Jürgen Klinsmann
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Jürgen Klinsmann im Schneegestöber von Denver. Sein Team zitterte sich zu einem 1:0-Erfolg.

Schnee-Chaos in Denver

Klinsmanns US-Team zittert sich zum Sieg

Denver - Ein hartes Stück Arbeit musste die US-Fußball-Nationalmannschaft mit Trainer Jürgen Klinsmann beim 1:0 in der WM-Qualifikation gegen Costa Rica verrichten. Dem Spiel drohte sogar der Abbruch.

Der Spielabbruch drohte, aber am Ende zitterten sich die US-Fußball-Nationalmannschaft und Trainer Jürgen Klinsmann bei Minusgraden zu einem wichtigen Sieg in der WM-Qualifikation. Im tief verschneiten Denver am Fuße der Rocky Mountains siegten die US-Amerikaner dank eines Treffers von Clint Dempsey (16.) 1:0 (1:0) gegen Costa Rica und verbesserten sich auf Rang zwei der CONCACAF-Qualifikationsgruppe. Vor dem Prestigeduell am Dienstag gegen den Erzrivalen Mexiko in Mexiko-Stadt tankte die Klinsmann-Mannschaft mit dem mühsamen Sieg aber neues Selbstvertrauen.

„Es war ein Kampf im Schnee“, kommentierte der Ex-Bundestrainer, dessen Team zum Auftakt in Honduras verloren hatte, „meine Mannschaft hat großen Charakter gezeigt. Es wurde um jeden Ball gekämpft und alles getan, um sich bei diesen Bedingungen zu behaupten.“ Der 108-malige Nationalspieler und Weltmeister von 1990 war zuletzt in die Kritik geraten. Der Pflichtsieg gegen die Mittelamerikaner verschaffte ihm eine Verschnaufpause, ehe das richtungweisende Duell gegen Mexiko auf dem Programm steht.

Allerdings stand das Duell in Denver angesichts eines Blizzards nach knapp einer Stunde Spielzeit vor dem Abbruch. Der Schiedsrichter sprach mit beiden Mannschaften, ob die Begegnung bei heftigem Schneefall fortgesetzt werden könnte und entschied sich nach dreiminütiger Unterbrechung zum Weiterspielen. Costa Rica plant nun, Protest gegen die Spielwertung einzulegen. „Es war eine Zumutung, hier Fußball zu spielen“, schimpfte Trainer Jorge Luis Pinto.

Klinsmann war dagegen sehr zufrieden, dieses Spiel vor 19.374 Zuschauern unter widrigen Bedingungen gewonnen zu haben. Seine Entscheidung, Tottenham-Hotspur-Profi Dempsey zum neuen Kapitän zu machen, trug Früchte. Der Spielführer erzielte das frühe 1:0 für die US-Auswahl. Einen starken Eindruck bei den US-Amerikanern hinterließ der Schalker Jermaine Jones im defensiven Mittelfeld.

Im Azteken-Stadion von Mexiko-Stadt dürften die Klinsmann-Schützlinge allerdings weitaus mehr gefordert werden, zumal der zweimalige WM-Viertelfinalist am Freitag patzte. Trotz einer 2:0-Führung gegen Honduras durch zwei Treffer von Javier Hernandez (Manchester United) reichte es für El Tricolor nur zu einem 2:2 (1:0). Nach zwei von zehn Partien liegt Mexiko auf Rang vier.

Derweil macht sich Klinsmann keine Sorgen um seinen Job. Er habe „keine Angst“ vor einer Entlassung, sagte der 48-Jährige der ARD-Sportschau. Vielmehr sei er „sogar froh darüber, dass hier solche Debatten geführt werden. Das zeigt doch, dass der Fußball in den USA interessanter wird und einen anderen Stellenwert erreicht.“

Medien und Nationalspieler hatten nach dem 1:2 gegen Honduras zum Start in die WM-Qualifikation Klinsmanns Führungsstil infrage gestellt. „Die anonym getätigten Aussagen kann ich nicht ernst nehmen. Ich habe mit der Mannschaft darüber gesprochen und wir ziehen weiterhin an einem Strang, auch wenn es immer enttäuschte Spieler geben wird“, sagte der Kapitän der deutschen Europameistermannschaft.

sid

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