Jan Ullrich gesteht Doping: Kritische Reaktionen 

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL3Nwb3J0L2phbi11bGxyaWNoLWdlc3RlaHQtZG9waW5nLWtyaXRpc2NoZS1yZWFrdGlvbmVuLXpyLTI5NjkzMjAuaHRtbA==2969320Ullrich gesteht Doping: Erboste Reaktionen 0true
    • 22.06.13
    • Sport
    • 2
    • Drucken
"Europarekord der Lüge"

Ullrich gesteht Doping: Erboste Reaktionen 

Köln - Nach Jan Ullrichs spätem Doping-Geständnis hagelt es Kritik. Von einem neuen "Europarekord der Lüge" ist die Rede. Ein Insider glaubt nicht, dass es die ganze Wahrheit ist. Reaktionen:

Jan Ullrich hat endgültig Blutdoping gestanden

© picture-alliance/ dpa

Jan Ullrich hat endgültig Blutdoping gestanden

Michael Vesper (DOSB-Generaldirektor): „Er soll endlich aufhören, scheibchenweise vorzugehen, sondern er soll einen Schnitt machen. Es ist doch auch in seinem Interesse, den Schritt so zu gehen wie Lance Armstrong.“

Lesen Sie dazu: Jan Ullrich gesteht Blutdoping

Rudolf Scharping (Präsident Bund Deutscher Radfahrer): „Es ist viel zu spät, um reinen Tisch zu machen. Er hätte dem Radsport helfen können, wenn er frühzeitig und komplett reinen Tisch gemacht hätte. 2007 oder 2008 wäre ein geeigneter Zeitpunkt gewesen. Damals hätte er auch sich selbst besser helfen können. Jetzt ist es nur noch die Wiederholung von längst Bekanntem zu einem viel zu späten Zeitpunkt, aber aus seinem Munde.“

Rolf Aldag (Radsport-Manager, Ullrichs früherer Teamkollege, geständiger Dopingsünder): „Die Überraschung hält sich in Grenzen. Er hat bestätigt, was lange bewiesen ist. Ich bin damals einen anderen Weg gegangen, aber die Überwindung ist für Jan riesig, das kann ich sagen. Aber es ist die richtige Entscheidung. Am Sachverhalt an sich ändert es nichts, wir haben uns alle schuldig gemacht.“

Werner Franke (Molekularbiologe und Anti-Doping-Kämpfer): „Das ist ein neuer Europarekord der Lüge. Er hat ja 2006 oder 2007 in vier Sprachen geschrieben, dass er Herrn Fuentes gar nicht kenne. Er hat damals vor Gericht eine Unterlassung gegen mich erwirkt, die ich erst nach viereinhalb Jahren umdrehen konnte. Er ist nicht nur ein stiller Lügner, sondern er wollte, koste was es wolle, andere sehr aggressiv zum Schweigen bringen.“

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Fritz Sörgel (Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Heroldsberg): „Es erscheint unvorstellbar, dass er mit reinem Blutdoping ausgekommen ist. Wenn ein Sportler seinen Körper durch Blutdoping auf eine höhere Stufe bringt, wird fast immer mit Steroiden gearbeitet, um die stärkeren Belastungen aufzufangen. Ullrich gesteht scheibchenweise, dass er bei Fuentes war, ist nur ein Teil der Geschichte.“

Falk Nier (Ullrichs PR-Berater): „Es ist ein Reifeprozess und ein Verarbeitungsprozess von Jan. So, wie sich in den letzten eineinhalb Jahren die Geschichte des Radsports entwickelt hat, ist nie Ruhe eingekehrt. Jan hat sich das anders vorgestellt. Letztlich muss man jedem zugestehen, ob, wann und wie er das macht. Wir haben uns nicht unter Druck gefühlt, aber festgestellt, dass das öffentliche Interesse an Jan einfach immer noch groß ist. Wir hatten zur 100. Tour de France über 50 Interviewanfragen. Das Gespräch mit dem Focus ist dann letzte Woche bei Jan zu Hause geführt worden.“

Stefan Schumacher (Radprofi und ehemaliger Dopingsünder): „Ich hatte zuerst auch erst gesagt, okay, ich habe Fehler gemacht und habe gedacht, das verstehen die Leute. Aber das hat nicht gereicht. Es ist wichtig, alles zu erzählen - das ist für dein Umfeld, deine Familie und dich selber am besten. Die Leute verdienen die Wahrheit.“

Paul Martens (Radrennfahrer): „Es war ein offenes Geheimnis. Jeder, der es wollte, hätte es wissen können. Er war ja bekanntlich nicht der Einzige, der es so gemacht hatte.“

Jens Voigt (Radprofi): „Die Ulle-Geschichte ist doch ein alter Hut. Oder hat man irgendetwas erfahren, was neu ist?“

sid / dpa

zurück zur Übersicht: Mehr Sport

Kommentare

  • Neueste Kommentare
  • Beliebteste Kommentare
Leader22.06.2013, 19:16
(1)(0)

Mein Gott erboste Reaktionen,was solls.Alle haben gedopt und sie dopen immer noch.Die Begründung zu dopen wegen der Chancengleichheit nehm ich Ullrich auf alle Fälle ab.Bei der brutalen Überlegenheit damals von Armstrong durch Doping nachvollziehbar.Der wär sonst jahrelang vorne allein gefahren(das war praktisch Notwehr).Der Zeitpunkt der Beichte ist auch erklärbar.Das Geständnis hätte er schon Jahre zuvor bringen können,bloß hätte er damit Armstrong entlarft.Das wollte er nicht.Kann man auch verstehen.

foxbravo22.06.2013, 16:57
(1)(0)

Sagen wir mal so : Wer war und ist beim Radfahren /Sport ungedopt.

Alle Kommentare anzeigen

Aktuelle Fotostrecken

Xabi Alonso vorgestellt - Bilder der Pressekonferenz

Xabi Alonso, FC Bayern München
weitere Fotostrecken:

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.