Gold-Jungs: David Gollnow (l.) stürzt jubelnd ins Ziel. Er gewinnt mit der LG Stadtwerke die 4 x 200 m-Staffel. Foto: Görlitz

Deutsches Staffelgold für Wiesend und Gollnow

Erding/Dortmund - Gold in der Staffel und Silber im Einzelrennen - zwei Erdinger Leichtathleten haben wieder zugeschlagen.

Was am Samstag noch nach einem gebrauchten Wochenende ausschaute, wurde doch noch ein goldenes. Zwei Erdinger sind Deutsche Leichtathletik-Meister (wir berichteten). Benedikt Wiesend und David Gollnow gewannen mit der LG Stadtwerke München die Goldmedaille über die 4 x 200-Meter-Distanz.

Das Quartett aus der Landeshauptstadt war mit Ambitionen, aber nicht als Topfavorit in das Rennen gegangen. Das war die TV Wattenscheid, die allerdings krankheitsbedingt nicht mit der besten Mannschaft auflaufen konnte. Die LG Stadtwerke war im dritten Lauf dran und hatte mit der MTG Mannheim einen Gegner auf der Bahn, der mit Sprintspezialisten gespickt war. Und so holte der Deutsche Vizemeister Patrick Domogala sogleich einen Vorsprung für die MTG heraus, den Yannick Hoecker verteidigte.

Für die LG Stadtwerke war das noch kein Problem. Ihre Taktik: Kamghe Gaba, Jonas Plass und Wiesend sollten auf Tuchfühlung bleiben und Gollnow sich zur Aufholjagd aufmachen. Aber es kam sogar noch besser. Die Mannheimer leisteten sich einen Wechselfehler, so dass bereits Wiesend als dritter Läufer die Führung übernehmen konnte, ehe Gollnow den Rest erledigte. Entscheidend war aber die Zeit. Und die war mit 1:25,76 Minuten die beste aller drei Endläufe. Silber sicherte sich der SCC Berlin (1:26,06 Minuten) vor dem TV Gladbeck (1:26,36).

Das Gold tat insbesondere Wiesend gut, der zuvor bei den Einzelläufen über 400 Meter nicht seine beste Form erreicht hatte. Mit 48,06 Sekunden im Vorlauf hatte er das Finale verpasst. Im im B-Lauf blieb dem 21-jährigen Erdinger mit 48,18 Sekunden Platz zwei.

David Gollnow hatte sich zwar für den Endlauf qualifiziert. Die drittbeste Vorlaufzeit (47,84 sec) brockte ihm aber die Bahn zwei ein, deren enger Kurvenradius für Gollnows Laufstil Gift ist. Dennoch lief im Finale anfangs alles nach Plan. Der 23-jährige Erdinger ließ in der ersten Runde Thomas Schneider (SG Magdeburg) und Manuel Rigau (LT Köln) ziehen, um dann Vollgas zu geben. Den Kölner hatte er dann auch schnell gestellt, musste ausgangs der letzten Kurve aber leicht abbremsen, um nicht auf ihn aufzulaufen. „Vielleicht war das die entscheidende Zehntelsekunde, die letztlich gefehlt hatte“, meinte Davis Vater Olaf Gollnow. Jedenfalls war Schneider am Ende um einen halben Meter vor dem Erdinger, der sich letztlich aber auch über Silber auf der schweren Bahn freute. (Dieter Priglmeir)

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