Daumen nach oben: Heidi Zacher und Andi Schauer blicken zuversichtlich in die neue Saison. Zacher wird allerdings erst im Februar ihren ersten Wettkampf bestreiten. Foto: esc

Das Nervenleiden endlich im Griff

Lenggries - Der Lenggrieser Skicrosser Andi Schauer hat im Training viel für die körperliche und nervliche Stabilität getan. Nun fühlt er sich für den Weltcup-Auftakt in Kanada gerüstet.

Als die deutschen Skicrosser am Montag den Flieger Richtung Übersee be-stiegen, ging auch ein Isarwinkler mit an Bord: Andi Schauer vom SC Lenggries. Bei den Frauen fehlten hingegen sowohl die deutsche Nummer eins Heidi Zacher, als auch die zwei, Anna Wörner. Die Lenggrieserin Heidi Zacher hat nach auskuriertem Spiralbruch im linken Schienbein vor Kurzem mit dem Schneetraining begonnen, Anna Wörner (Eschenlohe) laboriert noch an einer Leistenverletzung.

Heli Herdt, der sportliche Leiter der DSV-Skicrosser, misst dem Saisonauftakt große Bedeutung bei: „Wir müssen bei den Rennen in Nordamerika möglichst viele Punkte einfahren. Bei diesen Weltcups geht es nämlich bereits um die Olympic World Ranking List. Da zählt jeder Punkt für die Startplätze bei Olympia 2014 in Sotchi.“

Überaus angetan ist Herdt von Heidi Zachers Heilungsprozess: „Das geht zum Glück viel schneller als von den Medizinern prognostiziert.“ Auch sehr zur Freude der 24-jährigen, die inzwischen rund 20 Schneetage absolviert hat. „Erst bin ich nur frei gefahren, dann habe ich Riesenslalom trainiert, jetzt kann ich mit dem eigentlichen Skicross-Training anfangen und ab Weihnachten darf ich voraussichtlich auch springen.“ Zacher hofft, beim Heim-Weltcup in Grasgehren (2./3. Februar) ins Renngeschehen einzusteigen: „So wie es im Augenblick läuft, bin ich mit der Entwicklung zufrieden. Mein Bein ist bislang ganz brav. Schaun wir mal wie es sich verhält, wenn ich wieder voll Cross fahre.“

Wesentlich konkreter sind die Ziele von Andi Schauer, der am kommenden Samstag beim Weltcup in Nakiska/Kanada in die Heats fahren will. „Das Training ist hervorragend gelaufen, ich habe viel dazu gelernt und freue mich, dass es los geht“, sagt der 26-jährige Lenggrieser. In einem Vergleichsbewerb mit den österreichischen und französischen Nationalmannschaften auf dem Stubaier Gletscher hat Schauer gut abgeschnitten. Sogar Andreas Matt, den Überflieger der vergangenen Saison, hat er da in Schach gehalten. Eine Leistungssteigerung ist auch bitter nötig, denn in der Vorsaison hat es Schauer bei keinem einzigen Weltcup unter die Top-32 geschafft, die dann in den Vierer-Heats den Sieger ausfahren.

Herdt sagt: „Er hat sich im Training stabilisiert, er steht gut auf dem Ski. Jetzt schauen wir, ob es bei ihm auch im Wettkampf funktioniert.“ Der Lenggrieser weiß um sein labiles Nervenkostüm, das ihm meist einen Streich spielte, wenn es ernst wurde. „Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Ich denke, dass ich dieses Leiden besser in den Griff bekomme.“ Bei den Weltcups in Übersee kann Schauer gleich den Beweis hierfür antreten. (esc)

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