327.01.10|FC Bayern|FC Bayern|10
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München - Die Fan-Gruppierung „Schickeria" hat Stadionverbote gegen Anhänger des FC Bayern München scharf kritisiert. Sie sprechen vom Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien. Die Polizei denkt anders.

© getty
Die FC Bayern Fan-Gruppierung "Schickeria" hat Stadionverbote gegen Anhänger des Vereins kritisiert.
In einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme greifen die Initiatoren insbesondere die Polizei und die Stadionverbots-Richtlinien des Deutschen Fußballbundes (DFB) an.
Diese seien „schwammig“ formuliert und würden missbraucht, um „kritische Fans mundtot zu machen“. Stadionverbote würden die „rechtsstaatlich garantierte Unschuldsvermutung“ aufheben, da schon „vage Verdachtsmomente wie das Einleiten eines Ermittlungsverfahrens durch die Polizei“ dazu führen könnten, dass jemand ausgesperrt wird. „Es ist äußerst bedenklich, dass für einen erheblichen Eingriff in die Freiheitsrechte und das Leben von Personen keinerlei richterliche Kontrolle beziehungsweise ein ordnungsgemäßes Verfahren mehr erforderlich sind,“ heißt es von seiten der Gruppierung, „sondern lediglich die Einschätzung dieser Personen durch die Polizei.“
Um den aktuellen Fall geht es in der Erklärung der „Schickeria“ nur am Rande. Die Ultra-Gruppierung kritisiert allerdings, dass den Anwälten der Betroffenen bislang keinerlei Akteneinsicht gewährt worden sei.
Wie berichtet, hatte der DFB 81 Stadionverbote gegen Fans des FC Bayern verhängt, die an den Krawallen in Würzburg beteiligt gewesen sein sollen. Die Polizei hatte die Namen der Bayern-Fans ohne Rücksprache mit den Betroffenen oder der Staatsanwaltschaft an den DFB weitergeleitet. Diese dürfen nun für bis zu drei Jahre kein Spiel mehr in einer Fußballarena verfolgen.
„Wir müssen uns davon verabschieden, dass es sich bei einem Stadionverbot um eine strafrechtliche Sanktion handelt, für die man vorher verurteilt werden muss“, konterte der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer im Gespräch mit dieser Zeitung. „So wie ich als Privatperson bestimmen darf, wer in meinem Wohnzimmer herumsitzen darf, darf der DFB oder ein Fußballverein bestimmen, wer ins Stadion reinkommt. Es gibt keinen Anspruch auf einen Platz im Fußballstadion.“
Zu den nach Krawallen am Würzburger Hauptbahnhof ausgesprochenen Verboten sagte Schmidbauer: „Wenn Bundespolizisten von einer größeren Gruppe verprügelt werden und ein Gefangener befreit wird, muss die Gruppe mit Strafverfolgungsmaßnahmen rechnen. Dass die Täter darüber hinaus auch nicht mehr ins Stadion dürfen, ist nicht nur sinnvoll, sondern eine notwendige Konsequenz ihres eigenen Verhaltens.“ Im Übrigen glaube er nicht, dass es darum gehe, „wer denn jetzt dem Bundespolizisten tatsächlich einen Schlag versetzt hat“, sagte Schmidbauer. „Es geht darum, dass sich alle strafbar gemacht haben, die aus einer Gruppe heraus die Bundespolizei angegriffen haben oder verhindert haben, dass die Unterstützungskräfte rechtzeitig ihren Kollegen zu Hilfe eilen konnten.“
Thierry Backes
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