München - Es geht schon wieder los. Für den Zauber sorgen die anderen, allen voran der allmählich als Borussia Barcelona verehrte Meister Borussia Dortmund. Bei den Bayern gab es dagegen einen Fehlstart in die neue Saison.

© dpa
Das Dokument des Fehlstarts: Neuer kommt knapp zu spät, de Camargo köpft für Gladbach ein.
Bei Patzern werden gerne die Ablösesummen der Verursacher addiert, da kommen in diesem Fall über 30 Millionen zusammen. Das sind die Medien- und auch Fan-Reflexe. Einer wie Franck Ribery, der schon im fünften Jahr da ist, weiß das. „Eine schwierige Situation“, findet der Franzose, „jetzt stehen wir in Wolfsburg unter Druck.“ Irgendwie riecht es schon nach Krise bei den Bayern.
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„Ich finde keine rationale Erklärung“, sagte Thomas Müller. Natürlich spielte Mönchengladbach, wo im Vorjahr Trainer Lucien Favre die Schießbude der Liga umgebaut hat in einen Hochsicherheitstrakt, strikt defensiv, „doch dann muss man auch das Tempo erhöhen, wenn der Gegner mal die Ordnung verliert“, tadelte Bayern-Trainer Jupp Heynckes. Er hätte sich „mehr ein Spiel über die Außen mit Flanken aus dem Halbfeld“ gewünscht.
Ein Treffer lag vor allem in der ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs in der Luft, doch er fiel auf der falschen Seite. Aber mit Ansage. Schon in der 59. Minute bejubelte Igor de Camargo seinen Torcoup, doch da schritt Schiedsrichter Rafati ein, weil der Gladbacher Angreifer Schweinsteiger weggeschoben hatte. In der 62. Minute allerdings war de Camargos Torglück perfekt – unter tätiger Mithilfe von Neuer und Boateng nach langem Ball von Brouwers. Nun stand es aus Bayern-Sicht offiziell 0:1.
Franck Ribery war eingewechselt worden, und über rechts versuchte es Arjen Robben mit dem üblichen Trick: nach innen ziehen, mit links draufhalten – doch Mönchengladbachs Tormann ter Stegen war vorbereitet. Nächste Maßnahme: noch ein Stürmer rein, Niels Petersen. Kaum hatte der das Feld betreten, rissen die Münchner die Arme hoch, weil Thomas Müller eingeköpft hatte. Allerdings aus Abseitsposition. Fehlalarm. Müller zur allgemeinen Gemütsverfassung: „Ich habe so ’ne Krawatte.“ Müllerdeutsch für: Ich habe einen Hals. „Die Wut ist größer als die Enttäuschung.“
Sofort reagieren können die Bayern nicht, die Länderspielpause trifft sie personell. „Es werden nur vier Spieler da sein“, sagt Heynckes, „da können wir erst am Donnerstag über dieses Spiel reden.
Günter Klein
FC Bayern: 1 Neuer - 13 Rafinha, 17 Boateng, 28 Badstuber, 21 Lahm - 31 Schweinsteiger, 30 Luiz Gustavo - 10 Robben, 39 Toni Kroos, 25 Thomas Müller - 33 Gomez.
Mönchengladbach: 1 ter Stegen - 24 Jantschke, 4 Brouwers, 31 Dante, 3 Daems - 16 Nordtveit, 13 Neustädter - 11 Reus, 18 Arango - 19 Hanke, 10 de Camargo.
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)



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