Ok, seinen Einstieg als Klub-Vize und damit Chef der Basketballer des FC Bayern hatte sich Rudolf Schels dann doch ein bisschen anders vorgestellt. Eine Heimniederlage gegen die Phantoms Braunschweig erlebte der Regensburger Unternehmer bei seinem ersten offiziellen Auftritt mit – es war der Tiefpunkt einer turbulenten Münchner Hinrunde. „So schwierig habe ich mir das nicht vorgestellt“, sagt der 64- Jährige.
Heute haben die Bayern-Korbjäger trotz der überraschenden Niederlage am Samstagabend in Bremerhaven längst ruhiges Fahrwasser erreicht. Und langsam aber sicher wird auch die Handschrift des neuen Basketball-Oberhauptes deutlicher, der sich zuletzt noch bewusst im Hintergrund gehalten hatte. Schels ist kein omnipräsenter Chef, wie es sein im November abgetretener Vorgänger Bernd Rauch gewesen war. Das operative Geschäft überlässt er dem Stab um Sportdirektor Marko Pesic, zu dem er einen engen täglichen Draht pflegt. Wirklich Einfluss nimmt der Mann, der „eigentlich aus dem Fußball kommt“, natürlich vornehmlich im wirtschaftlichen Bereich.
So hat er auch das ehrgeizige Budget – in ihren Saisonplanungen kalkulierten die Bayern mit dem Erreichen des Halbfinals – überarbeitet. „Unser Etat ist natürlich schon alleine durch die beiden Trainerwechsel etwas belastet“, erklärt er.
Mittelfristig wird Schels allerdings eine weit kniffligere Aufgabe in Händen haben. Noch immer nämlich ist bekanntlich völlig offen, wo die Bayern langfristig ihre sportliche Heimat haben werden. „Tatsache ist: Der Stadtrat hat erkannt, dass die Notwendigkeit für den Bau einer neuen Halle besteht“, sagt er. Im Hauptsponsor des EHC München habe auch ein Geldgeber vorsichtiges Interesse angemeldet. Doch der Prozess des Neubaus ist noch am Anfang. Wobei Schels für seine Basketballer auch keinen Grund zur Eile sieht. „Nach meiner Ansicht können wir sicher noch mindestens zehn Jahre im Audi Dome bleiben."
Patrick Reichelt















