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Frankfurt/Main - Nun ist es offiziell: Theo Zwanziger kandidiert im Herbst erneut als Präsident des DFB. Für seine Rücktrittsgedanken verteidigt sich der 65-Jährige.

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Theo Zwanziger kandidiert im Herbst erneut als Präsident des DFB
“Es muss legitim sein, sich am Ende einer Legislaturperiode intensive Gedanken über die zukünftige Lebensplanung zu machen. Die Gespräche mit meiner Familie, der große Rückhalt aus den unterschiedlichsten Bereichen des Fußballs, der Politik und Gesellschaft sowie die anstehenden Herausforderungen des Verbandes haben mich zu der festen Überzeugung kommen lassen, noch einmal für dieses Ehrenamt kandidieren zu wollen“, sagte der 65- Jährige am Freitag nach der DFB-Präsidiumssitzung in Frankfurt am Main.
Der Familienrat hatte nach kontroverser Diskussion mit seinen Söhnen und Ehefrau Inge den Entschluss entscheidend beeinflusst. Vor kurzem klang das noch ganz anders. Lange hatte der Jurist aus Altendiez offen gelassen, ob er sich beim Verbandstag am 21./22. Oktober in Essen für eine dritte Amtsperiode zur Wahl stellen würde. Aber die gespürte Verantwortung für den mit rund 6,7 Millionen Mitgliedern größten Sportfachverband der Welt ist wohl die stärkste Triebfeder - trotz unüberhörbarer Kritik an seiner Amtsführung.
“Ich will den Fußball nicht überhöhen, aber er leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Ich wünsche mir, dass er auch künftig Erziehung und Bildung vermitteln sowie seine Bedeutung in Deutschland behaupten und ausbauen kann. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, dem Fußball zu dienen“, sagte Zwanziger nach seiner Wahl zum zehnten DFB-Präsidenten am 8. September 2006.
Seit 2004 steht der passionierte Hobby-Radler aus der 2500-Seelen- Gemeinde am Fuße des Westerwaldes an der Spitze des DFB - zunächst gemeinsam mit Gerhard Mayer-Vorfelder - seit 2006 als alleiniger Präsident. Zwanziger hat den DFB geprägt und geformt, war lange unumstritten und respektiert, musste sich zuletzt aber in der Schiedsrichter-Affäre Amerell/Kempter teils bittere Kritik anhören.
Von autoritärer Amtsführung, Missbrauch der Macht und kommunikativer Krise war zu lesen. Eine Zeitung schrieb vom “Zickzack-Zwanziger“. “Das trifft mich sehr, da ich bei aller Kritikfähigkeit vieles als absolut ungerecht empfunden habe“, sagte Zwanziger Anfang Juni. “Da gab es Dinge, die man - ich bin da ganz offen - nicht so leicht wegsteckt.“
In seine Amtszeit fielen die zunächst geplatzte Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw, ein Wett- und Schiedsrichterskandal, der Selbstmord Robert Enkes sowie die Affäre um den ehemaligen DFB-Funktionär Manfred Amerell und Schiedsrichter Michael Kempter. Zwanziger war oft als Krisenmanager gefragt und bewies dabei immer wieder sein Geschick, populäre Themen zu besetzen.
Die Karriereleiter im DFB hat der langjährige Vorsitzende des Fußballverbandes Rheinland als stets loyaler Mitarbeiter Stück für Stück erklommen. 1992 wurde Zwanziger, der als Mann der Basis gilt, als Beauftragter für soziale Integration in den Vorstand berufen. 2001 übernahm er den Posten des Schatzmeisters bis 2004.
dpa
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