FC Bayern: Götze kommt, weil Guardiola ihn will

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    • 23.04.13
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Klopp erklärt den Wechsel

Götze kommt, weil Guardiola ihn will

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München - Die Fans sind wütend, doch BVB-Trainer Jürgen Klopp wirkte sehr gefasst, als er den Wechsel von Mario Götze erklärte. Sein Versuch, schlimmeren Schaden zu verhindern.

© AP

Mario Götze im Borussia-Dortmund-Outfit – ab dem 1. Juli 2013 wird es das nicht mehr geben.

Jürgen Klopp lachte, scherzte, zog Grimassen – als müsse er so ganz anders sein, als man das von ihm erwartete an einem Tag wie diesem: Wo die Bild-Zeitung in der Früh den Sensationstransfer verkündet: Mario Götze verlässt für eine festgeschriebene Ablösesumme von 37 Millionen Euro Borussia Dortmund – zum FC Bayern. Und diese einschneidende Meldung gibt es dann auch noch am Tag vor dem Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid. Borussia Dortmund hat sie bestätigt – und im Internet ging der Sturm der Entrüstung los. Auf Mario Götzes Seite bei Facebook: der Ausnahmezustand, der Shitstorm. Der Spieler ließ dann irgendwann die Kommentare löschen.

Klopp versuchte also, in der internationalen Pressekonferenz betont gelassen mit der Sache fertig zu werden, er selbst habe davon schon länger gewusst, „ich konnte mich über das Malaga-Spiel nur einen Tag freuen“. Götze habe sich „nicht gegen seine Mitspieler, nicht gegen den Verein entschieden“, erklärte er. Sondern für Pep Guardiola, den künftigen Bayern-Trainer. Er habe die Chance ergreifen wollen, mit dem Ex-Coach des FC Barcelona zu arbeiten. „Wenn also einer schuld ist, dann bin ich es“, witzelte Klopp, „denn ich kann mich nicht 15 Zentimeter kleiner machen und Spanisch sprechen.“

Doch ein Reporter in Dortmund bat Klopp, doch bitte darzustellen, wie die Mannschaft die Nachricht aufgenommen habe und dabei „auf die üblichen Floskeln zu verzichten“ – und bei dieser Vorgabe war es mit Klopps Gefasstheit vorbei. Seine Erwiderung: „Aus welchem Ressort kommen Sie? Tierfilme?“

Klar: Für Borussia Dortmund ist es eine schockierende Neuigkeit, dass er Mario Götze verlieren wird. An die Bayern noch dazu. Und der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist ungünstig. „Schlechter gewesen wäre es nur noch vier Stunden vor dem Spiel.“ Das wäre Mittwoch, dreiviertel fünf am Nachmittag.

Überläufer: Diese Spieler holte Bayern aus der Bundesliga

Der FC Bayern sagte dazu: fast nichts. Er gab zunächst nur eine dürre Erklärung heraus, in der nicht einmal die Vertragslaufzeit für Götze (vier Jahre, ab 1. Juli 2013) genannt wurde. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Sportvorstand Matthias Sammer würden sich nicht äußern, sagte Pressesprecher Markus Hörwick, „denn erst wollen wir mit Dortmund sprechen.“ Da mussten die Bayern also zugeben: Das haben sie bis jetzt noch nicht getan. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte auch angemahnt: „Vom FC Bayern München hat sich bis zum heutigen Tag in dieser Angelegenheit kein Offizieller bei Borussia Dortmund gemeldet.“ Zum Jahresgehalt für Götze gibt es nur Spekulationen – sie liegen zwischen sieben und zwölf Millionen Euro pro Jahr. In Dortmund soll er fünf Millionen verdient haben. Der BVB hat nun angekündigt, dem Wechsel von Torjäger Robert Lewandowski nach München zumindest in diesem Sommer einen Riegel vorzuschieben: Hier gibt es keine Ausstiegsklausel, man kann auf Vertragserfüllung bis 2014 bestehen.

Die Bayern haben auf Götze, den gebürtigen Allgäuer, bereits seit zwei Jahren ein begehrliches Auge geworfen. In der Sport-Bild sagte ihr Präsident Uli Hoeneß aber noch im Januar 2012: „40 Millionen Euro für Götze würden wir nie machen.“ Davon ist man jetzt aber nur drei Millionen entfernt. Die festgeschriebene Ablöse von 37 Millionen für diesen Sommer war die Klausel, die Götze und sein Berater Volker Struth hatten einbauen lassen, als man vor einem Jahr einen neuen Kontrakt (bis 2016) beim BVB unterschrieb. Das Verhalten von Götze/Struth sei vertragskonform, versichert Watzke, und Klopp sagt: „Allen, die sich jetzt ärgern: Wir haben Marco Reus ja auch über eine solche Klausel verpflichtet. Und nachdem sein Wechsel klar war, hat er für Mönchengladbach noch viele gute Spiele gemacht.“

Wie sie Dortmund jetzt auch vom Supertalent Mario Götze erwartet. Darum geht es nun: die Stimmung zu retten und das Finale der Champions League zu erreichen. Bereits heute Abend ist die Nagelprobe: Wie werden sich die BVB-Fans verhalten? Jürgen Klopp nutzte die Pressekonferenz zu einem Appell: „Lasst zuhause, was euch belastet. Kommt, gebt Vollgas, lasst uns gegen Real gewinnen und einen ganz speziellen Abend daraus machen.“

Von Günter Klein

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