Fußball-EM: England gegen Italien

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    • 24.06.12
    • EM 2012
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Elfer-Krimi in Kiew

Italien ringt England nieder - DFB-Elf wartet

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Kiew - Das Schreckgespenst Italien kann sechs Jahre nach dem schmerzhaften Ende des WM-Sommermärchens erneut zum Albtraum für Deutschland werden.

© dpa

Der Italiener Mario Balotelli (l) im Zweikampf mit Joleon Lescott.

Im Elfmeterkrimi des EM-Viertelfinals gegen England setzte sich die bärenstarke Squadra Azzurra mit 4:2 durch und ist für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wieder die vorletzte Hürde auf dem Weg zu einem Titel. Am Donnerstag (20.45 Uhr/ARD) kommt es in Warschau zur Revanche für das bittere Aus 2006, England muss seinen Traum vom ersten Titel seit 1966 begraben.

Gianluigi Buffon wurde zum Helden des Elfmeterschießens, der frühere Welttorhüter parierte den kümmerlich geschossenen Strafstoß von Ashley Cole. Den entscheidenden Schuss versenkte Alessandro Diamanti. Nach 120 Minuten hatte es trotz italienischer Überlegenheit noch 0:0 gestanden.

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Italien wartet mit breiter Brust: In sieben Versuchen ist dem Vize-Europameister Deutschland kein Sieg in einem Turnierspiel gegen den viermaligen Weltmeister gelungen. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw muss den „Fluch“ mit dem ersten Sieg gegen die Italiener seit dem 21. Juni 1995 (2:0) vertreiben, um ins Endspiel am 1. Juli in Kiew einzuziehen.

DFB-Kapitän Philipp Lahm freut sich auf einen „Fußball-Klassiker“ in der Tradition großer Spiele wie den WM-Halbfinals 1970 und 2006 oder dem WM-Finale 1982 - allesamt endeten mit deutschen Niederlagen. „Taktisch ist Italien sehr gut geschult“, sagte Lahm voller Respekt.

Sonderlich sattelfest sind die früheren Catenaccio-Künstler defensiv allerdings nicht. Einen Tag nach dem faden 2:0 der Spanier gegen Frankreich sahen die Zuschauer im Olympiastadion von Kiew einen offenen Schlagabtausch, vergebene Hochkaräter auf beiden Seiten - insgesamt war das Spiel um Klassen spannender. Italien spielte schnell und präzise nach vorn, drückte, jedoch war vor allem „Skandalnudel“ Mario Balotelli vom englischen Meister Manchester City zu unentschlossen. Er ließ Großchancen im halben Dutzend liegen - darunter eine dreifache (53.); Daniele De Rossi (3. ) und Alessandro Diamanti (101.) trafen den Pfosten (101.). England hielt mit Wucht und Leidenschaft dagegen.

Italiens Allenatore Cesare Prandelli ging untypisch für die Azzurri auf Risiko. Neben Leonardo Bonucci für den verletzten Giorgio Chiellini in der Abwehr sowie Riccardo Montolivo für den angeschlagenen Thiago Motta vertraute er von Beginn an auf Balotelli. Der Angreifer ist den Engländern bestens bekannt - er ist in zwei Jahren bei den Citizens schon fünfmal vom Platz geflogen.

Das Spiel ließ sich gut an, bald hatte es mehr hochkarätige Torchancen gegeben als am Abend zuvor in 90 Minuten zwischen Spanien und Frankreich. Erst drehte sich ein Schuss De Rossis aus 25 Metern an den Pfosten (3.) - Torhüter Joe Hart wäre chancenlos gewesen. Nach 3:10 Minuten hatten die Engländer das erste Mal den Ball unter Kontrolle, kurz darauf schoss dann Glen Johnson aus sechs Metern: „Gigi“ Buffon reagierte atemberaubend (5.).

Abwarten gehörte offensichtlich nicht zu den taktischen Anweisungen beider Trainer. Von Beginn an galt für beide Mannschaften die Devise: voller Einsatz und den Ball so schnell wie möglich nach vorn, schnörkellos, möglichst direkt. Erst machten die Engländer Druck, spielten variabel und mit Herz, oft über den Außenverteidiger Johnson, der die linke Seite der Squadra Azzurra beschäftigte. Prandelli wirkte nervös, gestikuliert wild. Dann kam Italien auf und hatte das Spiel fast immer im Griff.

Balotelli? Hatte seine erste große Chance in der 25. Minute. Kurz vor der Strafraumgrenze erreichte ihn ein wunderschöner Pass von Andrea Pirlo, dem 33 Jahre alten Strategen der Azzurri, doch der dunkelhäutige Angreifer brauchte zu lange, um daraus etwas zu machen - John Terry grätschte dazwischen. Nur sieben Minuten später erreichte Balotelli ein Lupfer von Montolivo - wieder stellte sich der 21-Jährige in bester Position ungeschickt an (32.).

Wayne Rooney wurde bestens bewacht, legte Sturmpartner Danny Welbeck allerdings einen gefährlichen Schuss auf, der knapp über Buffons Tor ging (32.). Dann tauchte er ab und lange nicht mehr auf, setzte jedoch in der Nachspielzeit zu einem Fallrückzieher an, der knapp über das Tor flog.

SID

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