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Xherdan Shaqiri schon zum Medizincheck in München

Shaqiri in München! Ist er der bessere Reus?

München - Der Transfer des Schweizer Ausnahmetalents Xherdan Shaqiri zum FC Bayern ist offenbar fast perfekt. Der mögliche Neuzugang war am Dienstagnachmittag bereits in München.

© dpa

Shaqiri ist schon beim Medizincheck

Beinahe wäre es gestern ganz am Ende noch zu einem gehörigen Bumms gekommen, doch nach einem kleinen Wendemanöver war die Sache bereinigt. Als Xherdan Shaqiri gerade vom Hof der Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt kutschiert wurde, musste sein Chauffeur in einem schmalen Torbogen noch mal zurücksetzen, um ein entgegenkommendes Polizeiauto passieren zu lassen.

So lief alles ungewöhnlich geräuschlos ab, das ist ja nicht die Regel, wenn der FC Bayern einen Transfer abwickelt. Zwar gibt es noch keine offizielle Bekanntgabe, doch allein die Tatsache, dass der Schweizer vom Vereinsarzt der Münchner durchgecheckt wurde, kommt der Vollzugsmeldung gleich. Eckdaten des Deals sickerten zudem durch: Der FC Basel erhält rund zwölf Millionen Euro als Entschädigung, der Flügelflitzer unterschreibt bis 2016.

Mit 17 hat Xherdan Shaqiri, dessen mächtiger Brilli im Ohr davon zeugt, dass er mit seinen 20 Jahren dem Juniorenalter gerade erst entwachsen ist, in Basel seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Es ist also alles recht schnell gegangen bei ihm, doch Ottmar Hitzfeld, der den Linksfüßer im vergangenen Jahr bereits mit zur WM mitnahm, sieht ihn durchaus schon reif genug für die Münchner. „Es ist die absolut richtige Entscheidung und auch der richtige Zeitpunkt, dass Xherdan im Sommer zu einem Top-Klub wie den Bayern geht“, kommentierte der Schweizer Nationalcoach im „tagesanzeiger“ den Transfer. Hitzfeld verriet gestern auch ein paar Details, was als Indiz gewertet werden darf, dass der frühere Münchner stets ganz gut im Bilde gewesen ist bei diesem Flirt. Sein Ex-Klub habe den Mittelfeldmann lange beobachtet „und viele Informationen über ihn eingeholt“, sagte Hitzfeld, der glaubt, dass sein Schützling das Zeug zum Publikumsliebling hat: „Seine Art gefällt den Fans.“

Lausbuam, Top-Torjäger, Wadlbeißer: Fan-Lieblinge des FC Bayern

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vor

Nicht nur den Fans. Auch den Experten. Und es gibt einige Stimmen, die sagen, Bayern hätte sich mit Shaqiri den besseren Marco Reus geholt. Der Gladbacher war an und für sich erste Wahl, als man einen Backup für Franck Ribery und Arjen Robben suchte. Allerdings ist der Schweizer von seiner Spielanlage die klügere Option. Reus entfaltet seine größte Stärke, wenn er Raum fürs Tempodribbling bekommt. Die Bayern aber sehen sich in der Regel massiven Abwehrreihen ausgesetzt. Shaqiris Spiel ist es, sich auf engem Raum in 1:1-Situationen durchzusetzen. Und das ist exakt das, was der Rekordmeister gebrauchen kann. Da fällt es auch nicht so sehr ins Gewicht, dass er in Sachen Torgefahr dem deutschen Nationalspieler hinterherhinkt.

In Shaqiris Heimat ist man fest davon überzeugt, dass das Juwel beim FC Bayern glänzen wird. „Er ist auch vom Charakter her ein super Typ“, sagt Ciriaco Sforza, der ebenfalls einmal für die Münchner gekickt hat. „Er darf nur nicht in Ehrfurcht vor großen Namen erstarren. Aber mit seinen Qualitäten kann er getrost in München antreten.“

Die Bayern müssen unterdessen heute Abend zum Pokal-Viertelfinal-Duell beim VfB Stuttgart antreten. „Wir sind ein bisschen unter Druck“, sagt Manuel Neuer. „Wir haben ein bisschen was gutzumachen.“ In Basel wird ab sofort ein neuer Fan Daumen drücken. Bis er ab Sommer selbst mitmischen darf.

von Andreas Werner

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