Ein paar Tage noch bis zu den deutschen Meisterschaften - und dann das: eine Schilddrüsenentzündung. Der derzeit beste Eisstockschütze der Republik lag flach. Sein Einsatz stand auf der Kippe. „Ich war kurz davor, abzusagen“, erzählt Elsenberger. Er tat es nicht - und wurde zum vierten mal in Folge Deutscher Meister.
Den Grundstein legte er im ersten Durchgang (wir berichteten). Und das, obwohl er unter Schmerzmitteln stand. „Mir ham die Füße g’wackelt“, sagt er. „Dass da 191 Punkte rauskommen - das ist Wahnsinn“. Aber dafür hat Elsenberger eine Erklärung: „Weil man weiß, dass man krank ist, spielt man konzentrierter, lässt sich mehr Zeit für jeden Schub.“ Zudem kam ein wenig Glück dazu, gibt Elsenberger zu: „Bei der Konkurrenz waren nicht allzu gute Ergebnisse da.“ Doch am Ende des ersten Tages zeigte der Hörlkofener auch sein ganzes Können, setzte mit dem schwierigen letzten Schuss einen Zehner.
Mit 17 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen vom EC Sassbach, Werner Anetzberger, startete der Titelverteidiger in den zweiten Wettkampftag. Jetzt galt es, die Anspannung hochzuhalten: „Jeder klopft dir schon auf die Schulter. Aber 17 Punkte sind schnell weg.“ Doch Elsenberger blieb fokussiert. „Nach der dritten und vierten Bahn wusste ich, dass ich’s bin“, sagt der Meister, der am Ende 713 Zähler machte.
Klar, die spontane Freude war somit natürlich dahin. „Aber es ist eine innere Genugtuung, mit einem Vorsprung von 44 Punkten den Titel zu holen“, sagt Elsenberger, der zudem mit der Südbayernauswahl die Meisterschaft der Regionen gewann und mit Sassbach auf Rang vier der Mannschaften landete. Seine Frau Verena, die sich mit ihrem Team, dem TSV Kühbach, ohnehin sensationell für die Bundesmeisterschaften qualifiziert hatte, feierte mit ihren Mädels die Bronzemedaille. Sie schlugen Neunburg im spannenden kleinen Finale 32:30.
Eine rauschende Partynacht verbrachte das erfolgreichste Ehepaar des Eisstocksports aber nicht. Der ein dreiviertel Jahr alte Sohn Luca wartete bereits bei seinen Großeltern. „Sein Bruder Marco (3) war der Glücksbringer auf der Tribüne“, sagt Elsenberger.













