Moritz Leitner: Interview über Konkurrenz bei Borussia Dortmund und Pokal-Hit FC Bayern

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL3Nwb3J0L2ZjLWJheWVybi9tb3JpdHotbGVpdG5lci1pbnRlcnZpZXctdWViZXIta29ua3VycmVuei1ib3J1c3NpYS1kb3J0bXVuZC1wb2thbC1oaXQtYmF5ZXJuLW1tLTI3NjUzODQuaHRtbA==2765384Leitner: "Auf der Bank wird einer nicht besser"0true
    • 22.02.13
    • FC Bayern
    • 1
    • Drucken
Interview über seine Rolle und Bayern

Leitner: "Auf der Bank wird einer nicht besser"

    • recommendbutton_count100
    • 1

München - Ex-Löwe Moritz Leitner spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über die brutale Konkurrenz beim BVB, den Pokal-Hit bei Bayern und Co-Kart-Rennen mit Götze.

© dpa

Moritz Leitner

Der Pokal-Hit des FC Bayern gegen Borussia Dortmund am Mittwoch in der Allianz Arena beschäftigt bereits jetzt viele Fans. Der Ex-Löwe Moritz Leitner spricht im Interview über seine Situation beim BVB und den Rückstand des Meisters auf den Rekordmeister.

Herr Leitner, die Bayern wollen sich am Wochenende für den BVB schonen – genießt das Spiel auch in Dortmund eine übergeordnete Position?

Moritz Leitner: Dass die sich schonen, glaub’ ich erst einmal nicht. Aber das Spiel ist auf jeden Fall eine große Chance für uns. In der Meisterschaft sind die Bayern enteilt, in der Champions League ist der Weg zum Titel knüppelhart – aber der Triumph im Pokal ist auf jeden Fall realistisch. Das ist jetzt schon das Viertelfinale, danach trennen einen nur zwei Siege vom Titel. Und es schadet ja nich”ts, wenn man den FC Bayern bereits frühzeitig aus dem Weg räumt.

Ist dieses Spiel national das wichtigste Spiel der Rückrunde für Dortmund?

Leitner: Wir alle erinnern uns noch an das geile Finale im letzten Jahr, als wir die Bayern 5:2 geschlagen haben und wirklich traumhaft gespielt haben. Danach hatten wir eine super Nacht in Berlin, der Verein hatte alle Familien eingeladen – das wollen wir wieder erleben. Berlin ist ein sehr, sehr großes Ziel, das motiviert.

Wie sehen Sie den FC Bayern momentan – wo ist er verwundbar?

Leitner: (grinst) Das wird uns der Trainer schon noch mitteilen. Generell denke ich aber, dass wir die Bayern in den letzten Jahren ziemlich heftig geärgert haben und deshalb von unseren Methoden nicht groß abweichen müssen.

Warum ist der FC Bayern in der Liga so enteilt?

Leitner: Die Bayern spielen super, das muss man ihnen lassen. Aber wir haben in der Saison zu viele Punkte leichtfertig liegen gelassen. Ab und zu waren wir nicht auf der Höhe.

Was passiert, wenn es in der Champions League zu einem Aufeinandertreffen kommt – wäre das eher ein Schock für Ihren BVB oder für die Bayern?

Leitner: Für uns wäre es kein Schock. Warum sollten wir vor Bayern Angst haben? Ob es für die Münchner ein Schock wäre, muss man die mal fragen . . .

Sie pendeln beim BVB zwischen Bank und Spielfeld – wie groß ist Ihre Hoffnung, in München wirklich spielen zu dürfen?

Leitner: Ich will immer spielen und für mich als gebürtigen Münchner und Ex-Löwen hat so ein Duell mit Bayern natürlich einen ganz besonderen Reiz.

Wie stark ist Ihr Kontakt zur Heimat – und zu Ihrem ehemaligen Verein?

Leitner: Dortmund liegt nicht gerade ums Eck, aber natürlich besuche ich meine Familie und meine Freunde so oft wie möglich. Und auf 1860 schaue ich immer mit einem kleinen Auge – ich war 13 Jahre ein Löwe, sowas vergisst man nicht. Alex Schmidt war mein Trainer in der U 17, U 19, mit Jungs wie Bobby Wood habe ich gespielt, klar verfolge ich die Löwen – was in dem Fall heißt: Ich leide mit, das ist bei dem Klub leider immer so (schmunzelt).

Wie sieht Ihre Leidensfähigkeit aus, wenn Sie Ihre Lage beim BVB betrachten? Im Sommer war es ein Vierkampf auf Ihrer Position: Gündogan und Sie für die offensive Ausrichtung, Kehl und Bender in der Defensive. Im Winter kam aber Nuri Sahin dazu . . .

Leitner: Dieser Transfer hat meine Position sicherlich nicht verbessert. Nun sind wir fünf Spieler für zwei Positionen, und natürlich wird es damit schwerer für mich. Ich hatte gehofft, ich könnte mich hier kontinuierlich entwickeln und würde zu immer mehr Spielzeiten kommen. Mit Nuri habe ich jetzt einen Top-Mann als weiteren Konkurrenten – aber ich werde deshalb nicht aufgeben. Ich haue mich jedes Training rein, biete mich jede Sekunde an und genieße jede Sekunde Spielzeit, die daraus resultiert.

Wie groß ist Ihre Sorge, dass sie nun an Boden verlieren; mittelfristig sieht es so aus, als wäre Ihre Karriere verbaut worden.

Leitner: Ich halte mich nicht mit Sorgen auf. Die Konkurrenzsituation ist hier brutal: Ilkay Gündogan und Sven Bender sind Nationalspieler, Sebastian Kehl ist unser Kapitän, Nuri Sahin wurde vom großen Real Madrid ausgeliehen. Aber ich will mich durchbeißen. Ich kann meine Situation gerade eh nicht ändern.

Wäre es eine Option, sich im Sommer zu verändern, ausleihen zu lassen?

Leitner: Fakt ist, dass ein Spieler – gerade ein junger Spieler – nicht besser wird, wenn er auf der Bank sitzt. Die Situation ist gerade nicht einfach für mich. Ich lasse jetzt mal alles auf mich zukommen und werde dann sehen, wie viel Einsatzzeiten ich bekomme. Eventuell muss man sich dann im Sommer unterhalten. Ein junger Spieler muss spielen. Und ich wäre ein schlechter Profi, würde ich nicht jede Sekunde auf dem Platz stehen wollen. Dann wäre ich nicht ich.

Sie gelten als eines der größten deutschen Talente, vor einem Jahr sagten Sie, Sie merken, wie Sie sich Tag für Tag verbessern – hätten Sie sich mehr Wertschätzung, mehr Rückhalt vom Klub gewünscht?

Leitner: Klar hätte ich mich gefreut, wenn der Verein mehr auf mich gesetzt hätte. Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Das geht nicht gegen Nuri und ist keine Kritik. Nuri ist ein Supertyp, ich kann auch von ihm viel lernen. Und der Trainer sagte zu mir, ich soll es ihm so schwer wie möglich machen, wen er nun aufstellt. Genau das ist mein Ziel.

Klubchef Hans-Joachim Watzke sagte im November 2011, Sahin sei mit 18 Jahren nicht so weit wie Sie gewesen – tut das gut, oder hilft das am Ende wenig, wenn man nicht so oft ran darf wie gewünscht?

Leitner: Es ist natürlich schön, wenn er so etwas gesagt hat. Nur kann ich mir am Ende nichts dafür kaufen.

In der Hinrunde wurden Sie insgesamt drei Mal nicht eingesetzt – in der Rückrunde fehlten Sie bereits jetzt drei Mal. Ein Alarmsignal? Dass Talente auf der Bank schmachten, kannte man früher eigentlich nur vom FC Bayern . . .

Leitner: Auf jeden Fall wird mir niemand widersprechen, dass meine Einsatzzeiten in der Vorrunde mehr als ordentlich waren. Ich bin gerade 20 geworden, spiele beim Meister, beim Doublesieger, da kann sich meine Bilanz sehen lassen. Ich will, dass diese Entwicklung so weiter geht. Jetzt panisch zu werden, hilft keinem, am wenigsten mir. Ich sehe aber auch keinen Grund dafür, jetzt trotzig zu werden, wenn nicht sofort alles so läuft, wie ich es mir wünsche.

Haben Sie Angst um Ihre Stellung bei der U 21?

Leitner: Nein. Ich habe da immer meine Leistung gebracht. Die Trainer wissen, was ich kann.

In München gab es zuletzt Kritik an Bastian Schweinsteiger, der wie Sie im zentralen Mittelfeld agiert. Können Sie das nachvollziehen oder schütteln Sie da den Kopf?

Leitner: Ach, dazu kann man doch nur eines sagen: Bastian spielt in der deutschen Nationalelf und beim FC Bayern eine große Rolle. Da kann er also kein schlechter Fußballer sein.

Zum Ende eine gefährliche Frage, aber bei Ihrem Hintergrund ist sie vertretbar: Wäre es ein Traum, mal für Bayern zu spielen – als gebürtiger Münchner?

Leitner: Naja, ich war 13 Jahre bei 1860 und spiele jetzt beim größten Konkurrenten der Bayern. Ganz ehrlich: Ich habe bisher noch nie davon geträumt, für Bayern zu spielen.

Mit Mario Götze fahren Sie ab und an Go-Kart-Rennen – ist es noch immer so, dass Sie da gewinnen?

Leitner: Wir sind schon länger nicht mehr gefahren. Aber ich glaube nicht, dass er mich inzwischen überrundet (lächelt).

Interview: Andreas Werner

 

Ghvinianidze, Lovin, Pourie, Biancucchi & Co.: Wo spielen die Ex-Löwen heute?

zurück zur Übersicht: FC Bayern

Kommentare

  • Neueste Kommentare
  • Beliebteste Kommentare
Wadlbeissa22.02.2013, 15:39
(2)(0)

60er halt
Einmal 60er wird man das nicht los.
*schulterzuck*

Dieser Artikel ist nur für registrierte Nutzer kommentierbar. Wenn Sie den Artikel kommentieren möchten registrieren Sie sich kostenlos für unsere Community oder melden Sie sich hier mit Ihren Benutzerdaten an.

Fotostrecken des FC Bayern

Flitzer attackiert Ribéry: Bilder

weitere Fotostrecken:

FC Bayern News

Jetzt können Sie sich 14 Tage lang topaktuell über den FC Bayern informieren!

Testen Sie den Münchner Merkur oder eine seiner Heimatzeitungen kostenlos und unverbindlich. Die Lieferung endet automatisch.

Tip

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.