008.05.09|FC Bayern|FC Bayern|1
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Zwischen dem 31. und 32. Spieltag hat der FC Bayern die Saisonvorbereitung aufgenommen. Vor dem Spiel in Cottbus ließ Jupp Heynckes trainieren, was Bestandteil des Sommerprogramms hätte sein sollen.

© dpa
Jupp Heynckes hat sich schon vor dem Spiel gegen Cottbus auf Spieler festgelegt.
Jupp Heynckes ist natürlich schon ein wenig der Mann von gestern, aber das soll er ja auch sein, als Kontrastprogramm zu Jürgen Klinsmann, der der Mann von übermorgen war (oder hätte sein sollen). Jupp Heynckes also braucht etwa keine tragenden medizinischen Analysen über den Gesundheitszustand eines Spielers, er kann sich auf sein Auge verlassen und auf die Erfahrungen aus der eigenen umfassenden Krankenakte.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Beispiel Franck Ribéry: Dessen Probleme am Nacken kann Heynckes leidvoll nachvollziehen, er weiß, „dass es manchmal so ist, dass zwei Wirbel nicht aufeinander sitzen, das sind dann Schmerzen, die in den Kopf ziehen“. Und Beispiel Zé Roberto: eine Kapsel-Geschichte. Da hat Heynckes schon an den Bewegungen des ihm über Jahre vertrauten Ex-Leverkuseners, Ex-und-wieder-Münchners gesehen, „dass Zé nicht schmerzfrei ist. Er muss es aber sein, um hundert Prozent Leistung zu bringen.“ Zé Roberto reiste gar nicht erst mit nach Cottbus, „Franck Ribéry möchte ich aber dabei haben“, verriet der neue Trainer. Auch Miroslav Klose sollte nach seiner ersten Trainingswoche dem Kader gleich wieder angehören, „schon weil er ein positiver Typ ist“. Und vielleicht ist er sogar so weit, dass man ihn bei Bedarf einwechseln „und vorne reinstellen kann“.
Retro ist angesagt
Jupp Heynckes steht nicht im Verdacht, seinem Vorgänger etwas Übles nachzureden, er gibt einfach freundlich Auskunft über seine Pläne und seine Ansichten – doch eben daraus ergibt sich eine nicht unheftige Kritik an der Arbeit von Klinsmann. „Klare Festlegungen“, gibt Heynckes das Stichwort. Bei ihm ist vorab bestimmt, wer für die Standards zuständig ist. Seine Änderung: Lukas Podolski wurde zum ersten Eckentreter ernannt, was den Beförderten ehrte: „Das habe ich zuletzt in Köln gemacht.“ Für Freistöße gilt ein klarer Grundsatz: Weniger stehen und warten, sondern: „Die Spieler sollen in die Bälle reingehen. Die Positionen vor dem Tor sind bei mir klar verteilt“ (Heynckes).
Es hat die Woche über reichlich „Basics“ gegeben in der Trainingsarbeit, taktisches Verhalten (Heynckes: „Die Spieler, die nicht die erste Elf sind, haben das System von Cottbus simuliert“), Flanken und Schießen, am Dienstag und Donnerstag auch eine Übung zum Thema „One-touch-football“, die zunächst gar nicht glückte, beim zweiten Mal aber viel besser. „Das sind Sachen, die muss man in der Vorbereitung machen. Ich muss jetzt von null auf hundert starten“, erklärt Heynckes. Und auch ganz unverbindlich und ohne Zwischentöne vorgetragen, ist das ein Satz mit Schlagwirkung gegen Klinsmann. Aber er sitzt auch nur, wenn die Heynckes-Bayern in Cottbus gewinnen. Geordnet und souverän.
Günter Klein
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