FC Bayern: So funktioniert die Erziehung à la Jupp Heynckes

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    • 29.01.13
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"Überhaupt kein Risiko" eingehen

So funktioniert Erziehung à la Heynckes

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Stuttgart - Der Reservist als Risiko? Im Umgang mit Arjen Robben und Mario Gomez ist Jupp Heynckes unnachgiebig. Der Bayern-Trainer zeigt sich vom empfindlichen Spieler-Ego unbeeindruckt.

© dpa

An Thomas Müller führt kein Weg vorbei. Auch nicht für Arjen Robben.

Harald Schmidt hatte keine Chance. Der Mann ist zwar in Nürtingen aufgewachsen und nicht nur deshalb in Stuttgart durchaus bekannt, doch auch ein Mann mit seiner Prominenz kommt nicht so einfach an einem Ordner vorbei. Der Late-Night-Talker, der am Sonntag beim Spiel des VfB gegen den FC Bayern (0:2) einen Ausflug ins Co-Kommentatorenfach unternommen hatte, musste am Eingang des Medienbereichs stoppen und in den Tiefen seiner Manteltaschen die Karte suchen. Erst dann durfte er passieren.

Eine dermaßen entschlossene Deckung hätte am Sonntag auch der VfB gebrauchen können. Vermutlich wäre das Spiel anders verlaufen. So aber hielten die Gastgeber nur eine Halbzeit lang mit, ehe ihr Linksverteidiger Cristian Molinaro mit einem fürchterlichen Fehlpass auf Mario Mandzukic alle guten Ansätze zunichte machte. Danach gerieten die Bayern nie mehr in Gefahr. Thomas Müller, Schütze des überfälligen zweiten Tores, fand: „Im Endeffekt können wir zufrieden nach Hause fahren.“

Die Chefs warnen vor Egoismen

Auf ihn, Mandzukic und die meisten anderen Bayern traf das sicher zu. Es gab aber auch zwei, die die Heimreise ausgesprochen unzufrieden antraten. Dass Mario Gomez und Arjen Robben wortlos die Interviewzone durchquerten, war das eine Indiz für ihre schlechte Laune. Dass Robben schon den Bus bestieg, während mancher Kollege gerade erst unter der Dusche stand, illustrierte seinen Unmut noch eindrucksvoller.

Die Härten des Konkurrenzkampfes zeigen sich nirgendwo deutlicher als auf der rechten Offensivposition. Nach schwieriger Hinrunde ist Robben zwar verletzungsfrei und nach eigenem Ermessen fit, aber der Weg in die Mannschaft ist ihm verbaut. Dafür ist Thomas Müller ein zu starker Konkurrent. Am Sonntag erzielte er sein zehntes Saisontor, und für die Attacke auf Molinaro vor dem 1:0 bekam er von Sportvorstand Matthias Sammer „einen Fleißpunkt“ verliehen.

Es ist nicht zu überhören, mit welcher Vehemenz die Vorgesetzten die Entscheidungen des Trainers verteidigen und potenzielle Störenfriede in die Schranken weisen. „Sie müssen nicht Halleluja schreien, wenn sie draußen sitzen“, sagt Sammer, „aber wir werden keine Egoismen dulden und sehr kleinlich darauf achten.“ Auch Karl-Heinz Rummenigge hat klare Erwartungen an die Männer in der zweiten Reihe: „Gas geben und akzeptieren, was der Trainer entscheidet.“

Am Sonntag entschied der Trainer, dass erst nach 89 Minuten die Zeit für Wechsel gekommen war, obwohl die Stuttgarter spätestens nach dem 0:2 geknickt waren und nach Harniks Platzverweis (81.) obendrein geschwächt. Er wolle „überhaupt kein Risiko“ eingehen, argumentierte Jupp Heynckes. „Bei uns hat der Sieg Priorität.“ Dafür, dass die Bayern im Sommer ihren Kader mit viel Geld verstärkt und in der Breite verbessert haben, ist das eine kuriose Begründung.

Die Wechsel lasen sich am Sonntag wie ein Katalog erzieherischer Maßnahmen. Dem anspruchsvollen Robben zog Heynckes den pflegeleichten Xherdan Shaqiri vor, Mario Gomez schaffte es an alter Wirkungsstätte zumindest noch auf den Platz, und nur der pünktliche Schlusspfiff verhinderte den Einsatz Jerome Boatengs, dessen Trainingsleistungen zuletzt das Prädikat „überragend“ trugen. Was Robben davon hielt, ließ er alle im Stadion wissen. An die Bande gelehnt, verfolgte er teilnahmslos die Schlussphase.

Schon zu Leverkusener Zeiten fiel Heynckes dadurch auf, dass er auf das empfindliche Ego prominenter Spieler sehr unnachgiebig reagieren konnte. Seinerzeit hieß der Leidtragende Michael Ballack, noch heute trägt der frühere DFB-Kapitän dem damaligen Trainer nach, keine Vorzugsbehandlung bekommen zu haben. Ballack und Robben sind sich in diesem Punkt durchaus ähnlich.

Kult-Trainer: Echte Typen am Spielfeldrand

Wenn man es genau nimmt, hat Arjen Robben momentan kein einziges Argument, das er für sich vorbringen kann. Aber so genau wird er es wohl nicht nehmen. Selbstkritik ist nicht seine Stärke, „natürlich“ werde er sich nicht hinten anstellen, sagte er erst vor zwei Wochen. Sein Auftritt vom Sonntag deutet nicht darauf hin, dass er inzwischen umgedacht und das Leistungsprinzip akzeptiert hat.

Marc Beyer

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Kommentare

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Wadlbeissa29.01.2013, 18:13Antwort
(1)(0)

Diese selbstherrlichen Schwachmaten nerven einfach. Wenn so einer eine Mannschaft trainieren würde. C-Klasse Süd (ohne die beleidigen zu wollen) schaft so einer mit jeder Mannschaft in wenigen Jahren locker!!

bayerchaot29.01.2013, 09:12Antwort
(1)(0)

Richtig, wenn Intern nichts passiert, dann wird es von Extern reingetragen.

Wadlbeissa29.01.2013, 08:19
(3)(0)

Dass diese schreibenden Wirtshaustrainer immer wieder stänkern müssen.
Diesem Schreiber gehört Haus- und Stadionverbot für den Schmarrn den der sich zusammen spinnt.

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