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Pep Guardiola

Experte mit sehr skurriler Einschätzung

"Guardiola sorgt für Penetrations-Verweigerung"

München - Mit Pep Guardiolas Wechsel zum FC Bayern beschäftigen sich allerlei Experten - einer wählt nun skurrile Worte wie "Penetrationsverweigerung" und "Feminisierung". Was meint der denn?

Wolfram Eilenberger ist Chefredakteur des Philosophie Magazins

Pep Guardiola wird im Sommer Bayern-Trainer. Das bringt die Fußballfans rund um den Globus ins Philosophieren. Trotzdem ist es nicht gerade naheliegend, ausgerechnet den Chefredakteur des Philosophie Magazins eine ausführliche Betrachtung schreiben zu lassen. Der Tagesspiegel hat es trotzdem getan. Und den Gastbeitrag von Wolfram Eilenberger veröffentlicht, der bei Fans für Schmunzeln, Verwunderung und vielleicht auch Begeisterung sorgen dürfte.

Seine wichtigste These: Guardiola sorge für eine "Feminisierung des Fußballs". Eilenberger führt aus: "Sein komplexes, übungsintensives Spielideal reinigte das Feld von geschlechtstheoretisch klassisch 'männlichen' Attributen wie Physis, Aggressivität, Egoismus und Rang und ersetzte sie extrem erfolgreich durch klassisch 'weiblich' codierte Leitwerte wie Kommunikation, Kollektivität und Kreativität." Als Beispiel nennt der Philosoph drei Spieler, "deren leibliche Anmutung als eher androgyn zu bezeichnen bleibt: Xavi, Iniesta und Messi."

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Was die meisten Fußballfans einfach Tiki-Taka nennen, wird in Eilenbergers Worten sehr blumig ausgeschmückt. Beim FC Barcelona beobachtete der Philosoph Ballbesitzquoten von 80 Prozent, die "mit einer nur noch pathologisch zu nennenden Penetrationsverweigerung einhergingen." Penetrationsverweigerung? Bitte? Damit bezieht er sich natürlich nicht auf den Geschlechtsakt. Der Duden definiert Penetration vielmehr als "Durchdringen" oder "Eindringen", frei übersetzt: das Stören des Spiels samt Körperkontakt.

In den vergangenen Tagen wurden viele wundervolle Porträts über den Trainer und Arbeiter Guardiola geschrieben. Aber Eilenbergers Worte im Tagesspiegel liefern wohl die ultimativ schönste Beschreibung des Spaniers, den er, natürlich, mit gebührendem Respekt Josep nennt, und nicht Pep: "ein geborener Spielerversteher, ultimativ empathisch, taktisch genial, auf nachhaltige Jugendförderung setzend, stets bescheiden, intuitiv, edel und gut, ein asketischer Poet, kein bisschen eitel – kurz: eines der vollkommensten Wesen der Welt, gleich nach dem Dalai Lama, mit dem er karmisch gesehen zweifellos mehr als nur die blank polierte Glatze gemein hat."

Die gesamte philosophische Betrachtung können Sie hier genießen.

lin

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