Wegsperren? So weit ist es bei der DJK noch nicht. Die Tore mussten nach Spielen schon immer aufgeräumt werden. Das Foto stammt aus goldenen Ottenhofener Zeiten, als die Kicker beinahe in die Bezirksliga aufgestiegen wären. Foto: kone

Das starke Stück

Letzte Galgenfrist für die DJK

Ottenhofen - Zweimal ist die DJK Ottenhofen mit dem Versuch gescheitert, einen Vorsitzenden zu finden. Jetzt bekam der Club eine Galgenfrist, die Nicole Schley nutzen muss. Sonst ist der Verein tot.

Nicole Schley ist gern bei der Step Aerobic und spielt auch Volleyball. Seit vergangenem Wochenende betreibt sie eine andere Sportart: Extremtelefonieren. „Den ganzen Samstag und sechs Stunden am Sonntag hing ich am Apparat“, sagt die 42-Jährige. Ihr Auftrag: die Rettung der DJK Ottenhofen.

1956 gegründet, steht der 800 Mitglieder starke Verein vor seiner Auflösung. Wie berichtet, hatte der Club bei seiner Hauptversammlung im Januar keinen Nachfolger für den scheidenden Vorsitzenden Uwe Ritschel gefunden. Nachdem auch die Sitzung am Freitag erfolglos geblieben war, stellte sich Schley als Notvorstand zur Verfügung. Damit bekam die DJK eine Galgenfrist. „Aber wenn wir innerhalb der nächsten vier Wochen nicht fündig werden, wird die Liquidation eingeleitet“, sagt Schley. Möglicherweise werde das Registergericht noch einer weiteren vierwöchigen Fristverlängerung zustimmen. Aber danach wäre der Verein tot.

Schley ist zuversichtlich, dass es nicht so weit kommt. Sie selbst stehe zwar definitiv nicht zur Verfügung. „Ich bin Dritte Bürgermeisterin, Gemeinderätin, die Nachbarschaftshilfe steckt noch in ihrer Gründungsphase. Ich habe einen Fulltime-Job, einen Mann und einen Hund“, sagt die SPD-Politikerin und signalisiert dann: „Ich habe eine Drei-Mann-Lösung im Kopf: ein Junger, ein Mitteljunger und einer aus der AH-Riege.“ Ein Triumvirat soll die Arbeit des Vorsitzenden übernehmen und sich die Aufgaben teilen. Denn genau darin sieht Schleys ihre nächste Aufgabe: „Ich glaube nämlich, dass keiner so recht weiß, was ein Vorsitzender an Aufgaben hat. Das schreckt viele ab.“ Deshalb werde sie nun ein Organigramm erstellen. „Dann können sich die Kandidaten die Arbeit aufteilen.“

Drei Tage nach der furiosen Versammlung ist Schley zuversichtlich. Namen will sie nicht nennen, „um niemanden unter Druck zu setzen“. Aber wenn die Personalie geklärt ist, wird der Verein durchstarten. „Wir haben ein 17-köpfiges Team von Ehrenamtlichen, die ausgezeichnet arbeiten“, versichert Schley. Auch finanziell stehe der Club gut da. „Das einzige, das uns fehlt, ist einer, der vorne steht.“ In vier Wochen soll das Problem gelöst sein. Sogar dreifach. (Dieter Priglmeir)

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