München – „Wir müssen schauen, dass wir mutig sind.“ Das ist ein komischer Satz, in dem alles fehlt, was mit Mut zu tun hat.

Robben
Es fehlt ihm an Überzeugung, an Entschlossenheit, an Kraft. Gesagt hat den Satz Christian Streich, der Trainer des SC Freiburg, und die dazu gehörende Agenturmeldung, die gestern erschien, hatte tatsächlich die Überschrift: „Freiburg angriffslustig gegen Bayern.“
Wenn Angriffslust sich auf diese Weise äußert, spricht das nicht unbedingt für die Offensivkraft des Sportclubs. Streichs Freiburger sind aktuell Tabellenletzter und allein schon deshalb nicht in der Position, flotte Sprüche zu produzieren. Wobei, ein Bonmot ist dem Trainer dann doch gelungen. Angesprochen auf Arjen Robben und dessen Stammplatzverlust sagte Streich: „Ich könnte jetzt ungefähr 15 Spieler der Bayern aufzählen, bei denen es mir lieber wäre, wenn sie nicht spielen würden.“ Auch das klingt zwar nicht nach wilder Entschlossenheit, dennoch beteuert der Trainer: „Wir haben keine Angst. Das ist kein Pfeifen im Walde.“
Umgekehrt ist vom FC Bayern nicht zu hören, dass sie bestimmten Freiburgern morgen lieber nicht auf dem Rasen begegnen würden. „Das Selbstbewusstsein ist wieder größer“, hat Jerome Boateng nach zuletzt zwei Siegen (in Stuttgart und gegen Kaiserslautern) festgestellt. „Wir fahren natürlich nach Freiburg, um zu gewinnen.“ Natürlich.
Vor diesem Hintergrund und mit dem Champions League-Spiel in Basel vor Augen kann ein Liga-Leichtgewicht wie die Freiburger schon mal übersehen werden. Die Bayern sind sich dieser Gefahr bewusst. Boateng appelliert deswegen daran, mit der gleichen Einstellung ins Spiel zu gehen, „als wenn es gegen Dortmund ginge“. Erst danach, ergänzt sein Nebenmann Holger Badstuber, „denken wir an Basel“.
In der Theorie ist das ein schlüssiger Plan, nun müssen die Bayern ihn in die Praxis umsetzen. Wie jedes Spitzenteam haben auch sie in der Vergangenheit schon häufiger feststellen müssen, dass gute Vorsätze und die aufrichtige Überzeugung, nur auf den nächsten Gegner fokussiert zu sein, allein nicht ausreichen. Ein motivierter Kontrahent, die Eigendynamik eines Duells zwischen Klein und Groß – Spiele wie in Freiburg können tückisch sein. Erst recht in der aktuellen Konstellation mit drei, vier Spitzenklubs. „Wir sind nicht ganz oben in der Bundesliga, wir müssen punkten“, mahnt Lahm. Er meint natürlich: dreifach punkten.
Marc Beyer



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