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Zitterpartie an der Kletterwand

Zitterpartie an der Kletterwand

Miesbach - Pema Sherpa beendet nationalen Jugend-Cup als Zweite – Deutsche Meisterschaft am 4. Dezember in Wuppertal.

© Foto: kn

An der Wand ist Pema Sherpa in ihrem Metier. Die 14-Jährige aus Miesbach beendete den Deutschen Jugend-Cup als Zweite.

Das war eine Zitterpartie. Beim letzten Deutschen Jugend-Cup des Deutschen Alpenvereins im Sportklettern hat Pema Sherpa den achten Rang belegt. Gerade noch so hatte es die 14-jährige Miesbacherin ins Finale geschafft, weil zuvor bisschen viel schief gegangen war. „Das war alles einfach blöd gelaufen“, sagt die quirlige Sportlerin. Doch mit dem achten Rang im Kletterzentrum in Darmstadt verteidigte sie den zweiten Platz in der Gesamtwertung der Jugend B, und startet damit am 4. Dezember bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Wuppertal.

Zweite beim Cup in Scheidegg im Allgäu, Zweite beim Wettkampf in Regensburg – eigentlich sprach alles dafür, dass die Realschülerin diese Serie auch beim Finale in Darmstadt fortsetzen würde. Als noch vier Starterinnen – jeder Kletterin stehen insgesamt sechs Minuten zur Verfügung – vor ihr waren, ging Sherpa noch einmal kurz aus der Halle, um sich zu sammeln. Sie bekam nicht mit, dass eine der vier Gegnerinnen noch im Stau stand, erst gar nicht im Kletterzentrum angekommen war, und die anderen drei sehr früh von der Wand fielen. Sherpa wurde ausgerufen, doch sie kam nicht.

Als sie schließlich die Halle betrat, wurde sie von Konkurrentinnen schon bestürmt und musste sofort an die Wand, an der die Qualifikationsrouten gesteckt waren. „Da war ich total durcheinander, hab’ nur versucht, mich mit dem Klettern runterzubringen“, erinnert sich die Miesbacherin, die für die DAV-Sektion München-Oberland startet. Doch keine Chance. Sie kämpfte sich durch die Route, bei denen jeder Griff einen Punkt bedeutet. „Meine Arme wurden schnell dick, und dann geht jar gar nichts mehr.“ Damit zitterte sie um den Einzug ins Finale. Doch in der zweiten Tour gelang ihr eine gute Vorstellung. Als Letzte zog sie ins Finale ein, und da „war’s dann einfach schwer“. Sherpa musste einen verfrühten Abgang hinnehmen. Immerhin rettete sie den achten Rang.

Erst bei der Siegerehrung erfuhr die 14-Jährige, dass auch der achte Rang gereicht hat, um den zweiten Platz in der Gesamtwertung zu verteidigen. „Da hab’ ich mich nur noch gefreut, das ist schon ein Wahnsinnserfolg“, sagt die gebürtige Tegernseerin, die in Nepal, der Heimat ihres Vaters aufwuchs und dort bereits ihre ersten Versuche im Felsklettern unternahm. 2005 kam die Familie wieder nach Deutschland zurück. Vor drei Jahren wurde dann bei einem Kletterkurs von der Münchner DAV-Sektion entdeckt und in den Kader aufgenommen. Seitdem bestimmt Klettern das Leben der Realschülerin. Es ist ihre Leidenschaft.

Dass sie im Deutschen Jugend-Cup gegen die überlegene Siegerin Hannah Baehr von der DAV-Sektion Schwäbisch-Gmünd jedoch nicht viel wird ausrichten können, das war der Miesbacherin schon vorher klar. „Die ist ja drei Köpfe größer als ich und außerdem sehr dünn. Da hat sie perfekte Voraussetzungen. Und außerdem trainiert sie sehr viel mehr als ich“, gibt das 1,50 Meter kleine Energiebündel unumwunden zu, das selbst drei- bis viermal in der Kletterhalle in München zu Gange ist. Allerdings wohnt Baehr, die auch dem deutschen Jugendkader angehört, in Innsbruck, und die Kletterhalle dort sowie die Trainingsbedingungen sind optimal.

Aber auch Sherpa wird ab sofort verstärkt trainieren. Denn bei der Deutschen Jugendmeisterschaft will die 14-Jährige ihren zweiten Rang verteidigen. „Das wünsch’ ich mir schon“, sagt sie leise. Dabei kennt sie die Wand in Wuppertal noch gar nicht. „Ich kann nur jemanden fragen, der sie kennt, ob sie sehr hoch ist oder viele Überhänge hat. Oder ich schau’ sie mir im Internet an.“

von Sabine Wittmann

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