Serbe Slobodan Rajkovic die Lücke schließen. Zudem knickte Linksverteidiger Dennis Aogo auf dem teilweise gefrorenen Trainingsplatz um. Zumindest so etwas soll sich auf dem neuen Grün in der Arena nicht wiederholen: Die Greenkeeper versicherten, der neue Rasen werde bei einer Bodentemperatur von sechs Grad bestens bespielbar sein. Zudem schickte der HSV am Freitag Höhenretter aufs Arena-Dach, um Eiszapfen und Schnee zu beseitigen.
Von Klaus Bergmann und Britta Körber
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