München - Bayern-Profi Rafinha über Duette mit Robben und Müller, einen Stammplatz und
Seit der Verletzung Daniel van Buytens ist Rafinha beim FC Bayern wieder unverzichtbar. Der Brasilianer, der im Sommer vom FC Genua kam, pendelte zuvor zwischen Außenverteidigerposition und Reservebank. Von den Umbauten der Bayern-Offensive ist Rafinha (26) besonders betroffen. Er hält Thomas Müller den Rücken frei wie zuvor Arjen Robben.
Neuerdings gehören Sie wieder fest zur Startelf. Wie schwer war die Zeit, in der Sie nicht immer erste Wahl waren?
Ich habe auch in der Hinrunde viel gespielt. 14 oder 15 Spiele, das ist viel. Natürlich, im Bayern-Kader ist die Qualität sehr hoch, und jeder will spielen, möglichst jedes Mal. Es ist kompliziert, wenn du nicht spielst, auf der Bank ist es schwer. Aber ich habe immer meine Arbeit gemacht und alles getan, um meine Leistung zu steigern. Der Trainer hat mir gesagt, dass er hier jeden braucht. Deshalb war ich ganz ruhig.
War Ihnen bei Ihrem Wechsel nach München bewusst, dass Ihre Rolle nicht mehr so sein würde wie etwa in Schalke? Dass Sie nicht mehr so unangefochten sein würden?
Nein. Bayern hat mich gekauft, weil ich eine Qualität habe. Aber in einem so großen Verein ist es auch nicht automatisch so, dass man immer spielt. Es gibt viele Spieler mit Qualität, und dann gibt es Wechsel. Bei Schalke war ich fünfeinhalb Jahre und habe immer gespielt. Hier war es anders, das war ich nicht gewohnt. Aber das ist normal hier. Und der Trainer redet viel mit uns. Er weiß, dass er immer auf mich bauen kann.
Wie wichtig ist für Sie die Gewissheit, aufgrund von Daniel van Buytens Verletzung momentan einen Stammplatz sicher zu haben?
Spielen Sie beim FC Bayern anders als auf Schalke?
Klar. Bei Bayern gibt es zwei Außenspieler, Robben und Ribery. Oder Thomas Müller. Wir Außenverteidiger müssen mehr hinten arbeiten. Philipp, Jerome, Diego Contento – wir alle. Du kannst nicht immer etwas nach vorne machen und das Spiel entscheiden. Das ist bei Bayern aber schon lange so. Natürlich kannst Du auch hier nach vorne, Du kannst alles machen. Aber nicht immer. In dieser Position haben wir Spieler, die das besser können. Arjen, Franck, Thomas.
Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie hinter Arjen Robben oder Thomas Müller verteidigen?
Nein. Robben hat wie Franck seine Qualitäten im Eins-gegen-eins. Thomas hat die auch, aber er spielt mehr mit Doppelpässen.
Müssen Sie sich umstellen, wenn Ihr Partner nicht Robben, sondern wie in den letzten Spielen Müller heißt?
Natürlich. Ich kenne beide sehr gut. Du musst ihr Spiel lesen, manchmal mehr warten. Aber natürlich ist Arjens Spiel anders als das von Thomas.
Haben Sie als Verteidiger mehr offensive Freiheiten, wenn vor Ihnen Thomas Müller spielt?
Nicht nur wegen Thomas. Auch Arjen gibt mir viele Bälle. Aber Thomas spielt mehr mit mir als Außenverteidiger, Robben sucht eher das Eins-gegen-eins. Das ist sein Spiel.
Das Gespräch führte Marc Beyer, das komplette Interview finden Sie in der Printausgabe des Münchner Merkur!
Rubriklistenbild: © dpa


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