Pfiffe gegen Neuer: Löw sauer auf die Fans

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    • 27.03.13
    • Fußball
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"Einfach unsportlich"

Fan-Pfiffe gegen Neuer: Löw und Lahm sauer

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München - Manuel Neuers Patzer gegen Kasachstan quittierten die deutschen Fans mit Pfiffen. Bundestrainer Joachim Löw dieses Verhalten sauer auf.

© dpa

Manuel Neuer räumte seinen Fehler nach Spielende freimütig ein.

Falsche Neun? Echte Vier! Tore. Die Systemdiskussion um den hängenden Stürmer im Vergleich zum Stoßstürmer à la Mario Gomez hat die Elf (!) von Jogi Löw vorerst auf ihre ganz eigene Art gelöst: Diesmal haben fast alle mitgestürmt… Und damit haben sie auch Mehmet Scholl einen Gefallen getan, der vor dem Spiel in der ARD die Fachsimpelei ums Jogi-System so kommentierte: „Fußball ist ein einfaches Spiel für einfache Menschen. Es geht also darum, den Menschen und Fußballern – die ja auch oft sehr einfache Menschen sind – Dinge zu erklären.“ Und da sei zum Beispiel ein Gerede „von der diametral abkippenden Sechs“ nicht zielführend, so Scholl, der diesen Spezial­begriff aus seiner Trainerausbildung mitgebracht hatte.

Neuer entschuldigt sich bei den Kollegen

Deutschlands Nummer Eins kippte leider auch kurzfristig ab – und ermöglichte mit seinem Patzer den Kasachen den Ehrentreffer. Danach nahm der Keeper alle Schuld für die ungewollt spannende zweite Hälfte auf sich: „Ich muss mich entschuldigen bei der Mannschaft und allen, die ins Stadion gekommen sind. Ich wollte es spielerisch lösen, hätte aber den Ball einfach wegschlagen sollen. Ich glaube, wenn das nicht passiert wäre, dann hätten wir eine bessere zweite Hälfte gezeigt.“

Eines aber wollte Neuer nicht tun: ein Bier für die Kollegen ausgeben. „Auf Bier hab ich jetzt keine Lust“, grummelte er. Irgendwie verständlich – denn die Fans hatten ihn sogar ausgepfiffen. Nicht schön, schimpfte Jogi Löw: „Was ich nicht gut finde, ist, dass das Publikum Manuel auspfeift. Er hat jahrelang überragende Leistungen gezeigt, er ist einer der Besten der Welt. Er hat einen Fehler gemacht, den man ihm ankreiden muss, aber ihn auszupfeifen und ironisch zu beklatschen, das ist unsportlich!“

Auch Kapitän Philipp Lahm sprang seinem Keeper bei und kritisierte das Fanverhalten: "Das war nicht schön und fehl am Platz." Er hatte eine ganz andere Reaktion erwartet: "Wir waren klar vorn und haben am Ende 4:1 gewonnen. Da darf man auch mal applaudieren!"

Die besten Bilder zum DFB-Sieg gegen Kasachstan

Vielleicht hat Neuer ja wenigstens dem Trainer ein Bierchen ausgegeben – bei so viel Unterstützung für die Nummer Eins! Jogis eine Sechs wiederum, Bastian Schweinsteiger, war ja bereits vor ein paar Tagen gelbgesperrt in Richtung FC Bayern abgekippt und wurde von einem Dortmunder ersetzt: Ilkay Gündogan. Der machte seine Sache sehr gut, allerdings, das hielt Scholl ein für alle mal fest: „Er ist unter Jürgen Klopp richtig stark geworden. Er hat Schweinsteiger auch gegen Frankreich schon ungemein gut ersetzt – aber bis zu einer Karriere von Schweinsteiger, da ist es noch ein richtig großer Schritt! Bastian hat unglaubliche Erfahrung, er hat alle Höhen und Tiefen erlebt, mit jungen Jahren alles aufgesaugt, und hat unheimlich Routine.“

Unabhängig von der Möglichkeit, Gündogan statt Schweinsteiger spielen zu lassen, ging es in Nürnberg aber wie gesagt vor allem um die Stürmer bzw. Nichtstürmer – was Jogi Löw ziemlich nervte. „Falsche Neun? Das ist Fachchinesisch, damit muss sich der Fan nicht auskennen“, sagte der Bundestrainer. Und damit sich der Zuschauer dennoch zurechtfindet im Taktik­dschungel, nahm sich eben DFB-Manager Oliver Bierhoff der Sache an: „Die Hauptsache ist, dass wir den Strafraum besetzen, denn dort werden nun mal die meisten Tore erzielt – ob von einem Mittelfeldspieler, der nachrückt, oder einem Stürmer.“

Fast genauso wichtig: das nächste Mal wieder öfter das Tor statt des Pfostens treffen, bitte!

tz

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